Schweiz. Kt. Aargau. Aargauer Tracht der Fricktalerinnen.

Trachtenmode, Kanton, Aargau, Fricktal, Schweizer Tracht, Volkstrachten,
2O. Kt. Aargau. (Fricktal).

Kt. Aargau. (Fricktal).

Nr. 2O.

Nirgends in der Schweiz gibt es eigentlich kantonale Tracht. Fast immer sind es Talschaften, die ihre spezifischen Trachten aufweisen. So ist es auch im Kt. Aargau. Im oberen Aargau, das früher unter der Hoheit des Kts. Bern stand, trug man die sog. Bernertracht, und diese hat sich als „Aargauertracht“ bis auf heute erhalten.

Die Unterschiede zwischen der heutigen Berner- und Aargauertracht sind unwesentlich: die erstere ist sehr elegant geworden durch die prächtigen Ketten und Haften und die seidenen, schillernden Schürzen, während die letztere einfach blieb. (Siehe nebenstehendes Bild.)

Das große Buch der Volkstrachten von Albert Kretschmer ist eine Fundgrube nicht nur für Trachtengruppen und Volkskundler.
Der Band enthält Trachten aus allen deutschen Regionen, Österreich und Tirol.

Erhältlich auf Amazon. Gesponserter Link


Im Freiamt trug man die Freiämtlertracht, von der wir in der ersten Serie ein Bild brachten. In der ehemaligen Grafschaft Baden herrschte die Wehntalertracht (des Kt. Zürich). (Siehe Bild 1, erste Serie.)

Im früher österreichischen Fricktal endlich haben wir die Tracht der Fricktalerinnen, wie sie unser heutiges Bild zeigt. Die Haube oder Kappe, die das Haar vollständig zudeckte, war hinten mit Gold und Silber bestickt, vorn mit einer flügelartigen Schleife aus schwarzem Band garniert. Diese erinnerte sehr an den Elsässer- oder Markgräfler Kopfschmuck. Um den Hals lag der Halsmantel oder das Göller von farbigem Baumwollstoff, zierlich mit einer dichten weißen Krause besetzt.

Ketten mit Anhängern liefen freihängend unter den Armen durch, um am Rücken mit kleinen Rosetten wieder am Göller eingehängt zu werden. Das rote Brusttuch war gestickt oder mit farbigem Band verziert. Der Brisnestel *) bestand aus geblümten Samt. Die Jüppen waren gekratzt, sehr kurz und durchwegs aus dunkelblauer Halbleinwand gemacht. Die Schürze verfertigte man aus selbstgewobener Leinwand. Rote Strümpfe und flache, derbe Lederschuhe vervollständigten den Anzug der Bäuerinnen.

*) Schnürriemen des Mieders oder des Brustteils der Frauenröcke.

Quelle: Die Schweizer Trachten vom XVII – XIX Jahrhundert nach Originalen. Dargestellt unter der Leistung von Frau Jul. Heierli und auf Fotomechanischem Wege in Farben ausgeführt. Originalaufnahmen vom Schweizer Trachtenfest. Verlag: Zürich, Brunner & Hauser, (1897-98).

Ähnlich

Kommentar verfassen