Ein alter Dreikönigsegen. Antonius Segen. Stich um 1600.

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Ein alter Dreikönigssegen. Antonius Segen. Stich um 1600.

Ein alter Dreikönigsegen. Antonius Segen.

Stich um 1600. Sammlung Pachinger-Linz a. D. Orig.-Gr.

In vielen alten Bauernhäusern Oberösterreichs und Salzburgs findet man auch heute noch im Innern von Schränken und Truhen den hier abgebildeten Dreikönigssegen (C + M + B = Kaspar, Melchior und Balthasar), der als sog. Antoniussegen für sehr kräftig gegen Feuersbrunst, Pest und Zauberei gilt. In der oberen Mittelschlinge ist das Antonius- oder Pestkreuz zu sehen, rechts und links zwei Kreuze mit etwas unklar gezeichneten hebräischen Buchstaben, in den von Engeln getragenen Spruchbändern Bannsprüche, in den Vierecken lateinische Gebete.

Die beiden Gestalten, die hl. Maria und Anton von Padua, halten den sog. Mariengürtel, in dem wir ein bekröntes Herz mit dem Crucifixus sehen. Die Jahreszahl 16.. ist in die Kupferplatte eingraviert, während die Zehner und Einheiten der Jahre mit der Feder einzuschreiben waren. Der Drucker konnte diese Platte also viele Jahre zum Abdrucken benutzen.

Durch den Vermerk (unterhalb des C) „Cum Lic(entia) Sup(eriorum)“ war dem Amulett ein offizieller Charakter verliehen. Im unteren Abschnitt findet sich die deutsche Erklärung.

Auf dem linken Kreuze liest man folgendes: Oben T Machabaei, zwischen den beiden T des Querbalkens aber Mem = 40, Kaph = 20, Beth = 2, Sod = 10, das ist 72, das sind die 72 möglichen Gottesnamen nach der Kabbala.

Am rechtsseitigen Kreuzbilde: Oben T, der letzte, darauf folgend Aleph, der erste Buchstabe des hebräischen Alphabetes, also das A und Ω des griechischen Alphabetes. Das zwischen den griechischen Anfangs- und Endbuchstaben stehende Wort ist der Gottesname Jahve. Auf diesen Kreuzen sehen wir sechsmal das schützende Tau- oder Pestkreuz abgebildet. — Derartige Kreuze in gleicher Größe kommen auf den bäuerlichen Wettersegen häufig vor.

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