Algerische Volkstrachten. Berufsmässige Tänzerinnen, Mauren, Landleute.

Volkstrachten, Bauchtänzerinnen, Algerien, Trachten, Mauren, Racinet
Algerische Volkstrachten.

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AFRIKA. VOLKSTRACHTEN VON DER KÜSTE VON ALGIER.

Nr. 1 und 2 sind berufsmässige Tänzerinnen. Dieselben zerfallen in zwei Klassen. Die einen besuchen die wohlhabenden Häuser, die anderen geben ihre Künste auf der Strasse zum Besten. Die A’ouâlem (Awalim, Almah, Almée oder Almeh) der ersteren Gattung bestreiten das Hauptvergnügen der Harems. Ihr Gesang ist dezent und ihr Tanz besteht nur aus anmutigen Posen und Bewegungen. Ihre Füsse berühren dabei immer den Boden. Während die einen tanzen, singen die andern und begleiten ihren Gesang mit einem Tambourin, daraboukkih (Darbuka) genannt, oder mit einer kleinen Mandoline, dem tanbour bulghliry (Tanbur). Der Gesang ist sehr einförmig; dieselbe Melodie wird zwölf bis fünfzehn Male wiederholt, bis die Sängerin müde wird.

Die öffentlichen Tänzerinnen werden auch Ghaouazy (Ghawazi, Ghaziya), von den Europäern almelz’s genannt. Die Ghaouazy (Ghawazi) sind von einem Musiker begleitet, der mit dem Bogen auf dem rabdo, einem zweisaitigen Instrument spielt, und von einer alten Frau, die den Takt mit dem daraboukkeh (Darbuka) markiert. Die Tänzerinnen selbst handhaben zwei metallene Kastagnetten, die sie zuerst scharf anschlagen, um dann die Tonstärke allmählich zu vermindern. Der Tanz dieser Mädchen, die mit einem durchsichtigen Hemd und gestreiften Beinkleidern bekleidet sind, besteht eigentlich nur aus pantomimischen Bewegungen, die sich von den Hüften bis zu den Knie fortsetzen, und in Armbewegungen. Allmählich werden diese Bewegungen immer schwächer, bis der Körper ganz still steht.

Nr. 3. Eine Maurin beim Ausgang.
Nr. 4. Eine algerische Magd.
Nr. 5. Eine algerische Jüdin.
Nr. 6. Ein Bauer aus der Umgegend von Algier, der den Tanbur Bulghary spielt. Der Tanbour (Mandoline), im ganzen Orient üblich, ist ein Saiteninstrument mit langem Hals und metallischen Saiten, das in allen Grössen vorkommt. Die kleinste Form ist der Tanbur Bulghary. Der Körper desselben ist aus Tannen-, der Hals aus Ahornholz und mit Perlmut ausgelegt. Der Spieler lässt eine oder mehrere Saiten zugleich mit Hilfe einer Adlerfeder oder eines Stückes Schildpatt, niemals mit den Fingern erklingen. Vgl. Fétis, La musique chez les peuples d’origine sémitique.
Nr. 7, 8, 9, 10. Maurische Landleute und Bettler.

Nach Photographien von Boyer in Algier und Prod’hom in Bona. Vgl. Lane, Manners and Customs of the modern Egyptians, London, 1846, 2 Bde.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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