Ägypten. Häusliche Geräte. Parfüm,- Salbenbehälter, Amphoren.

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Gefässe, Parfüm,- Salbenbehälter, Amphoren, Körbe, Vasen.

ÄGYPTEN. HÄUSLICHE GERÄTE.

Gefässe, Parfüm,- Salbenbehälter, Amphoren, Körbe, Vasen.

Nr. 1, 7, 24, 27 u. 28.
Gefässe aus einem Wandgemälde, welches das Innere eines Kellers darstellt. Man findet zahlreiche Beispiele von Vasen aus Steingut in gleich verschiedenartigen Formen im Louvre. Sie sind 12-20 cm hoch.

Nr. 7, 25, 27 u. 28.
Gefässe aus der Gattung der Ampullen, wie man kleine Vasen nannte, deren Bauch einer Schweinsblase glich. Es waren vorzugsweise Salbengefässe, in denen man wohlriechende Öle und Salben aufbewahrte.

Nr. 3 u. 16.
Flache Körbe mit Nahrungsmitteln, die von Tributpflichtigen auf Wandgemälden getragen werden.

Nr. 15.
Vasen aus emailliertem Glas. Ähnliche im Louvre sind 20 cm hoch.

Nr. 2, 9, 13, 14, 21 u. 33.
Vasen von verschiedener Gestalt, wie die vorigen bis in das 17. Jahrhundert vor Chr. zurückreichend. Es sind ebenfalls Salbengefässe und Riechfläschchen. Sie wurden aus Alabaster, aus edlen Steinen oder Glas verfertigt. Aus dem letzteren Stoff bestehen die Originale im Museum von Neapel. Die dazu angewendeten, feinkörnigen und einer schönen Politur fähigen Alabastersorten waren von verschiedener Art.

Die Ägypter bezogen Kalkstein- und Gipsalabaster aus der Umgegend von Theben und der Stadt Alabastron. Der geäderte Alabaster hatte mehr oder minder dunkle Streifen. Der Onyxalabaster, der Achatmarmor und der geblümte Alabaster kamen aus den Gebirgen Arabiens.

Nr. 34.
Kleine Vase oder Parfümschachtel mit Deckel, dargestellt in einer Spende, die ein asiatischer Fürst dem König Thutmosis IV. (Er regierte etwa von 1397 bis 1388 v. Chr.) darbietet.

Nr. 23 u. 38.
Verschlossene Amphoren aus emailliertem Ton. Die Vasen bildeten im Altertum den schönsten und reichsten Teil des Hausgeräts, Nr. 23 und 38 zeigen, welche Sorgfalt die Ägypter auf die Dekoration solcher Gefässe verwendeten. Nr. 38, das auf einem Dreifuss steht, ist der Bardach, ein Gefäss aus porösem Ton, das dazu diente, das Nilwasser abzuklären und es kühl zu erhalten. Diese Gefässe werden mit ihrer unteren Spitze in den Sand des Kellers eingegraben oder in einen mit einem Ringe versehenen Dreifuss hineingesetzt.

Die Amphora, eine griechische Bezeichnung, die andeutet, dass das Gefäss an beiden Seiten getragen werden kann, war oft von solchem Umfang, dass zwei Leute zu ihrem Transport notwendig waren. Zu diesem Zweck zog man einen Riemen durch die beiden Henkel (diota) und steckte durch den Riemen ein Tragholz, das auf die Schultern der Träger gelegt wurde.

Ursprünglich waren die Amphoren aus Ton. Dann wurden solche aus Erz, Marmor und anderen Stoffen hergestellt. Man bewahrte in ihnen Wein, Öl und auch Honig auf. Wenn man sie in die Speisezimmer brachte, wurden sie auf einen Dreifuss gestellt.

Die Ägypter versahen die Amphoren später auch mit einem Fuss, wie man ihn an den verschlossenen und unverschlossenen Gefässen Nr. 2, 13, 14, 18 und 22 sieht. Diese letztere Form wurde von den Athenern für ihre Amphoren mit heiligem Öl adoptiert, die bei den Panathenäen als Preise für die Sieger verteilt wurden (Die Panathenäen waren das größte religiös-politische Fest im antiken Athen, das zu Ehren der Athene, der Schutzgöttin Athens, gefeiert wurde.).

Am Hals von Nr. 23 sind die Vorderteile zweier Pferde angebracht, die aufgezäumt und mit hohen Federn geschmückt sind, wie man es an den zweispännigen Kriegswagen der Ägypter sieht. Vermutlich waren die Federn beweglich, damit man den hohen Deckel des Gefässes abnehmen konnte, wenn das letztere nicht etwa eine blosse Phantasieabildung ist. Nr. 38 und 23 sind Wandmalereien aus den Gräbern von Kurna in Theben nachgebildet, die aus dem XVI. Jahrhundert v. Chr. stammen.

Nr. 8 scheint wegen der weiten Öffnung ein Gefäss zu sein, aus dem der Inhalt mit einer Schöpfkelle herausgeschöpft wurde. Die Henkel sind von Tigern gebildet.

Nr. 32. Sack mit Goldstaub, der als Zahlungsmittel diente. Die übrigen Gegenstände dieser Tafel sind Originalen des Louvre nachgebildet. Es sind teils Pfannen mit langen Griffen, auf welchen Weihrauch und andere wohlriechende Kräuter verbrannt wurden oder mit denen man die Salben aus den Schachteln herausholte, teils Salben- und Parfümschachteln. Die ersteren sind alle aus Holz, 12 – 25 cm lang und hauptsächlich in den Gräbern von Kurna gefunden worden.

Nr. 4 und 12, 6 und 10 stellen die Vorder- und Rückseite von je ein und derselben Schaufel dar. Das Salben des Körpers mit wohlriechenden Ölen und Pomaden, namentlich nach den häufigen Waschungen, war bei den Ägyptern eine allgemein verbreitete Sitte und zwar bei beiden Geschlechtern. Die Stile der Schaufeln waren aus Lotuszweigen und -blättern gebildet und bisweilen auch mit menschlichen Figuren verziert, wie Nr. 26 zeigt, wo eine Lautenspielerin auf dem Griff dargestellt ist, und Nr. 31, wo ein Sklave auf einem Boote stehend einen nicht erkennbaren Gegenstand trägt. Bei Nr. 40 ist der ganze Griff durch eine weibliche Figur gebildet, die Geflügel, Lotosblumen und Früchte bringt.

Nr. 5 und 11 (Vorder- und Rückseite) ist eine Parfümdose mit Deckel, die mit dem unteren Ring an einer Schnur befestigt und so getragen wurde. Nr. 36, 39 und 41 werden von Figuren getragen. Nr. 41 wird durch einen Knopf geschlossen, den man oben bemerkt. Die Figuren stellen die Repräsentanten überwundener asiatischer Völkerschaften dar, denen die Ägypter die Lieferung von wohlriechenden Stoffen als Tribut aufzuerlegen pflegten. Auch diese Büchsen sind von Holz, meist von Sandelholz, das eine rötliche, gelbe oder weisse Färbung hat und selbst schon wohlriechend ist. Wenn man Ebenholz nahm, wurde es bemalt oder vergoldet.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Herausgeber: Firmin-Didot et cie. Paris, 1888.

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