HOLLAND. STRASSEN- UND HAUSTRACHTEN. 17. Jh.

BÜRGERLICHE UND MILITÄRISCHE KOSTÜME.

Damen des Adels und des Bürgerstandes. (1630-1660.)

Holland. XVII. Jahrhundert. Strassen- und Haustrachten.

Auguste Racinet, HAUSTRACHTEN, BÜRGER, Adel, Bürgerstand, Holland, Kleidung, Barock , Kostümgeschichte,

BÜRGERLICHE UND MILITÄRISCHE KOSTÜME. Damen des Adels und des Bürgerstandes. (1630-1660.)

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Die Konversationsstücke eines Terborch, Dirk Hals, Pieter de Hooch, Pieter Codde, Van der Meer, Palamedes u. s. w. geben ein treues Bild der Niederlande in ihrer Blütezeit. Die Figuren unserer Tafel, meist den höheren Ständen angehörig, zeigen neue Variationen schon beschriebener Trachten.

Die Damen Nr. 2 und 6, im Strassenkostüm, haben die grossen Halskrausen und den Hüftwulst unter einer Art vorn offenen Überrocks beibehalten; den Kopf von Nr. 6 bedeckt der auch von den englischen Damen getragene Strohhut.

Die Damen Nr. 1 und Nr. 8, die Erstere in Strassen-, die Letztere in Balltoilette, zeigen das graziöse französische Kostüm von 1624-1635, Unterrock unter einer offenen Robe, deren in die Länge geschlitzte Ärmel in der Mitte des Armes durch Schleifen geschlossen, am Handgelenk von aufgeschlagenen Manschetten bedeckt sind.

Nr. 1 trägt einen von Flechten umwundenen Haarwulst, Nr. 6 auf der einfacheren Frisur ein paar hohe Federn.

Das Kostüm von Nr, 4 gehört einer anderen Epoche an; es hat sich bis 1660 in Holland erhalten.

Nr. 7 ist ein reicher holländischer Bürger, Violoncello spielend, in geschlitztem Seidenwams mit aufgeschlagenem Spitzenkragen.

Nr. 9 im Filzhut mit Feder, geschlitztem Wams und weiten Pludderhosen erinnert an die französischen Raffinés.

Der Soldat Nr. 10 trägt einen bunten Filzhut mit Feder, ein weisses Wams unter einem Büffelkoller und Kanonenstiefel mit Sporen. Weniger kriegerisch ist das Aussehen des Offiziers Nr, 11, dessen Tracht einer späteren Epoche angehört. Die beiden Amsterdamer Stutzer Nr. 3 und 5 tragen das Hofkostüm der Zeit Ludwigs XIV.

Nr. 1, 2 und 6 nach einem Bild von Collaert, ein Fest am Canal von Antwerpen, im Besitz des Herrn Fremyn.

Nr. 3, 4 und 5 nach dem Bild von Van de Velde und Berckheyde, der Dam-Plats von Amsterdam, im Besitz des Herrn Edwards.

Nr. 7, 8, 9 und 10 nach einem Bilde von Dirk Hals, der Ball, im Besitz des Herrn Paul Tesse.

Nr. 11 nach einem Bilde von Pieter de Hooch, das Kartenspiel, im Besitz des Herrn Tilden Blodgett.

Die Originalbilder befanden sich auf der Kostümausstellung im Industriepalast zu Paris 1874 (Im selben Jahr fand auch die erste Impressionisten-Ausstellung statt).

Vgl. Charles Blanc, l’Ecole hollandaise. (La vie des peintres.) W. Bürger, Les Musées de la Hollande. H. Havard, Histoire de la peinture hollandaise, Paris 1882.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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