Flandrische- oder burgundische Haube.

Hennin, Burgunder Mode, Haube, Mittelalter, Gotik, Flandern, Kopfbedeckungen, Hefner-Alteneck

Flandrische- oder burgundische Haube.

Der Hennin. Kopfbedeckungen des 16. Jahrhunderts.

Frauentracht aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Dame A, einem Gemälde der niederdeutschen Schule entnommen, in welchem dieselbe als hl. Magdalena erscheint, zu welcher Darstellung der Künstler nach damals üblicher Weise eine Frau seiner Periode als Vorbild wählte. Dieses im Privatbesitz befindliche Gemälde war im Jahre 1840 im Städelschen Kunstinstitut zu Frankfurt am Main ausgestellt.

Wir fügen dieser Darstellung noch zwei Frauenbildnisse in Berücksichtigung der Kopfbedeckungen unter B und C bei. Sie sind dem figurenreichen Gemälde von Bartholomäus Beham; die Kreuzauffindung der hl. Helena“ entnommen, in welchem diese Frauen unter den Zuschauern erscheinen; dieses Gemälde befindet sich in der Pinakothek zu München. Die Frau C, trägt den kegelförmigen burgundischen Hennin der einfacheren Art, welcher durch Margaretha von Burgund *) Aufnahme in Deutschland fand. B eine originelle Art des Hennin, welcher, wenn auch selten in Deutschland zu dieser Zeit erschien.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

*) Margaret von Burgund (französisch: Marguerite; 1290 – 30. April 1315) war Königin von Frankreich und Navarra und erste Ehefrau König Ludwig X. Margaret war eine Prinzessin des herzoglichen Hauses Burgund, einem Zweig der kapetischen Dynastie. Sie war die älteste Tochter von Robert II., Herzog von Burgund (1248-1306) und Agnes von Frankreich (1260-1327), welche die jüngste Tochter von Ludwig IX. von Frankreich und Margaret von der Provence war.

1305 heiratete Margaret ihren ersten Cousin, Louis I., König von Navarra, der im November 1314 als Ludwig X. von Frankreich auf den französischen Thron stieg. Sie hatten eine Tochter, Joan (geboren 1312, gestorben 1349). Anfang 1314 ließ Philipp IV. der Schöne, der damalige König von Frankreich, seine drei Schwiegertöchter Marguerite von Burgund, Jeanne von Burgund und Blanche von Burgund wegen der Anschuldigung ihrer Tochter Isabelle von Frankreich, König Gemahlin von England, verhaften, so ein Kolumnist. Berichten zufolge wurden sie bei einem Ehebruch mit zwei jungen Rittern, Philippe und Gauthier d’Aunay, erwischt. Dieser Skandal ging als Fall Nesle Turm (Tour de Nesle) in die Geschichte ein. Unter Folter gestanden die beiden Ritter Berichten zufolge ihre dreijährige Beziehung zu den Prinzessinnen. In Pontoise starben sie enthäutet, kastriert und enthauptet, danach wurden ihre Überreste an einen Galgen gehängt.

Marguerite, die in der Festung von Château-Gaillard eingesperrt war, wurde in Isolierhaft gehalten. Nach dem Tod ihres Schwiegervaters Philipp IV. „der Schöne“ am 29. November 1314 wurde sie Königin von Frankreich. Sie blieb jedoch in der Festung von Château-Gaillard gefangen, ihr Mann, König Ludwig X., hob die ihr wegen Ehebruchs auferlegte Sanktion nicht auf. Am 30. April 1315 wurde Marguerite de Bourgogne tot in ihrer Zelle gefunden. Sie wurde in der Kirche von Les Cordeliers in Vernon begraben. Noch während seiner Ehe hatte Ludwig X. Clemence von Ungarn zu seiner neuen Frau gewählt, die Anfang April 1315 in der Provence landete und am folgenden 19. August den König in Troyes heiratete.

Burgundische Fürstin mit Gugel. Anfang des 15. Jahrh.

Trachten des französischen Adels im 14. Jahrhundert

Burgunder Mode 1460 – 1500

Der Ritter und die Dame. Frankreich 15. Jahrhundert.

Flandern Mittelalter Kleidung. 15. Jahrhundert.

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