Byzanz und Abessinien. Kaiser, Patriarchen, Maroniten.

BYZANTINISCHES UND ABESSINISCHES.

Byzanz, Abessinien, Tiara, Kaiser,  Patriarchen,
BYZANTINISCHES UND ABESSINISCHES.

TYPUS DES PATRIARCHEN. PRINZEN DER KAISERLICHEN FAMILIE. DIE MARONITEN UND DIE ORTHODOXEN. DAS ABESSINISCHE KREUZ.

KAISER DES OSTREICHS UND PRINZEN DER KAISERLICHEN FAMILIE. DIE TIARA UND DIE KRONE.

Nr. 8. Andronikos II. Palaeologus regierte als byzantinischer Kaiser von 1282 bis 1328. Die Herrschaft von Andronikos war vom Beginn des Niedergangs des Byzantinischen Reiches geprägt. Während seiner Herrschaft eroberten die Türken den größten Teil der westanatolischen Gebiete des Reiches, und in den letzten Jahren seiner Herrschaft musste er auch gegen seinen Enkel Andronikos im Ersten Palaiologischen Bürgerkrieg kämpfen. Der Bürgerkrieg endete mit der erzwungenen Abdankung von Andronikos II. im Jahr 1328, woraufhin er sich in ein Kloster zurückzog.

Gruppe Nr. 5. Manuel Palaeologus (byzantinischer Kaiser von 1391-1425) und seine beiden Söhne, Johannes, seit 1419 Johannes Palaeologus und Theodorus Porphyrogenetes, Prinz von Sparta.
Die byzantinischen Kaiser entlehnten einen grossen Teil der Abzeichen ihrer Würde den persischen Königen, unter anderem auch die Tiara. Die Tiara des Kaisers Andronikos Nr. 8 ist mit Edelsteinen besetzt, oben mit einem grossen Diamantknopf die des Manuel Palaeologus Nr. 5 wird von einem Kreuz überragt.
Andronikos trägt über der gestickten Tunika eine Dalmatika mit weiten Ärmeln, darüber Superhumerale und Stola. Das Pallium ist in Form eines Gürtels umgeschlungen, die Manipula über den linken Arm geschlagen. Die rechte Hand hält das Scepter, die linke die Acatia, ein kleines mit Sand gefülltes Kissen in Form einer Rolle. Manuel Palaeologus und sein Sohn Johannes sind ähnlich gekleidet, nur ist an Stelle des Pallium das Hypogonation getreten, eine Art Tasche, die auch zum Kostüm der griechischen Bischöfe gehört.

Nr. 4. Tiara des byzantinischen Kaisers Michael VIII Palaiologos (1223-1282).
Priesterliche Tracht des katholischen und orthodoxen Klerus in Syrien.
Die syrischen Christen scheiden sich in zwei kirchliche Gemeinschaften und drei Riten. Zwei dieser Riten sind katholisch, der der Maroniten und unierten Griechen oder Melchiten; der dritte, der der orthodoxen Griechen, ist dissidentisch.

Die Maroniten erkennen zwar die Suprematie des Papstes an, haben aber ein besonderes Oberhaupt in der Person des Patriarchen von Antiochia.

Gruppe Nr. 6.
Der Patriarch von Antiochia und maronitische Priester.
Die Tracht des Patriarchen ist durchaus die der Bischöfe des Abendlandes; eigentümlich ist nur das in der rechten Hand gehaltene silberne Kreuz (vgl. Nr. 2). Die beiden Priester tragen das Kostüm der Ulemas, Dschubbe, Entari, Kundura (Lederschuhe) und Kulah (Kopfbedeckung).

Nr. 1, 3 und 7.
Orthodoxe Bischöfe und Diakonen.
Die Kopfbedeckung der griechischen Bischöfe ist die Mitra oder die viereckige Mütze mit hinten herabfallendem Schleier (vgl. Nr. 3). Die Priester und Diakonen tragen einen schwarzen Kalpak (Nr. 7). Die sonstigen Teile des priesterlichen Ornates sind: Das Phenolium, der Casibula entsprechend; das Sticharium oder Chorhemd; das Omophorion oder pallium, breiter und länger als das der Lateiner; der Chorrock, bei den Orthodoxen wenig in Gebrauch, bildet einen Teil des Prozessionsornates der Bischöfe (Nr. 3); das Hypogonation, eine viereckige Tasche am Gürtel, ein Attribut der Bischöfe und Patriarchen (Nr. 1).
Der griechische Krummstab, meist aus zwei Schlangen bestehend, die sich einer Kugel mit Kreuz entgegen krümmen, ist fast immer aus Holz, mit Elfenbein und Perlmutter eingelegt. Brustkreuz und Ring gehören ebenfalls zum Ornat der Bischöfe.
Die Diakonen (Nr. 7) tragen die gestickte Dalmatica und das Epitrachelium oder die Stola.
Als Stoff wird gewöhnlich Seide in allen Farben verwendet; das Schwarz ist ausgeschlossen, selbst bei Beerdigungen.

DAS ABESSINISCHE KREUZ.

Nr. 2.
Das Kreuz des Theodor II. 1818-1868, Kaiser von Abessinien.
Dieses Kreuz befand sich im Schatz des Theodoros in Magdala und ist im Besitz des Herrn Dutuit. Die elegante byzantinische Form desselben kontrastiert mit der Rohheit der eingravierten Zeichnung.

Nr. 1, 2, 3, 6 und 7 nach Photographien.
Nr. 4 und 5 dem Glossarium von Du Cange, Nr. 8 der Historia Byzantina desselben Autors entlehnt.

Vgl. Voyage en Abyssinie exécuté pendant les années 1839-43, von Lefèvre , Petit, Quentin Dillon et Vignon. François Lenormant, Histoire des massacres de Syrie en 1860.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Herausgegeben von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

Ähnlich:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheit - Frage *