Die Auguren. Römischer Priesterorden des antiken Roms.

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Der Augur

Die Auguren.

Sie existieren seit der Gründung Roms und üben eine Praxis aus, die von Griechen und Etruskern, der Etrusca disciplina, abstammt. Die Weissagung der Etrusker bestand darin, die Zukunft vorherzusagen oder Entscheidungen unter Verwendung bestimmter, spezifischer Objekte und Praktiken zu treffen. Nach der Überlieferung wurde den Etruskern die Kunst der Weissagung von Tarchies, Gott der Weisheit, Sohn des Tinia, überbracht.

Der römischen Legende nach wurde dieser Priesterorden von Romulus geschaffen, der die ersten drei Priester auswählte und für jeden Stamm Roms einen ernannte. Ihre Körperschaft bildete eines der vier angesehenen Priesterschaften des antiken Roms. Es handelte sich um eine offizielle Position, obwohl es auch einige spezielle Auguren gab. Nur Magistrate konnten die offiziellen Auguren in speziellen Bezirken aufsuchen. Das offizielle Amt war auf Lebenszeit, kompatibel mit Magistraten oder anderen Priesterämtern.

Titus Livy berichtet, dass es allseits wohlbekannt war, dass in Rom keine Entscheidung in Krieg und Frieden getroffen wurde, ohne vorher den Augur zu konsultieren.

Die Funktion der Auguren war von zentraler Bedeutung für jedes große Unternehmen der römischen Gesellschaft – ob öffentlich oder privat – einschließlich Fragen von Krieg, Handel und Religion. Auguren suchten den göttlichen Willen bezüglich jeder vorgeschlagenen Vorgehensweise, die Roms Pax, Fortuna und Salus (Frieden, Glück und Wohlbefinden) beeinflussen könnte.

Der Augur hatte die Aufgabe, den Willen der Götter zu interpretieren, indem er den Flug der Vögel beobachtete (Ornithomantie), ausgehend von ihrem Typ, die Art und Weise, wie sie aßen, der Richtung ihres Fluges, der Tatsache, dass sie allein oder in Gruppen flogen, und der Art der „Verse“, die sie auf ihn ausstrahlten.

Sie waren die Interpreten himmlischer Phänomene wie Blitze (Brontoskopie) als des Willens von Jupiter (gutes oder schlechtes Omen), dem Meister der Sternbilder; es kam nicht in Frage, in den Krieg zu ziehen, den Standort eines Tempels zu wählen, einen Mann für ein politisches Amt zu bestimmen, ohne die Auguren zu konsultieren. So versuchte Marcus Calpurnius Bibulus 63 v. Chr., einer Klage von Julius Caesar entgegenzuwirken, indem er behauptete, die Vorzeichen seien ungünstig.

Die Omen wurden von den Göttern verkündet. Der Augur wandte sich nach Norden, um den Osten rechts und den Westen links zu haben; wenn der Flug des Vogels oder der Blitz rechts vom Beobachter vorbeikam, waren die Götter wohlgesonnen; wenn er zu seiner Linken ging waren die Götter dagegen unheilvoll.

Von allen Himmelszeichen, die das Omen trugen, waren Donner und Blitz die wichtigsten: Wenn sie von Osten kamen, galten sie als glücklich; wenn sie von Norden nach Westen gingen, war es genau das Gegenteil. Die Winde waren auch Zeichen von guten oder schlechten Vorzeichen. Die Vögel, deren Flug und Gesang am sorgfältigsten beobachtet wurden, waren der Adler, Geier, Milan, Eule, Rabe und Krähe.

Um diese Zeremonie er Konsultation durchzuführen, nahm der Augur seinen Krummstab „lituus“, einen geschwungenen Stock, und zog in der Luft und später auf dem Boden, das sogenannte templum, (die Handlung hieß Templum capere) den heiligen Umfang als einen viereckigen Bereich, in dem er mit Jupiter in Kontakt treten würde.

Innerhalb diesem zog er sodann eine Nord-Süd-Linie und eine Ost-West-Linie; worin sich der Augur nach Süden richtete und die contemplatio ausführte. Der Augur entblößte Schulter und seinen rechten Arm vollständig, wenn er „die Vorzeichen übernimmt“, das heißt, wenn er den Flug der Vögel beobachtet.

Zuerst war die Position den Patriziern vorbehalten, aber ab dem Lex Ogulnia im Jahr 300 v. Chr wurde sie auch den Plebejern zugänglich. Fünf der Auguren mussten laut dieser Regelung Plebejer sein. Zur Zeit der Monarchie wurden sie dann vom König gewählt.

Quelle: L’antique Rome, ou, Description historique et pittoresque de tout ce qui concerne le peuple romain, dans ses costumes civiles, militaires et religieux, dans ses moeurs publiques et privées depuis Romulus jusqu’à Augustule: ouvrage orné de cinquante tableaux, by Jacques Grasset de Saint-Sauveur. Paris: Chez Deroy, libraire, rue du Cimetière-André, no. 15, près la rue Haute-feuille, et chez les principaux libraires de la République 1796.

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