Ludwig XIII., König von Frankreich 1610-1643.

Ludwig XIII., König von Frankreich 161O-1643.
Ludwig XIII., König von Frankreich 1610-1643. Geb, 27. Sept. 1601, gest. 14. Mai 1643.

Ludwig XIII., geb, 27. Sept. 1601, gest. 14. Mai 1643.

Ludwig XIII., bekannt als „der Gerechte“, Sohn Heinrich IV. und Marie de Médicis, geboren am 27. September 1601 und gestorben am 14. Mai 1643 im Château de Saint-Germain-en-Laye, war von 1610 bis 1643 König von Frankreich und Navarra. Seine Herrschaft, die von der Persönlichkeit des wichtigsten Staatsministers, Kardinal de Richelieu, dominiert wurde, war geprägt von der Schwächung des Adels und Protestanten, dem Kampf gegen das Haus Österreich und der Bestätigung der französischen Militärherrschaft in Europa während des Dreißigjährigen Krieges. Von seiner Ehe mit der Infantin Anne von Österreich hatte er zwei Söhne: Ludwig XIV., der ihm folgte, und Philippe, Herzog von Anjou und dann von Orléans, bekannt als „Monsieur, einziger Bruder des Königs“, Gründer des Hauses Orléans.

Maria de' Medici (26. April 1575 Florenz; † 3. Juli 1642 in Köln) war Königin von Frankreich als zweite Frau von König Heinrich IV. von Frankreich, des Hauses Bourbon
Maria de‘ Medici (26. April 1575 Florenz; † 3. Juli 1642 in Köln) war Königin von Frankreich als zweite Frau von König Heinrich IV. von Frankreich, des Hauses Bourbon.

Ludwig XIII., König von Frankreich, am 27. September 1601 zu Fontainebleau geboren, folgte seinem Vater, König Heinrich IV., schon am 14. Mai 1610, zunächst unter seiner Mutter Maria de‘ Medici, welche die bei der Ermordung ihres Gemahls entstandene Bestürzung benützt hatte, um die Regentschaft an sich zu reissen. Im September 1614 wurde er zwar für mündig erklärt und vermählte sich im folgenden Jahre mit der spanischen Prinzessin Anna, eine Verbindung, welche Maria entgegen Heinrichs Politik zustande gebracht hatte, überliess aber bei seiner Schwäche und Unselbständigkeit die Regierung seiner ehrgeizigen Mutter und deren Günstlingen, unter welchen der zum Marquis d’Ancre und Marschall von Frankreich erhobene Florentiner Concini den grössten Einfluss am Hofe besass. Aber 1617 wurde derselbe mit Wissen des Königs von dessen Vertrauten de Luynes niedergeschossen, und die Königin Mutter musste den Hof verlassen; erst nach dem 1621 erfolgten Tod de Luynes‘, der zum Pair und Herzog emporgestiegen war, kehrte sie wieder aus der Verbannung zurück und berief 1624 den Kardinal Herzog von Richelieu in den Staatsrat, der alsbald den König völlig beherrschte und die königliche Gewalt durch eine feste und zielbewusste Politik unumschränkt zu gestalten sich bemühte.

Drei Unternehmungen waren es, durch welche dieser überlegene Geist seinen Zweck zu erreichen hoffte: die Demütigung des Hauses Habsburg in Deutschland und Spanien, die Schwächung des Protestantismus in Frankreich und die Vernichtung der Macht des Adels. Bald bot sich auch Gelegenheit, an die Verwirklichung dieser Pläne zu gehen. Noch im Winter 1624 vertrieben französische Truppen die Spanier aus dem Veltlin, und als die Hugenotten, die bereits 1622 Ludwig durch die Wegnahme fast aller ihrer Sicherheitsplätze zum Frieden von Montpellier genötigt hatte, wieder zu den Waffen griffen, da zog dieser nach wechselnden Erfolgen 1627 selbst ins Feld und eroberte am 28. Oktober des folgenden Jahres ihr letztes Bollwerk La Rochelle, worauf ihnen ihre politischen Vorrechte genommen, jedoch freie Religionsübung zugestanden wurde. Kaum war dieser Krieg zu Ende, als der König im Februar 1629 an der Spitze eines starken Heeres über die Alpen marschierte, um den Kaiser zur Belehnung des Herzogs von Nevers, eines französischen Vasallen, mit dem erledigten Herzogtum Mantua zu zwingen. Die Franzosen kämpften glücklich: im Frieden von Chierasco 1631 musste der Kaiser nachgeben, und die Festungen Casale in Mantua und Pignerol in Savoyen blieben in den Händen der Franzosen.

Richelieus Allmacht zog ihm viele Anfeindungen zu, und auch Ludwig war Einflüsterungen nicht unzugänglich, wurde aber von seinem Minister gänzlich umgestimmt. Vergebens versuchte des Königs Bruder Gaston, Herzog von Orléans, mit anderen Missvergnügten Richelieu zu stürzen; er wurde 1632 bei Castelnaudary (okzitanisch: Castèlnau d’Ari) gänzlich geschlagen, und dem Herzog Karl von Lothringen, der denselben vielfach unterstützt hatte, wurde 1633 sein ganzes Land entrissen. Nachdem jetzt die Unterwerfung der französischen Grossen vollendet war, nahm Richelieu offen gegen das Haus Österreich im dreissigjährigen Kriege Partei: dem Prinzen von Oranien wurde ein starkes Heer gegen die Spanier in den Niederlanden zugeführt, und am Rhein verband sich Ludwig mit dem Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar. Im Oktober 1635 machte er sich in der Absicht, das linke Rheinufer zu gewinnen, durch einen Vertrag anheischig, letzterem Elsass erobern zu helfen, behielt aber nach Bernhards baldigem Tode dessen Eroberungen für sich zurück.

Noch glücklicher war der König in Spanien. Während sich dort die aufständischen Katalonier 1641 für ihn erklärten, eroberte er gleichzeitig die Grafschaft Roussillon. Allein mitten in diesen Siegen starb er, nur wenige Monate nach seinem grossen Minister, am 14. Mai 1643 in Saint-Germain-en-Laye, erst einundvierzig Jahre alt.
Von Körper schwächlich und von Charakter unentschlossen und argwöhnisch, zeigte Ludwig XIII. nichts desto weniger in Augenblicken der Gefahr, namentlich auf dem Schlachtfeld, grosse persönliche Tapferkeit und Unerschrockenheit. Sein Privatleben war ohne Grösse und Glanz. Dem mürrischen und melancholischen König boten die Jagd und fromme Lektüre fast die einzige Erholung. Doch war er auch der Musik nicht abhold und beschäftigte sich III einsamen Stunden gerne mit mechanischen Arbeiten aller Art.

Quelle: DAS ZEITALTER DES DREISSIGJÄHRIGEN KRIEGES (1600-1670). ALLGEMEINES HISTORISCHES PORTRAITWERK. MÜNCHEN 1895. VERLAGSANSTALT FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT VORMALS FRIEDRICH BRUCKMANN. NACH DEN BESTEN GLEICHZEITIGEN ORIGINALEN NACH AUSWAHL VON DR. WOLDEMAR VON SEIDLITZ MIT BIOGRAPHISCHEN DATEN VON DR. H. TILLMANN UND DR. H. A. LIER.

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