Fricka und Freia aus Das Rheingold.

Fricke (Frigg), Freia oder Freyja (altnordisch „Herrin“)

Fricka und Freia aus Das Rheingold.

Kostüm Entwürfe für Der Ring des Nibelungen.

FRICKA Gemahlin von Odin (Wochentag Freitag). FREIA oder Freyja (altnordisch „Herrin“,   Wanengöttin der Liebe und der Ehe).

Wotans (Odin, südgermanisch Wōdan) Gemahlin, die Götterfürstin, trägt ein gefältetes Leinengewand, über das ein weisser, mit rothen Ornamenten und metallnen Klapperblechen geschmückter Ueberwurf fällt. Der rothe Mantel wird durch eine Bronzefibula befestigt. Ein in Spiralen endigendes Diadem krönt ihr dunkles langwallendes Gelockt, breite Reife umschliessen Oberarm und Handgelenke. In der Rechten trägt die Göttin die Geissel, mit der sie ihren Widderwagen antreibt.

Das den Anzug beherrschende Roth deutet auf die Energie der „ew’gen Gattin“ Wotans. Die weiss „der Ehe Hüterin“ denn auch ihrem Gemahl gegenüber anzuwenden, wenn sie ihm in der ‚Vertheidigung ihrer Schwester Freia vorhält:
Liebeloser,
leidigster Mann!
Um der Macht und Herrschaft
müssigen Tand
verspielst du in lästerndem Spott
Liebe und Weibes Wert?

Worauf der nordische Zeus freilich erwidert:
Ehr‘ ich die Frauen
doch mehr als dich freut!

Oder wenn sie ein anderes Mal das höchste Opfer verlangt, das Wotan nur blutenden Herzens zu bringen vermag:
„Der Waldung fällt meiner Ehre: –
empfah‘ ich von Wotan den Eid?“

In Grimm und Schmerz erwidert Wotan:
„Nimm den Eid!“

Neben Fricka wandelt Freia einher, um ihr golden fliessendes Haar schlingt sich ein silbernes Kopfband. das lichte Blau ihrer Gewandung, die Blumengewinde, die ihr Stirn und Leib umkränzen, kennzeichnen sie als Jugendgöttin, der Silberschimmer ihres Geschmeides erinnert daran , dass sie die Schutzherrin des Mondes ist. Wie hoch die Götter sie schätzen, geht aus dem Preis hervor, den Wotan für ihre Lösung zahlt. Nichts Geringeres als den Nibelungenhort mit der Tarnkappe und dem „masslose Macht“ verleihenden, von Alberich geschmiedeten Nibelungenreif giebt er für sie hin. Sie ist es den Göttern werth, denn, wie Fafner sagt:
„Goldne Aepfel wachsen in ihrem Garten;
sie allein
weiss die Aepfel zu pflegen:
Der Frucht Genuss
frommt ihren Sippen
zu ewig nie
alternder Jugend;
siech und bleich
doch sinkt ihre Blüthe,
alt und schwach
schwinden sie hin,
müssen Freia sie missen.“
Wotans, des Verträge schützenden Gottes tragische Schuld beginnt hier. Mit dem den Rheintöchtern anvertrauten Hort bezahlt er den Bau Walhalls, da er unmöglich den Riesen die  ihnen auf Loges Rath zugesagte Göttin der Jugend überlassen kann, mit deren Entfernung die Götterdämmerung, d. h, das Altern der Lichtalben beginnt.

Original Text aus: Das Rheingold aus der Oper Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner. Kostümentwürfe für den ersten Ring-Zyklus von Prof. Carl Emil Doepler, 1876. Uraufführung am 22. September 1869 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München.

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