Altes Reich Ägyptens. Kleidung der Pharaonen.

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Altes Reich. Pharaonin und Pharao. 2700 v. CHR. – 2200 v.CHR.

ÄGYPTISCHES ALTES REICH. DAS GOLDENE ZEITALTER.

c. 2700 v. Chr. – c. 2200 v. Chr.

TAFEL 2.

Modekunde, Arbeitsbuch, Bildbuch ,

Modekunde: Kleines Arbeits- und Bildbuch,

von Charlotte Lowack, Ruth Prof. Dr. Bleckwenn
Über 200 Zeichnungen. Ein Klassiker.

In der altägyptischen Geschichte ist das Alte Reich die Zeitspanne von ca. 2700-2200 v. Chr. Es ist auch bekannt als das „Zeitalter der Pyramiden“ oder das „Zeitalter der Pyramidenerbauer“, da es die Regierungszeit der großen Pyramidenerbauer der vierten Dynastie umfasst, wie König Sneferu, der die Kunst des Pyramidenbaus perfektionierte, und die Könige Cheops, Chephren und Menkaure, die die Pyramiden von Gizeh errichteten. Der Begriff des „Alten Reiches“ als eines von drei „goldenen Zeitaltern“ wurde 1845 von dem deutschen Ägyptologen Baron von Bunsen geprägt, und seine Definition sollte sich im Laufe des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts erheblich weiterentwickeln.

Die Grundlage für eine Studie über die Tracht der westlichen Zivilisation beginnt mit dem alten Ägypten. Das ist ein überraschender Anfang, wenn man bedenkt, wie groß der Unterschied zwischen den Figuren auf Tafel 2 und denen auf Tafel 1 ist. Natürlich müssen wir bedenken, dass Tausende von Jahren dazwischen liegen, und dass es sich dabei um dunkle Jahre handelt, in denen es praktisch keine Aufzeichnungen gibt und – mit Ausnahme der kretischen Periode – fast nichts, worauf man auch nur eine Vermutung stützen könnte.

Die Kleidung der Ägypter wird jedoch im vergleichsweise hellen Licht hervorragender Relikte und gut erhaltener Hieroglyphen untersucht. Die Kostüme der Ägypter, die auf den Tafeln 2, 3 und 4 gezeigt werden, sind nicht erdacht, sondern sind Kopien derjenigen, die in ihren Gräbern gefunden wurden, auf ihren Statuen und Wandmalereien abgebildet und in ihren alten Schriften beschrieben sind.

Kostüm und Mode, das Bildhandbuch von John Peacock.

Von den frühen Hochkulturen bis zur Gegenwart. Mit weit über tausend farbigen Abbildungen bietet dieses Bildhandbuch einen einmaligen Überblick über die Mode des Abendlandes.

Bei den Figuren auf dem Bild handelt es sich zweifelsohne um einen Pharao und seine Königin. Darauf deuten ihr Kopfschmuck und die religiösen und königlichen Symbole in ihren Händen hin.

Die Frau trägt die Geierkrone, das Symbol von Maate, der Göttin der Wahrheit. Dieser Kopfschmuck könnte entweder aus Edelmetall oder aus stark verziertem Leder sein. Das schwere schwarze Haar, das darunter hervorquillt, ist wahrscheinlich falsch. Ihre Schultern werden von einem hellen Lederkragen und einem leicht durchsichtigen Umhang aus sehr feinem Leinen bedeckt. Diese beiden Kleidungsstücke sind typisch für die ägyptische Kleidung und tauchen auf den Tafeln 3 und 4 wieder auf. Durch den hauchdünnen Umhang sind die Schulterriemen zu sehen, die den Rock stützen. Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass ein Pfauenfederschal um die Figur gewickelt ist, aber das ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlich handelt es sich eher um eine auf das Leinen gedruckte Dekoration. Die meisten Varianten dieses Kleides sind viel lockerer als dieses und hängen etwas länger.

Die abgebildeten Sandalen sind nicht ungewöhnlich, obwohl, wie man an den anderen Figuren sehen kann, Fußbekleidung in Ägypten keine Notwendigkeit war und sogar der Pharao barfuß auftreten konnte. Fußkettchen und Armbänder schienen jedoch unverzichtbar zu sein.

Der Kopfschmuck des Pharaos ist wahrscheinlich der erste Gegenstand, der unsere Aufmerksamkeit erregt. Es ist fast schon eine interessante Krone, denn sie symbolisiert die Vereinigung des Ober- und Unterreichs des alten Ägyptens, wie die Farben auf dem Bild zeigen. Hinter seinem Ohr kommt eine Schnur hervor, die seinen künstlichen Bart festhält. Dies hat zweifellos auch eine symbolische Bedeutung.

Interessant ist seine Jacke, die wahrscheinlich am Rücken durchgehend ist. Die Vorderseite besteht aus zwei langen, spitz zulaufenden Riemen, die sich über der Brust kreuzen. Der Wickeleffekt wird dadurch erzielt, dass die Enden um den Körper gezogen werden. Der untere Teil des Körpers wird von einem Rock oder Schurz und einem Hüftgürtel bedeckt. Der Schurz ist einfach und wird in der vorderen Mitte hochgezogen, um den drapierten Effekt zu erzielen. Der fein verzierte Gürtel aus glänzend emailliertem Leder ist ebenfalls auf Tafel 4 zu sehen. Mit diesem charakteristischen Accessoire konnten sehr kunstvolle Effekte erzielt werden.

Quelle: Projekt zur Museumserweiterung. Geschichte des Kostüms.

Illustration, Ornament

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