Inneres eines römischen Palastes der Antike. Das Atrium.

Rom, Palast, Antike, Atrium, Auguste Racinet,
Rom. Inneres eines Palastes.

ROM. INNERES EINES PALASTES (RESTAURIERT).

Alae.
Fauces (Eingang).
Atrium.
Tablinum.
Alae.

Grundriss. Das Atrium.

Grundriss, römisch, Palast, Antike
Grundriss eines römischen Palastes.

Augenpunkt der Perspektive.

Das Atrium, welches derjenige der drei Haupträume des altrömischen Hauses ist, der dem Eingang (fauces) zunächst liegt, war ein geräumiger, von einer Colonnade umgebener, oben offener oder nur teilweise bedeckter Hof, in dessen Mitte sich eine Vertiefung für das einfallende Regenwasser (impluvium) oder ein Springbrunnen befand und der durch ein grosses Segeltuch gegen die Strahlen der Sonne geschützt werden konnte.

Mit dem Atrium standen mehrere durch Türen zu verschliessende Seitengemächer und zwei offene Räume in Verbindung, welche letztere alae genannt werden, da sie gewissermassen die Seitenflügel des Atriums bilden. Der Grundriss unseres Atriums hat nur diese beiden Seitenflügel, und von dem einen derselben gibt die Tafel eine Vorstellung.

Welchem Zweck diese Räume gedient haben, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Der Architekt Paul Benard, von dem der Entwurf unseres Blattes herrührt, hat nach einigen antiken Schriftstellern angenommen, dass diese alae in besonderen Nischen (armaria) die Bilder der Ahnen, ferner Kriegstrophäen und sonstige Ehrenzeichen, Opferaltäre und dergl. enthielten.

Auf dem Bild sieht man in einer Nische zur Linken die vergoldete Statue eines Neptun auf einem Schiffsschnabel. Die Wände dieses Raumes sind teils mit farbigen Marmorplatten inkrustiert, teils bemalt. Aus dem Atrium gelangte man in ein bedecktes Gemach, das tablinum, dessen Name einige von tabellae, Schreibtafeln, herleiten und demgemäss als das Arbeits- und Comptoirzimmer des Hausherrn bezeichnen, während andere die Ahnenbilder (tabulae, tabellae) hier, nicht in den alae; aufgestellt wissen wollen.

(Gemalt von Hoffbauer).

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Herausgegeben von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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