Mode des Mi-Parti oder parti-color im 15. Jahrhundert.

Mittelalter, Wams, Mi-parti,Gewandung, Gotik, Kostüm

Trachten aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Trachten aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Wams und Mi-parti oder parti-color.

Die Figur zur Rechten gehört zu einer Folge von sechzehn Bildern, worin die Legende des Karmeliter Ordens dargestellt ist und welche früher in der dortigen Karmeliterkirche zu Frankfurt am Main, war. Die Figur zur linken ist eine alte kolorierte Federzeichnung.

Beide Figuren gehören dem höheren Stande an und entspricht der mittelalterlich, gotischen Tracht, dem Mi-Parti, das heißt halb-geteilt, junger Männer. Der eine trägt einen golddurchwirkten Überrock, der andere einen kurzen Mantel. Die Schwerter, welche nicht zur Waffentracht gehörten, wurden häufig, wie hier, vorn oder auf der rechten Seite getragen.

Burgund, spätes Mittelalter, beginnende Renaissance in Italien.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

Mi-Parti (französisch für „halbes Stück“, „tvedelt“, „mittel“ oder mollig) ist eine Art von Farbmuster mit vertikaler Verteilung, die in der Heraldik und als Mode in der Bekleidung des europäischen Mittelalters verwendet wurde. Mi-Parti war besonders in der Gotik des 13. Jahrhunderts weit verbreitet und verschwand im frühen 16. Jahrhundert. In der Mi-Party-Mode wurden die Kleidungsstücke in zwei entlang einer vertikalen Mittellinie vorne und hinten geteilt. Die Hälften erhielten kontrastierende Farben oder jedes ihrer abweichenden Muster, wie große Reihen oder breite Streifen. In komplizierteren Fällen wurden nicht nur der Anzug selbst, sondern auch seine getrennten Teile in verschiedene Farben unterteilt: Ärmel, Hosen, Schuhe usw. Mi-parti erschien auch auf Kleidern, Roben und anderen Kleidungsstücken.

Mi-Parti wurde im 11. Jahrhundert, nach der Heirat des deutschen Kaisers Otto II. und der byzantinischen Prinzessin Theophanu am 14. April 972, zur „byzantinischen Mode“ des deutschen Mittelalters. Es war eine Weiterentwicklung der bunten byzantinischen Mode die schon vorher ganz Europa beeinflusste und während des späten Mittelalters bis zur Renaissance im 16. Jahrhundert weit verbreitet war. Charakteristisch für diese Zeit war, dass die Kleidung immer enger und bunter wurde. Daraus ging das Mi-Parti hervor, dass es möglich machte, eine große Anzahl von Farben zu kombinieren. Die Kombination der Farben war von Prestige geprägt, denn Farbstoffe waren teuer und das Bürgertum trug gewöhnlich braune Kleidung.*

*Siehe: Kleiderordnung im Mittelalter. (Wiki)

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