Volkstrachten der Bretagne. Département Finistère.

Volkstrachten, Bretagne, Département, Finistère, Frankreich, französische Bauerntrachten, Quimper,
Volkstrachten, Bretagne, Département, Finistère, Frankreich

FRANKREICH. VOLKSTRACHTEN DER BRETAGNE. DÉPARTEMENT FINISTÈRE.

Nr. 1. Bäuerin aus Plougastel-Daoulas (bretonisch Plougastell-Daoulaz), Arrondissement Brest. Kopfhaube aus Leinen oder Kattun mit Barben und Schleifen. Mieder aus blauem Tuch mit Ärmeln. Weste aus rotem Tuch; Jacke aus braunem Tuch; wollener Rock; Gürtel aus gelben Bändern; Brusttuch aus gelbem, blaugestreiftem Kattun.

Nr. 2. Frau aus Plonévez-du-Faou (bretonisch Plonevez-ar-Faou), Arrondissement Châteaulin. Haube aus Kattun über einer Kappe aus roter Wolle; leicht gesteifter Halskragen aus Leinen; Jacke aus Tuch; wollener Rock; Schürze, vorne mit einer Tasche; ein rotwollenes Band als Gürtel.

Nr. 3. Frau aus Douarnenez, Arrondissement Quimper. Haube aus Kattun oder Leinen; über der Taille ein ärmelloses Mieder blau mit buntem Besatz.

Nr. 4. Frau aus Carhaix-Plouguer (bretonisch Karaez-Plougêr), Arrondissement Châteaulin. Rock aus hellgelbem Tuch; Leinenschürze; Kopfputz aus demselben Stoff.

Nr. 5. Frau aus Kerlouan, Arrondissement Brest. Haube aus Kattun (dichtes Baumwoll-Gewebe in Leinwandbindung), über die Schultern herabfallend; Brusttuch aus demselben Stoff, mit Spitzen besetzt; Rock und Taille aus hellblauem Tuch; Kattunschürze.

Nr. 6. Magd aus Quimper, in der Tracht von Bosporden. Kappe, bedeckt durch eine Haube von Musselin; Brusttuch ans stark gesteifter Leinwand; über der blauen Taille ein zweites, gleichfarbiges Mieder mit Stickereien besetzt; weisse Kattunschürze; Überärmel.

Nr. 7. Frau aus Gouézec (bretonisch Gouezeg) bei Châteauneuf-du-Faou, Arrondissement Châteaulin.
Haube und Kragen aus leicht gesticktem Kattun; Mieder und Rock aus blauem Tuch; Schürze aus hellerem Kattun.

Nr. 8. Junge Bäuerin aus Ploaré *) bei Douarnenez, Arrondissement Quimper. Haube aus Spitzen oder gesticktem Tüll; breit gefältelter Leinenkragen; am Knüpfband der Haube befestigt ein goldgesticktes Schmuckstück über den „Hirvis“, das Hemd, herabfallend; Mieder und Rock aus rotem Tuch mit goldgesticktem Besatz; „Tavanger“, Schürze aus Seide mit goldgesticktem Besatz; Schuhe aus Tuch, oft mit Seidenstickerei.

*) Ploaré ist eine ehemalige Gemeinde und Pfarrei des Finistère, die 1945 an die von Douarnenez angeschlossen wurde.

Nr. 9. Bauer aus Saint-Yvi (bretonisch Sant-Ivi) bei Rosporden, Arrondissement Quimper. Hut (Toc) aus Filz mit langen. schwarzen Samtbändern; blaue Weste (Rokedennou); Jacke (Corquen), aus ebensolchem Tuch mit Stickereien; Hosen von modernem Schnitt.

Nr. 10 und 11. Ehepaar aus Kerfeunteun *), Arrondissement Quimper.
Nr. 10. – Viereckiger Kopfputz aus Kattun; Stehkragen aus demselben Stoff: Mieder und Rock aus rotem Tuch mit Seidenbändern; Tavanger aus Seide mit Goldstickerei; Goldkreuz an einem schwarzen Samtband; Schulterband, von beiden Seiten über die Brust fallend; Tuchschuhe.

*) Kerfeunteun ist eine ehemalige Gemeinde nördlich von Quimper und wurde ihr am 1. Januar 1960 angegliedert.

Nr. 11. – Blauer Rokedennou mit doppelter Knopfreihe; dreifacher Corquen aus schwarzem Samt mit hellgelber Stickerei; Bragou-bras *), weite Puffhosen aus Tuch; Gouriz, Ledergürtel mit durchbrochenen und ziselierten Kupferplatten der immer mit den Bragou-bras getragen wird; Houseaux aus gleichem Stoff, wie die Bragou-braz; Lederschuhe.

*) Bragou bras, oder auch bragou braz: große knielange Pumphosen, die mit Wollgamaschen getragen werden.

Nr. 12. Frau aus Plonévez-Porzay (bretonisch Plonevez-Porzhe), Arrondissement Châteaulin.
Viereckige Haube (vgl. Nr. 10); breit gefältelter Kragen, Mieder und Rock aus braunem, gesticktem Tuch; breiter Gürtel aus ähnlich gesticktem Band; Tavanger aus geblümter und gestickter Seide.

Nr. 7, 8, 9, 10, 11 und 12 nach Photographien.

Vgl. Émile Souvestre, Le Foyer breton: contes et récits populaires und Élisée Reclus, Géographie universelle.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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