Ritter aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Ritter aus der Mitte des 13. Jahrhunderts

Ritter aus der Mitte des XIII. Jahrhunderts in den Farben eines Grafen von Württemberg.

Rekonstruiert nach Miniaturen und Originalwaffen.

Helm, Topfhelm (Helmvaz) aus Eisen, den Kopf ganz umschliessend. Er reicht bis zum Kinn und lässt den Hals frei. Er ist aus drei Platten zusammengenietet und auf dem flachen Scheitelstücke durch kreuz gelegte Bänder verstärkt. Schmale, Messing umsäumte Schlitze für die Augen und zu beiden Seiten in der Vorderseite des Helmes sind zahlreiche Luftlöcher angebracht. Über dem Helm liegt die kurze Helmdecke, auf der das Helmkleinod (Zimier) befestigt ist. Der Helm wird unter dem Kinn festgebunden.

Unter dem Helme trägt der Ritter die Kapuze (Härsenier). Diese reicht über die Schultern und bildet auf Brust und Rücken zwei Lappen, die unter den Armen zusammengebunden werden. Ein um die Stirn und ein um den Hals laufender Riemen dienen zum festeren zusammen ziehen der Kapuze an diesen Stellen. Ein auf der rechten Gesichtsseite der Kapuze angenähter Lappen (Fintiere, Ventaille) wird zum Schutze der unteren Gesichtspartie um diese gelegt und an der linken Schläfe festgebunden.

Dieselbe Figur ohne Waffenrock, mit abgebundenem Schwertgurt und abgesetztem Topfhelm.

Die Brünne (Halsberc, Hubert) hat lange Ärmel, an denen die Fausthandschuhe angebunden sind, und reicht bis unter die Knie. An den Hosen sitzen die Strümpfe, die an ihrer unteren Partie hinten zugeschnallt werden. Die Konstruktion des ganzen Panzers ist dieselbe wie an der vorhergehenden Figur.
Über den Haubert hat der Ritter den mit seinem Wappenbild geschmückten, ärmellosen Waffenrock (Wappenkleit, Kursit) angelegt, der bis zur Hälfte des Unterschenkels herab reicht und aus zwei auf den Schultern zusammengenähten Teilen besteht, die vermittelst eines breiten, von der linken Seite über den Rücken in Hüfthöhe gezogenen Bandes an der rechten Seite zusammengeknöpft werden.

Ritter aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Rückenansicht.

Das breite, mehr für auf den Hieb geeignete, zweischneidige Schwert hat einen runden, scheibenförmigen Knauf, mittelgrosse Parierstange und wird in der bronzebeschlagenen Lederscheide an einem um die Hüfte gebundenen Ledergurt getragen, dessen eine Ende doppelt geschlitzt, das andere in zwei diesen beiden Schlitzen entsprechende Riemen geschnitten ist.

Der Schild ist mittelgross, gewölbt und zeigt die Dreiecksform mit abgerundeten Ecken. Er ist von Holz, innen mit Pergament, aussen mit Leinwand und Kreidegrund überzogen, aus welchen auch das Wappenbild in Relief gearbeitet ist. Im Innern befinden sich eine kleine Polsterung zum Schutze des Armes bei Stoss und Hieb und Handhaben von Leder. Der Schild wird an der Schildfessel über der rechten Schulter getragen.

Galerie: Ritter und Soldaten von der Antike bis zur Neuzeit. Die Waffensammlung des Karl Gimbel.

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