Die hessische Trachtenhaube.

Die hessische Trachtenhaube.

(Stülpchen, Betzel)

Merkmale: Winzige Zopfbedeckung von ovaler oder länglich spitzer Form, wurde früher größer getragen (Germanisches Museum), wie heute noch in Dankersen bei Minden (Nordrhein-Westfalen).

Verbreitunsgebiet: Alte niedersächsische Abstammung unverkennbar, denn sowohl die Marburger als die Hüttenberger Form finden sich auch in Mecklenburg als „Dreistüdt Mütz“. In Hessen verbreitet sie sich auf Kosten anderer Formen noch ständig, wird um Trensa, Marburg, Butzbach, im Biedenkopf Bezirk und Gebiet der einstigen Battenberger Tracht getragen.

 

Marburger Stülpchen.

Marburger Stülpchen. Steil und spitz mit Seiden,- und Perlenstickerei und breitem Seidenrand. Bänder unter dem Kinn oder im Nacken verschleift.

 

 

 

 

Schwälmer Betzel.

Schwälmer Betzel. Ovales Häubchen mit farbig oder goldgesticktem Deckel auf rotem Grund das durch ein breites schwarzes Band (Schnatz) gehalten wird und unter dem Kinn oder im Nacken verschlungen wird.

Die Schwälmer Tracht ist eine Tracht aus Nordhessen, deren Kennzeichen vor 150 Jahren festgelegt wurden. Der Deutsche Trachtenverband, der zwei Millionen Mitglieder zählt, wählte es zum „Kostüm des Jahres 2009“.

Seinen Namen verdankt es der von der Schwalm umgebenen Region.

Die Frauen tragen einen kurzen schwarzen Rock, der reich gefaltet und mit Bändern besetzt, an der Taille durch ein farbiges Band sehr hoch fixiert ist. Mehrere übereinanderliegende Unterröcke (bis zu fünfzehn!) geben ihm seine charakteristische Form. Sie sind ebenfalls mit Bändern besetzt. Die Spitzenhemdärmel kommen aus dem Mieder, das fest geschlossen ist.

Hüttenberger Tracht.

Hüttenberger Tracht. Ovaler als das Stülpchen und flacher als der Betzel mit schmalem gestickten Deckelchen.

Hüttenberg ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen. Hüttenberg liegt ca. 6 km südöstlich von Wetzlar und 10 km südwestlich von Gießen südlich der Lahn. Am 1. August 1968 bildeten Groß-Rechtenbach und Klein-Rechtenbach die neue Gemeinde Rechtenbach, Hochelheim und Hörnsheim die neue Gemeinde Hüttenberg. Am 1. Januar 1971 fusionierten Rechtenbach, Vollnkirchen und Weidenhausen zur neuen Gemeinde Schwingbach. Am 1. Januar 1977 wurde die neue Großgemeinde Hüttenberg aus Hüttenberg, Reiskirchen, Schwingbach und Volpertshausen gegründet.

In den Jahren ab 1910 verbrachte Paul Schneider seine Jugend in Hochelheim. Von 1926 bis 1934 war er evangelischer Pfarrer von Hochelheim und Dornholzhausen. 1939 wurde er von den Nazis im KZ Buchenwald ermordet. Eine Straße und ein evangelisches Pfarrhaus in Hüttenberg sind nach ihm benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele aus dem Sudetenland vertriebene Menschen hierher und trugen wesentlich zum Wirtschaftswachstum, zur kulturellen Modernisierung und zu Veränderungen in der Gemeinde bei.

Hüttenberg ist etwas weniger bekannt – und damit etwas entspannter – als kleines Erholungsgebiet im Taunusvorland mit schönen Wäldern, hügeligen Feldern, Bachläufen und seltenen Pflanzenarten. Auf einigen Bauernhöfen gibt es ausgesuchte, traditionelle Leckereien. Im Sommer finden rund um Hüttenberg Bauernfeste und viele traditionelle Volksfeste statt.

Dankersen, Leteln, Frille (Minden).

Dankersen, Leteln, Frille (Minden). Mit Band garniert, das oben zwei kleine Spitzen bildet.

Dankersen ist ein ehemaliges Dorf in Nordrhein-Westfalen, das heute Teil der Stadt Minden direkt an der Grenze zu Niedersachsen ist.

Der Stadtbezirk Leteln-Aminghausen besteht aus den Ortsteilen Leteln und Aminghausen in der Stadt Minden in Nordrhein-Westfalen.

Frille ist ein Ortsteil von Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen.

Quelle: Die Deutschen Volkstrachten zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Rose Julien. Nach dem Leben aufgenommen. Publiziert von F. Bruckmann, München 1912.