Kostüme Oströmischer Kaiser. Arcadius, Theodosius I. Flavius Felix.

Byzanz, Kaiser, Arcadius, Theodosius I. Flavius Felix, Kostümgeschichte
Arcadius, Theodosius I. Flavius Felix.

ARCADIUS Associe A L’EMPIRE, ET SON PERE THEODOSE LE GRAND. ANNEE 393./FLAVIUS FELIX CONSUL. ANNEE 428.

Römischer und Oströmischer Kaiser. Römischer General des 5. Jhs.

Arcadius (lateinisch: Flavius Arcadius Augustus; 1. Januar 377 – 1. Mai 408) war von 395 bis 408 oströmischer Kaiser. Er war der älteste Sohn von Theodosius I. und seiner ersten Frau Aelia Flaccilla und Bruder des westlichen Kaisers Honorius. Als schwacher Herrscher wurde seine Herrschaft von einer Reihe mächtiger Minister und von seiner Frau Aelia Eudoxia dominiert.

Arcadius wurde in Hispanien geboren, als älterer Sohn von Theodosius I. und Aelia Flaccilla und Bruder von Honorius, der der weströmische Kaiser werden sollte. Sein Vater erklärte ihn im Januar 383 zum Augustus und Mitherrscher für die östliche Hälfte des Reiches. Dadurch gilt er als der erste Herrscher des Oströmischen bzw. Byzantinischen Reiches. Sein jüngerer Bruder wurde ebenfalls 393 für die westliche Hälfte zum Augustus erklärt.

Theodosius I. (lateinisch: Flavius Theodosius Augustus; 11. Januar 347 – 17. Januar 395), auch bekannt als Theodosius der Große, war von 379 bis 395 ein römischer Kaiser und der letzte Kaiser, der sowohl die östliche als auch die westliche Hälfte des Römischen Reiches regierte.

Er erließ Dekrete, die das nizänische Christentum zur offiziellen Staatskirche des Römischen Reiches machten. Er hat die Zerstörung bedeutender hellenistischer Tempel der Antike, darunter der Apollo-Tempel in Delphi und das Serapeum in Alexandria, weder verhindert noch bestraft. Er löste den Orden der Vestaljungfrauen in Rom auf. Im Jahr 393 verbot er die heidnischen Rituale der Olympischen Spiele im antiken Griechenland.

Theodosius wird von der Armenischen Apostolischen Kirche und der Östlichen Orthodoxen Kirche als Heiliger angesehen, sein Feiertag ist der 17. Januar.

Flavius (Konstantinus) Felix (gestorben 430) war ein General des Weströmischen Reiches, der den führenden Rang eines Patriziers erreichte, bevor er auf Befehl von Flavius Aetius getötet wurde. Für sein Konsulat gab er 428 einige konsularische Diptychen heraus, von denen eines bis in die Neuzeit erhalten geblieben ist.

Felix diente während der Herrschaft der Kaiser Valentinier III. und Theodosius II. Zwischen 425 (Jahr, in dem er zum Patrizius ernannt wurde) und 429 diente er als magister utriusque militae zur Verteidigung Italiens, aber trotz einer kurzen Erwähnung einer seiner Militäraktionen in der Notitia Dignitatum galten seine Untergebenen Bonifacius und Flavius Aetius in dieser Hinsicht als wichtiger.

Byzanz, Kostümschnitte, Kleidung, Mode, Byzanz, Mittelalter
Byzantinische Kostüme und Kostümschnitte.
  • 1. Der oströmische Kaiser Arcadius (395—408) nach einem Silberschild von Bajadoz. Das charakteristische altrömische Kleidungsstück, die Toga virilis oder pura, ist im oströmischen Reiche ganz verschwunden. Sie wurde durch den halbkreisförmigen, auf der rechten Schulter mit einer Agraffe zu schließenden Mantel verdrängt, der sich fortan durch das ganze frühe Mittelalter erhielt und in Byzanz Paludamentum genannt wurde. Die byzantinischen Kaiser und die hohen Beamten trugen diese Mäntel, die auf der rechten Seite am Längssaum mit einem quadratischen, mehr oder weniger kostbaren Besatzstück, dem „clavus”, versehen waren. Darunter wurde eine weite tunica talaris (das heißt bis zum Knöchel reichend; davon unser Wort Talar) oder eine, eben¬ falls mit Besatzstücken oder Borten versehene engärmelige Tunica getragen. Ein Diadem oder eine Krone sowie perlenbesetzte Purpurschuhe gehörten zur Kleidung der Herrscher.
  • 2. Kaiser Justinian I. (527—565) nach dem Mosaikbild in der Kirche San Vitale in Ravenna. Unter seinem purpurfarbenen Schultermantel trägt er eine weiße, goldbordierte, engärmelige Tunica mit weißen, trikotartigen Beinkleidern.
  • 3. Der Bischof Maximianus und zwei geringere Priester zur Zeit desselben Kaisers. Die Priester tragen eine lange, weitärmelige Dalmatica mit schwarzen Schulterstreifen (tunica alba oder talaris), der Bischof eine grüngefärbte Paenula, Planeta oder Casula über dem Untergewand. Die Strümpfe sind weiß (Ravenna, Mosaik von San Vitale).
  • 4. Personen aus dem Gefolge des Herrschers. Die Schultermäntel sind weiß wie die mit den Besatzborten gezierten Unterkleider, aber auch aus golddurchwirkten brokatartigen Stoffen hergestellt. Die Besatzstüke der Mäntel bestehen in der Regel aus violettfarbigem Purpurstoff.
  • 5. Theodora, die Gattin des Kaisers Justinian. Sie trägt eine perlenbesetzte Krone oder ein Diadem mit seitlichem Perlengehänge, einen ebenso reich besetzten Schulterkragen über dem kostbaren, mit Figuren durchwirkten Schultermantel aus sassanidischem Gewebe und ein seidenes prächtiges Untergewand (Ravenna).
  • 6. und 7. Herrscherfiguren vom Ende des 6. Jahrhunderts von Mosaikbildern aus San Marco in Venedig. Hier macht sich in Besatz und Bordierung der Untergewänder die orientalische Üppigkeit in der Art der Bekleidung geltend.
  • 8. und 9. Christliche Priester im bischöflichen Amtsornat. Sie tragen über der geschlossenen Casula die Schulterbinde, das Omophorion, mit griechischen Kreuzen.
  • 10. Damen aus dem Gefolge der Kaiserin Theodora in reich durchwirkten orientalischen Stoffen aus Seide oder Halbseide, die mit Streifen, runden oder quadratischen Besatzstücken und Bordüren verziert sind.
  • 11. Mosaikbild. Kaiserin. 11. Jahrhundert.
  • 12. Bildliche Darstellung des Kaisers Basilius II. (976—1025). Panzer aus Erzplättchen, Ärmeltunica und Stulpenstiefel (Paris, aus einem Psalterium).
  • 13. und 14. Krieger aus derselben Zeit mit Panzer aus Plättchen, Lanzen, Schildern in verschiedener Form.
  • 15. Consularische Schultermäntel, mit dem Latus clavus geziert.
  • 16. Leute geringeren Standes mit Beinlingen und Halbstiefeln.
  • 17. Ein vornehmer Krieger in verschiedenfarbigem Plättchenpanzer mit Lederlaschen am Rumpfabschluß, nach antiker Art. Tunica, ornamentverzierto Beinlinge und bindenumwickelte Unterschenkel, leichtes „Sagum” (Mantel der Krieger).
  • 18. Gepanzerter Soldat mit Helm, Hosen und Unterschenkelbinden, darüber eigenartige byzantinische Schildformen und Schwerter.
  • 19. 20. 21. Leute mit kurzen, tunikaähnlichen Kitteln, vom am Halse zugebundenem Mantel, Schuhen, Halbstiefeln und Sandalen mit Knöchelriemen.
  • 22. Besatzstück in sassanidisch-arabischem Stoffmuster. Gobelingewebe.
  • 23. Hornbläser. Diese Hörner bestanden aus Elefantenhorn, Elfenbein, und waren oft wie bei den Arabern sehr reich geschnitzt (Olifanthorn).
  • 25, 26. Leute mit bordierten Tuniken, verzierten Beinlingen, Halbstiefeln und Halskragen.
  • 27. 28, 29. Byzantinische Frauenkleidung, darunter Bild der heiligen Agnes.
  • 30. Kaiser Romanus (nach Elfenbeinschnitzerei).
  • 31. Seine Gemahlin Eudoxia mit Mitra.
  • 32. Dieselbe. Das männliche und weibliche Kostüm ist hier fast dasselbe.
  • 33. und 34. Amtierende Erzbischöfe, Metropoliten vom 12. Jahrhundert, deren Kleidung die spätere russisch-liturgische Tracht ankündigt. Mit stolaartigem Stickarion und Pluviarium. (Mit Benutzung der Illustrationen aus: Hermann Weiß, Kostümkunde.)

Quelle: Iconographie générale et méthodique du costume du IVe au XIXe siècle. Collection gravée à forte d’après des documents authentiques & inédits par Raphaël Jacquemin. Paris 1869.

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