Wotan. Der Ring des Nibelungen. Kostüm Entwurf.

Wotan (Rheingold)

WOTAN aus Das Rheingold. Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner.

WOTAN.

Dem blonden, in das symbolische Blau der Lichtalben gekleideten, mit dem Herrscherreif gekrönten Gott fallt eine Locke verschleiernd über die linke Augenhöhlung, von deren Auge die Kunde der Wala erzählt:
„Alles weiss ich, Odhin, wo du dein Auge bargst:
In der vielbekannten Quelle Mimirs.“
Diesem Trank aus Mimirs Brunnen und seinen beiden Raben, die ihm Alles erzählen, was auf Erden geschieht, verdankt er seine Weisheit – und Fricka, seine Gemahlin. Wenigstens sagt ihr der galante Gott:
„Um dich zum Weib zu gewinnen, mein eines Auge setzt‘ ich werbend daran.“
Um so sonnenhafter strahlt das andere unter der Stirn hervor.
Auf diesem ersten Blatte erscheint Wotan in einer Art friedlicher Haustracht und seine Hand umschliesst den Verträge schützenden, durch eine Bewegung ganze Heere dem Tode weihenden Speer wie zum Spiel. Den blauen Mantel halten bronzene, durch eine Kette verbundene Schulterspangen. Hohe Schuhe mit nägelbeschlagenen Riemenbändern, die bis über das Knie hinaufreichen, erzne Armreifen und ein nägelbesetzter Gürtel vollenden den Anzug.

Original Text aus: Das Rheingold aus der Oper Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner. Kostümentwürfe für den ersten Ring-Zyklus von Prof. Carl Emil Doepler, 1876. Uraufführung am 22. September 1869 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München.

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