Das Bamberger Gunthertuch. Seidenstoff. Byzanz, Mitte 9. Jh.

Grabtuch, Bamberg, Bischof, Gunther, Byzanz, Gewebe, Seidenstoff, Gobelintechnik
Grundmuster des Grabtuches von Bischof Gunther von Bamberg.

Band 2. Tafel 57.

Das Bamberger Gunthertuch.

Seidenwirkerei, Grundmuster des Grabtuches von Bischof Gunther von Bamberg (um 1025/1030; † 23. Juli 1065 Ödenburg); Byzanz 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts. Domschatz Bamberg II 8.

Grundmuster des Grabtuches von Bischof Gunther von Bamberg.

Byzanz, Mitte IX. Jahrhundert.

Seidenstoff (KGM. AKG ’89.6) nicht gewebt, sondern in Gobelintechnik hergestellt, als Grund und Borte des grossen Grabtuches des Bischofs Günther († 1066 auf dem Rückweg von Palästina) im Dom zu Bamberg (abgebildet bei Martin & Cahier, Melanges d’Archeologie B. II. Pl. XXXII, XXXIII, S. 251 – siehe Bild unten). Das betreffende Grabtuch, von dem erhebliche Stücke fehlen, die bei Martin & Cahier ergänzt sind, ist eine byzantinische Arbeit des XI. Jahrhunderts mit einer grossen figuralen Darstellung in der Mitte.

Byzanz, Mittelalter, Liturgie, Gewand, Bischof, Bamberg, Mittelalter,
Das Bamberger Gunthertuch. (Martin & Cahier, Melanges d’Archeologie 1847)

Das Grundmuster und die Borte in ihrer strikten Wiederholung einzelner Motive schliessen sich augenscheinlich Webmustern derselben Zeit an, die uns in gleicher Schönheit und fester Datierbarkeit nicht erhalten sind.

Der Grund ist purpurviolett, belegt mit grünen Schildern, in denen farbige Lotosknospen stehen. In der Borte grosse Rosette in Bandverschlingungen.

Das Kunstgewerbe-Museum besitzt ein kleines Bruchstück des Stoffes. Die Tafel ist nach einer Aufnahme des Stoffes hergestellt.

Das so genannte Gunthertuch ist ein byzantinischer Seidenstoff, der die triumphale Rückkehr eines byzantinischen Kaisers aus einem siegreichen Feldzug darstellt. Das Stück wurde von Gunther von Bamberg, Bischof von Bamberg, während seiner Pilgerreise ins Heilige Land 1064-65 erworben oder möglicherweise als Geschenk erhalten. Gunther starb auf seiner Rückreise und wurde mit ihm im Bamberger Dom beigesetzt. Der Stoff wurde 1830 wiederentdeckt und ist heute im Bamberger Diözesanmuseum ausgestellt.

Quelle:

  • Die Gewebe-Sammlung des Königlichen Kunstgewerbe Museums. Herausgegeben von Julius Lessing. Verlag von Ernst Wasmuth. Berlin 1900.
  • Mélanges d’archéologie, d’histoire et de littérature, rédigés ou recueillis par Charles Cahier. Paris, Mme Ve Poussielgue-Rusand 1847.

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