Landsknecht und Herold. 1510-1550.

Landsknecht und Herold im 16. Jahrhundert

Landsknecht und Herold. 1510-1550.

Mode der Renaissance im 16. Jahrhundert. Dresden, Handzeichnungen Kabinett.

Oberster der Fußknechte und kaiserlicher Herold aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach kolorierten Federzeichnungen von Hans Holbein, Kupferstich-Kabinett zu Dresden. Ersterer unterscheidet sich in seiner Tracht von den gemeinen Landsknechten dieser Periode, nur durch den schön getriebenen Halbharnisch. So außerordentlich auch die Pracht und der Luxus dieser Tracht auch war, so erscheint sie dennoch einfach, wenn wir sie mit der Pluderhosen Kleidung vergleichen, in welcher die Landsknechte und ihre Anführer um die Mitte und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erscheinen.

Der Herold trägt auf dem Vorder- und Hinterteil des Überwurfes den zweiköpfigen Adler, welcher die römisch-deutsche Kaiserwürde bezeichnet; als Symbol Deutschlands allein wurde immer der der einköpfige Adler angewendet; besonders Maximilian I. und Karl V. haben bei jeder Gelegenheit diesen Unterschied hervorgehoben. Der Adler trägt auf der Brust das geteilte Wappenschild des Hauses Österreich und Burgund. Die Zeichen des Herolds bestehen hier, wie meistens, nur in Wappenrock und Stab; sonst ist keine Kleidung dem gewöhnlichen Schnitte der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entsprechend. Im Kriegsbuch von Leonhard Fronsberger erscheint der Oberste der Fußknechte wie der Herold zu Pferde, nebst genauer Beschreibung dessen, was ihres Amtes war.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

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