Sultan Abdülmecid I. 31. Sultan des Osmanischen Reiches

Sultan Abdülmecid I. (1823 – 1861).

Osmanischer Sultan Abdülmecid I. (1823 – 1861).

Abdülmecid I (23/25 April 1823 – 25. Juni 1861) war der 31. Sultan des Osmanischen Reiches und folgte seinem Vater Mahmud II am 2. Juli 1839 auf den Thron.

Seine Regierungszeit war gekennzeichnet für den Aufstieg der nationalistischen Bewegungen im Hoheitsgebiet des osmanischen Imperiums. Abdülmecid wurde im Beşiktaş Sahil Palace oder dem Topkapi-Palast zu Konstantinopel geboren.

Seine Mutter war die erste Frau seines Vaters im Jahre 1839, Valide Sultan Bezmiâlem, ursprünglich Suzi (1807-1852), entweder eine Tscherkessin oder georgische Sklavin. Er erhielt eine europäische Bildung, sprach fließend Französisch und interessierte sich für Literatur und klassische Musik. Abdülmecid war der erste Sultan der direkt auf Beschwerden der Öffentlichkeit reagierte indem er besondere Empfangstage einführte, in der Regel an jedem Freitag der Woche. Hier konnten sich die Bürger persönlich, ohne Hofbeamte als Mittler, an ihn wenden.

Als Abdülmecid den Thron bestieg, befand sich das Osmanische Reich in einer kritisch, politischen Lage. 1844 bereiste er die Territorien des Reiches, besuchte  die Städte Izmit, Mudanya, Bursa, Gallipoli, Çanakkale, Lemnos, Lesbos und Chios und 1846 die Balkanprovinzen des Reiches. Er wollte sich ein persönliches Bild davon machen, wie die Tanzimat Reformen angewendet wurden, die ein Vermächtnis seines Vaters Mahmud waren und als Hatt-ı Şerif oder Gülhane Edikt bekannt waren.

In diesen Erlassen war vorgesehen, dass das Leben und Eigentum aller Bürger durch eine unparteiische Justiz zu schützen sind, Religionsfreiheit und gleiche Bürgerrechte für alle. Das beinhaltete auch die Abschaffung der bis dahin üblichen Sklaverei. Diese Edikte stießen auf starken Widerstand der herrschenden Klassen besonders der Ulema, islamisch, religiöse Autoritäten und wurde in den entlegeneren Teilen des Reiches nur teilweise umgesetzt.

Die wichtigsten Reformmaßnahmen waren:

  • Verschiedene Bestimmungen für die bessere Verwaltung des öffentlichen Dienstes und für die Förderung des Handels.
  • Abschaffung der Sklavenmärkte.
  • Entkriminalisierung der Homosexualität (1858).
  • Gründung von modernen Universitäten und Akademien (1848).
  • Neuordnung des Finanzsystems nach französischem Vorbild.
  • Reorganisation des Zivil- und Strafgesetzbuches nach französischem Vorbild.
  • Schaffung des Ministeriums für Bildung.
  • Reorganisation des Gerichtssystems, die Einführung eines Systems von Zivil- und Strafgerichten sowohl mit europäischen und osmanischen Richtern.
  • Neues Bodenrecht zur Bestätigung des Rechts am Eigentum (1858).

Kostüm Abbildung aus dem Buch: Modes et Costumes Historiques Étrangers. Illustration von Hippolyte-Louis-Émile Pauquet. Verlegt von seinem Bruder Polydor-Jean-Charles Pauquet. Erschienen um 1870 im Bureaux des modes et Costumes historiques / Rue d’Enfer, 77, Carref de l’Observatoire, 11 / Rue de Beaune, 14. Paris.

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