Brünnhilde. Kostümentwurf für Der Ring des Nibelungen.

Brünnhilde

Brünnhilde. Kostümentwurf für Der Ring des Nibelungen.

Das Rheingold.

GÖTTERDÄMMERUNG. BRÜNNHILDE, die Weibgewordene, ohne Brünne und‘ Schild im weissen Unterkleid und grauen rothgeschmückten Mantel. Eine einzige Sorge erfüllt die weiland Walküre und Götterfürstentochter: dass sie des sterblichen Helden, der sie dem Schlaf entküsste, nicht würdig sei. Und so glücklich fühlt sie sich, dass sie Waltrauten fragt:‘ Lockte Dich, Schwester, mein Loos? Als Waltraute verlangt, dass Brünnhilde, um Wotan zu retten, den Rheintöchtern den Nibelungenreif zurückgebe, ruft sie entrüstet:
„Siegfried’s Liebespfand? –
Bist du von Sinnen?
ein Blick auf sein helles Gold
gilt mir werther
als aller Götter
ewig währendes Glück !“
Sie muss diese, der Liebe natürliche Selbstsucht schmerzlich büssen. Getäuschter Liebe entspringt Hass, dem Hass Rache, eine Rache, der Siegfried fällt. Aber die Liebe kehrt triumphierend in ihr Herz zurück, als sie die Unschuld Siegfrieds erkennt. Den Scheiterhaufen besteigend, der sie mit dem todten Geliebten vereinen soll, ist ihrer Weisheit Schluss:
selig in Lust und Leid
lässt – die Liebe nur sein! –

Original Text aus: Das Rheingold aus der Oper Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner. Kostümentwürfe für den ersten Ring-Zyklus von Prof. Carl Emil Doepler, 1876. Uraufführung am 22. September 1869 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München.

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