BAUERNTRACHTEN AUS SCHWEDEN UND NORWEGEN.

Historische Trachten aus Schonen, Järrestad, Hardanger, Dalarna, Leksand, Trondheim, Romsdal, Ingelstad, Skåne, Ingelstad.

Bauerntrachten, Schweden, Norwegen, Kleidung

Bauerntrachten aus Schweden und Norwegen

Abbildungen:

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Nr. 23. Schonen, Bezirk Jerrestad (Järrestad).
Mädchen während der Ernte. – Die ganze Bekleidung besteht aus einem langen Hemd, hoste sarkin, das am Hals mit einem Knopf geschlossen, über der Brust offen, durch einen Wollgürtel zusammengehalten wird. Um den Kopf schlingt sich ein gerollter Stoff, dessen Enden hinten lang herabfallen.
Diese altertümliche Bekleidung, noch vor dreissig Jahren allgemein üblich, bildete die gewöhnliche Tracht der alten Skandinavier männlichen und weiblichen Geschlechts. Die Vornehmen trugen sie in Seide mit möglichst langer Schleppe.

Nr. 24 und 25. Provinz Bergen. Hardanger.
Bauer im Sonntagsstaat. Brautjungfer. – Der Bauer in langem, hellfarbigem Rock mit weissen Knöpfen und schwarzwollenem Verstoss. Weste mit gestickten Schössen, Lederhose, weisse Strümpfe, Reitstiefel oder Schuhe mit silbernen Schnallen. Mütze mit Pelzaufschlag. Übergeschlagener Hemdkragen mit bunter Kravate. Das ganze Nationalkostüm entstammt dem Ende des vorigen Jahrhunderts und wurde noch um 1840 regelmässig Sonntags getragen.
Die Brautjungfer, meist selbst eine verheiratete Frau, trägt das Brautkörbchen aus bemaltem Holz. Bemerkenswert ist der weisse Fuss über dem wie gewöhnlich dunklen Strumpf. Die ausgeschnittenen Schuhe sind ohne Band und Rosette.

Nr. 26. Dalekarlien (Dalarna). Kirchspiel Leksand.
Frau und Kind. Wintertracht. – Die Mütze aus spitzenbesetztem Wollstoff mit flachem Grund bedeckt die Haare vollständig. Sie ist im Sommer aus Linnen. Unverheiratete Mädchen tragen sie hinten offen, so dass die bebänderten Zöpfe darüber hervor hängen. An den Schuhen ist der mitten unter dem Fuss befindliche Absatz bemerkenswert.

An das niedrige Mieder fügt sich ein am Halse anschliessendes Brusttuch. Als Überjacke dient eine weisswollene Weste mit Lammfellbesatz. Von der Hüfte fällt ein meist fein vertikal gemusterter Rock auf eine graue oder blaue, in der Trauer gelbe Schürze. Die Dalekarlierinnen (Dalarna), ebenso wie die Lappländerinnen, tragen ihre Kinder in einer Art Futteral auf dem Rucken.

Nr. 27 und 28. Norwegen. Provinz Drontheim (Trondheim). Amtsbezirk Romsdal. Gerichtsbezirk Sondmor (Söndmör).
Mann und Mädchen im Hochzeitsstaat. – Die Neuvermählte trägt die Brautkrone aus vergoldetem Kupfer. Diese der Kirche gehörige Krone wird nur der untadligen Jungfrau vom Geistlichen aufgesetzt und mit Blumen geschmückt. Farbige, mit schwarzer Spitze besetzte Bänder fallen an den Seiten herab. Das Haar, in der Mitte gescheitelt, wallt frei über den Rücken.
Eine Art Pelerine aus Wolle, mit Spitzenstreifen und seidenen Schleifchen geschmückt, bedeckt die Brust. Das rote Mittelstück ist mit einem durch Kettchen gehaltenen Goldschmuck verziert. Das Ende der Pelerine wird durch eine Broche an dem Mieder befestigt. Der kleine Muff ebenso wie der Wollgürtel, dessen Ende über die kurze Schürze herabfällt, ist mit kleinen Schmuckstücken und Agraffen besetzt. Dunkelfarbiger Rock mit zwei Parallelstreifen und Soutache, Dunkle Strümpfe. Ausgeschnittene Schuhe mit silberner Schnalle.
Der Mann tragt einen hohen Seidenfilzhut mit schmalem Band, das vorn durch eine Silberschnalle zusammengehalten wird. An den Ecken eingeschlagener Stehkragen mit bunter Kravatte. Kurze Weste in spanischem Schnitt ohne Gürtel. Scharlachfarbene, weiss gefütterte Jacke mit weissen Knöpfen.

Nr. 29 und 30. Schonen (Skåne). Bezirk Ingelstad.
Mann und Frau im Hochzeitsstaat. – Der Brustschmuck der Frau ist aus vergoldetem Silber. Der Mann trägt ein Reitkostüm.

Nr. 31 und 32. Södermanland (Sörmland). Kirchspiel Wingakir (Vingåker).
Braut und Bräutigam. Der Überrock ist eine Art weisser Kaftan aus ungebleichter Leinwand, Walmar genannt. Knopflos bildet er über der Brust einen Aufschlag, der das lichtpurpurne Futter sehen lässt. Weste in Tricot, enge Hose, weisse Strümpfe, Schnallenschuhe. Umgeschlagener, spitzenbesetzter Hemdkragen.

Die Braut in hoher Leinwandmütze, die, sich in Form einer Mitra von der Stirn ab, die Haare bedeckt und in zwei Spitzen endigt. Über den Rücken fallen von derselben buntfarbige Bänder herab. Umgeschlagener Hemdkragen mit Spitzen besetzt. Eine Art Spencer aus feiner schwarzer Wolle bedeckt den oberen Teil des Mieders und ist dort mit einer breiten Doppelagraffe befestigt. Eine ähnliche Agraffe schliesst den Gürtel über der Seidenschürze und dem Scharlach farbigen Rock. An dem Gürtel wollene Fransentücher und eine Schnur befestigt, von der Ledersäckchen mit Silberlöffel, Messer, Gabel, Nadelbüchse u. s, w. herabhängen.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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