Afrikanische Völker im 19. Jahrhundert

Afrikanische Völker. 1 Shilluk, 2 Dinka, 3 Frau von Porto Novo, 4 Fulah Mädchen, 5 Tamberma Mann, 6 Mann von Bamum, 7 Ama-ngqika, 8 Waushagga Mädchen, 9 Loango Mädchen, 10 Mädchen von Kamerun, 11 Pygmäe, 12 Frau von Lunda

Afrikanische Völker im 19. Jahrhundert

1 Shilluk, 2 Dinka, 3 Frau von Porto Novo, 4 Fulah Mädchen, 5 Tamberma Mann, 6 Mann von Bamum, 7 Ama-ngqika, 8 Waushagga Mädchen, 9 Loango Mädchen, 10 Mädchen von Kamerun, 11 Pygmäe, 12 Frau von Lunda

Shilluk

Die Shilluk (Chollo) sind eine große Luo Nilotische Volksgruppe des Südsudan, die an beiden Ufern des Nils leben, in der Nähe der Stadt Malakal. Vor dem Zweiten Sudanesischen Bürgerkrieg lebten die Shilluk in einer Reihe von Siedlungen am nördlichen Ufer des Sobat-Flusses, in dessen Nähe sich der Sobat dem Nil anschloß. Die Shilluk sind die drittgrößte ethnische Gruppe des Südsudans, nach dem Dinka und ihren Nachbarn der Nuer. Ihre Sprache heißt Dhøg Cøllø, dhøg ist das Shilluk Wort für Sprache und Mund. Es gehört zum Luo-Zweig der westlich-nilotischen Unterfamilie von Nilo-Saharan.

Dinka

Die Dinka (Jieng) sind eine Gemeinschaft, die sich aus vielen ethnischen Gruppen zusammensetzt und die die Ost- und Westufer des Nils, von Mangalla bis Renk, von Bahr el Ghazal, Ober-Nil (früher zwei von drei südlichen Provinzen im Sudan) und Abyei Bereich der Angok Dinka in Süd-Khordofan des Sudan, besiedeln. Die Dinka haben keine zentrale politische Autorität, sondern stattdessen viele unabhängige, aber miteinander verknüpfte Clans. Bestimmte dieser Clans geben traditionell rituelle Häuptlinge, die als „Meister des Fischspeeres“ oder Beny Bith bekannt sind, welche die Führung für das ganze Volk leisten und deren Rang zum Teil erblich ist. Ihre Sprache, genannt Dinka oder „thuɔŋjäŋ“ (thuongmuoingjang), ist eine der nilotischen Sprachen der östlichen sudanischen Sprachfamilie. Der Name bedeutet „Leute“ in der Dinka-Sprache.

Film: The Dinka tribe قبائل الدينكا.
Dokumentarfilm (engl.) über den Dinka Stamm in einigen unerforschten Gebieten im Süd-Sudan und ihre einfache Art zu leben.

Porto Novo

Porto Novo besteht aus zwei ethnischen Gemeinschaften, den Yoruba und den Gun. Porto-Novo (französische Aussprache [pɔʁtɔ.nɔvo], auch bekannt als Hogbonu und Ajashe) ist die Hauptstadt von Benin und war die Hauptstadt des französischen Dahomey. Porto-Novo wurde ursprünglich als Hafen für den Sklavenhandel erbaut und war ein wichtiger Zielhafen vieler europäischer Mächte einschließlich von Portugal. Heute ist Porto-Novo ein Hafen am Einzug des Golfs von Guinea, im südöstlichen Teil des Landes. Es ist die zweitgrößte Stadt Benins. Obwohl Porto-Novo die offizielle Hauptstadt ist, ist die größere Stadt Cotonou der Sitz der Regierung, mit den meisten Regierungsgebäuden und Ministerien. Die Region um Porto-Novo produziert Palmöl, Baumwolle und Kapok. In den 1990er Jahren wurde vor der Küstenstadt Erdöl entdeckt und ist seitdem zu einem wichtigen Exportgut geworden. Viele Afro-Brasilianer siedelten sich nach ihrer Rückkehr nach Afrika in Porto-Novo an. Brasilianische Architektur und Lebensmittel stellen deshalb einen erheblichen Anteil am kulturellen Leben der Stadt dar.

Fula

Das Volk der Fula oder Fulani, Fulɓe (Fula: Fulɓe, Französisch: Peul, Hausa: Fulani oder Hilani, Portugiesisch: Fula, Wolof: Pël; Bambara: Fulaw), zählen eine Bevölkerung von 20 bis 25 Millionen Menschen und sind als eine der größten ethnischen Gruppen weit über die Region des Sahel und Westafrika verteilt. Die Fula-Leute glauben traditionell, dass ihre Wurzeln in den Völkern Nordafrikas und dem Nahen Osten liegen, die sich später mit lokalen westafrikanischen ethnischen Gruppen vermischten. Als ethnische Gruppe sind sie durch die Sprache der Fula, deren Geschichte und Kultur und ihre islamisch, religiöse Zugehörigkeit miteinander verbunden. Ein bedeutender Teil der Fula – ein Drittel oder schätzungsweise 7 bis 8 Millionen – sind Pastoralisten*, die sie zur größten nomadischen Gemeinschaft der Welt macht. Sie leben hauptsächlich in Westafrika, den nördlichen Teilen Zentralafrikas, im Tschad, im Sudan und in der Nähe des Roten Meeres.
* Der Pastoralismus ist der Zweig der Landwirtschaft, der sich mit der Viehzucht beschäftigt.

Dokumentarfilm (engl.) Fulani Kunst und Leben von Christopher Roy. Inhalt: Die Fulani-Leute leben am südlichen Rand der Sahara. Dieses Video zeigt sie mit ihren Herden, der Herstellung von Butter, das weben der Matten die sie als Dach für ihre Zelte verwenden. Fulani Musik aus der Stadt Dori und Szenen des Guerewal Tanzes der Wodaabe von Niger.

Tamberma

Volk der Tamberma in Togo. Koutammakou, das Land der Batammariba ist eine Kulturlandschaft, die 2004 als UNESCO-Weltkulturerbe im Norden Togo bezeichnet wurde. Das Gebiet umfasst traditionelle Turmhäuser aus Lehm (Takienta). Diese traditionellen Lehmhäuser sind als nationales Symbol von Togo weit bekannt. Viele der Lehmhäuser sind zwei Etagen hoch.

Film: Africa – Togo: Koutammakou, Die Batammariba im Tal der guten Maurer

Bamum

Das Königreich Bamum (auch Bamoum, Bamun, Bamoun oder Mum) (1394-1884) war ein vorkolonialer westafrikanischer Staat im heutigen Nordwesten Kameruns. Es wurde von den Mbum, einer Bantu-Volksgruppe aus Nordost-Kamerun gegründet, die mit der königlichen Dynastie der Nsaw in Verbindung standen. Als Hauptstadt diente die alte ummauerte Stadt Fumban. Der Gründungskönig (genannt „fon“ oder „mfon“) war Nchare der Eroberer. König Nchare gründete die Hauptstadt Foumban, später Mfomben genannt. Das Bamun-Königreich wurde im Jahre 1884 Teil der deutschen Kolonie Kamerun (Deutsch-Südwestafrika, 1884 bis 1919) während der Herrschaft von Mfon Nsangou.

Ama Ngqika

Ama Ngqika, Volk der Bantu-Volksgruppe der Xhosa im südlichen Afrika, die vor allem am östlichen Kap, Südafrika lebt.

Loango

Das Königreich Loango (auch Lwããgu) war ein vorkolonialer afrikanischer Staat vom 16. bis 19. Jahrhundert, der etwa im heutigen westlichen Teil der Republik Kongo beheimatet war. Auf seinem Höhepunkt im 17. Jahrhundert erstreckt sich der Einfluss von Loango vom Cape St. Catherine im Norden bis fast zur Mündung des Kongo. Loango exportierte Kupfer für den europäischen Markt und war ein bedeutender Produzent und Exporteur von Stoffen und Kleidung. Als Volksgruppe der Bakongo sprachen sie einen nördlichen Dialekt der Kikongo-Sprache, die auch im Königreich Kongo gesprochen wurde. Missionare, die die Loango-Küste am Ende des neunzehnten Jahrhunderts besuchten, nannten sie „die Leute von Loango Bafiote“ und ihre Sprache Fiote. Das Königreich wurde auf der Berliner Konferenz (1884-1885) unter den europäischen Kolonialmächten aufgeteilt.

Pygmäe

Ein Pygmäe ist Mitglied einer ethnischen Gruppe, in der Erwachsene im Durchschnitt weniger als 150 cm groß sind. Das Mitglied einer etwas größeren Gruppe wird als „Pygmoid“ bezeichnet. Der Begriff ist meist mit den Völkern Zentralafrikas verbunden, wie die Aka, Efé und Mbuti. Die meisten Pygmäengemeinschaften sind Jäger-Sammler, die aber nicht ausschließlich von der Jagd oder gefundenen Nahrungsmitteln leben. Vielmehr handeln sie mit benachbarten Farmern, um kultivierte Nahrungsmittel und andere materielle Gegenstände; keine Gruppe lebt so tief im Wald ohne das kein Zugang zu Handelspartnern bestände. Es wird geschätzt dass zwischen 250.000 und 600.000 Pygmäen im Regenwald des Kongogebietes leben. Obwohl Pygmäen als Waldleute bekannt sind, kommen die Gruppen, die Twa genannt werden, auch in offenem Gebieten oder sogar in der Wüste vor. Es gibt mindestens ein Dutzend Pygmäengruppen, die manchmal nicht miteinander verwandt sind. Die bekanntesten sind die Mbenga (Aka und Baka) des westlichen Kongo-Beckens, die Bantu und Ubangian Sprachen sprechen; die Mbuti (Efe etc.) des Ituri-Regenwaldes, die Bantu und die Mittelsudanischen Sprachen sprechen, und die Twa der afrikanischen Großen Seen, die Bantu Rundi und Kiga sprechen.

Lunda

Das Königreich Lunda (um 1665-1887) war eine vorkoloniale afrikanische Staatengemeinschaft in der heutigen Demokratischen Republik Kongo, Nordost-Angola und Nordwest-Sambia. Sein zentraler Staat war Katanga. Zu Beginn war das Zentrum, aus dem das Lunda-Königreich entstand, das Dorf Gaand. Es wurde von einem Anführer namens Mwaanta Gaand oder Mwaantaangaand regiert. Einer der Anführer, Ilunga Tshibinda, stammte aus dem Königreich Luba, wo sein Bruder eine Prinzessin aus einem Gebiet des Südens heiratete. Ihr Sohn wurde der erste überragende Herrscher der Lunda, der den Titel von Mwanta Yaav (1665) schuf. Das Lunda-Königreich kontrollierte um 1680 etwa 150.000 km2. Auf dem Zenit seiner Macht im neunzehnten Jahrhundert verdoppelte es sich auf die Größe von rund 300.000 km2. Die Mwata Yamvos von Lunda wurden auf Basis einer Bevölkerung von ca.175.000 Einwohnern zu einer militärischen, territorialen Vormacht. Durch die Ehe mit den Nachkommen der Luba-Könige stärkten sie die zudem die politischen Allianzen. Das Königreich wurde zu einer Konföderation von Häuptlingen anderer Stämme, die ein gewisses Maß an lokaler Autonomie genossen (solange Tribut bezahlt wurde), mit Mwata Yamvo als Herrscher und einem Rat (nach dem Luba-Modell), der die Verwaltung unterstand. Die Stärke des Reiches ermöglichte es, das Territorium anderer Stämme im Osten zu erobern. Das Königreich Lunda endete im neunzehnten Jahrhundert durch den Einfall der Chokwe, die mit Schießwaffen das Land eroberten. Die Chokwe etablierten ihr eigenes Königreich mit ihrer Sprache und Sitten. Lunda-Häuptlinge und Menschen lebten zwar weiter im Lunda-Kernland, waren jedoch ihrer früheren Macht enthoben.
Zu Beginn der Kolonialzeit (1884) wurde das Lunda-Kernland in das portugiesische Angola, dem Belgisch-Kongo und den Britischen Nordwest-Rhodesien, Angola, Kongo und Sambia geteilt.

Bildquelle: THE NEW STUDENT’S REFERENCE WORK FOR TEACHERS, STUDENTS AND FAMILIES. EDITED BY CHANDLER B. BEACH, A.M. ASSOCIATE EDITOR FRANK MORTON McMURRY, Ph.D. CHICAGO F. E. COMPTON AND COMPANY 1914

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