ITALIEN. RÖMISCHE VOLKSTRACHTEN DES 19. JAHRHUNDERTS.

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ITALIEN. 19. JAHRHUNDERT. VOLKSTRACHTEN IN DEN PROVINZEN ROM UND ANCONA.

ITALIEN. 19. JAHRHUNDERT. VOLKSTRACHTEN IN DEN PROVINZEN ROM UND ANCONA.

Abbildungen:
Oben:
1 2 3 4 5
Unten:
6 7 8 9 10

PROVINZ ROM.

Nr. 2. Frauen von Ostia.
Nr. 3 und 7. – Frauen von Sonnino.
Nr. 4 und 6. – Frauen von Cervara.
Nr. 8 und 10. – Ciocciaren. (Bergbewohner).
Nr. 9. Frau von Agnani.

PROVINZ ANCONA.

Nr. 1 und 5. – Einwohner von Loreto (Marken).

In der Umgegend von Rom ist die malerische Tracht der contadini (Bauern) beinahe verschwunden. Nur bisweilen sieht man noch ganze Familien von Landbewohnern im Nationalkostüm auf den Strassen.

Das Kopftuch aus Leinwand oder anderem Stoff wird bald in der Weise der Sibyllen und Vestalinnen des Altertums (Nr. 9 und 10), bald als ein den oberen Teil des Kopfes bedeckender und hinten herabfallender Streifen getragen. Der letztere Typus ist der der Frauen von Cervara di Roma (Nr. 4 und 6); die Frauen von Ostia (Nr. 2) nehmen das Ende noch einmal auf und stecken es unter das Haar; die von Sonnino (Nr. 3 und 7) spannen ein Stück gestickten Stoffes Über eine den Kopf bedeckende Platte; ebenso die Frauen von Nettuno (Latium). Beide Arten des Arrangements kommen bei den Ciocciaren vor (Nr. 8 und 10), eine Bezeichnung, die von der cioccia, dem Schuh aus Schaf-, Ziegen- oder Rinderfell, hergenommen ist, den die Bergbewohner tragen.

Die Trasteverinerinnen tragen den Kopf unbedeckt, und in der Kirche arrangieren sie ihren Schal wie einen Schleier. Auch die ärmsten Frauen haben eine Vorliebe für Schmucksachen. Die antike Nadel und der lange Ohrring, navicella, sind aus dem Altertum herüber genommen.

Das Mieder besteht meist in einem bis unter die Arme gehenden, hinten geschnürten und durch schmale Achselbänder gehaltenen Leibchen. Die weiten Puffärmel des ausgeschnittenen Hemdes bedecken bisweilen anliegende Überärmel (Nr. 2). Bei der Ciocciare (Nr. 10) bildet das Hemd selbst das Mieder, während die Bäuerin von Cervara (Nr. 6) das ihrige unter einem kreuz weis gelegten Brusttuch trägt, und die Frauen von Sonnino (Nr. 3 und 7) es ganz unter einem Seidenjäckchen verschwinden lassen. Über dem einfarbigen Rock liegt fast immer eine reich und bunt gestickte Schürze.

Nr. 1 und 5 stellen Bewohner der Stadt Loreto dar. Das schwarze Haar der Frau bedeckt ein mehrfach gefaltetes Kopftuch; der Mann trägt eine rotwollene Mütze ähnlich dem castilianischen qorro (vgl. die Tafel Spanien mit dem gekrönten M).

Nr. 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9 und 10 nach Photographien.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Albert Charles Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

Vgl. Francis Wey, Rome. – Du Bois-Melly, Voyages d’artistes en Italie, 1877.

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