Eine Gaststätte, Cabaretier in Belgien des 15. Jahrhunderts.

Cabaretier, Schankraum, Gaststätte 15. Jahrhundert, Mittelalter,
Interieur de Cabaret. Belgique 15ème siècle.

Innenraum eines Cabaretier.

Ausschnitt aus einem Buntglasfenster der Kathedrale von Tournay (Hennegau). Es zeigt den Innenraum eines Gebäudes. Dabei handelt es sich um den Schankraum einer Gaststätte des 15. Jahrhunderts, ein sogenanntes Cabaret. Im Vordergrund steht ein Steuereintreiber mit seinem Gehilfen, daneben ein Kellner mit Schürze vor einem Fass, dahinter der Gastwirt und seine Frau und im Hintergrund trinkende Gäste.

In Frankreich war der Cabaretier (auch bekannt als Rotier und Cabarotier) ein historischer Beruf; es war die Bezeichnung für eine Person, die Wein im Verkauf servierte und Speisen gegen Entgelt gab. Dieser Beruf geht auf das 16. Jahrhundert zurück, erwähnt im März 1577, als König Heinrich III. Weinhändlern, Tavernen, Cabaretiers und Hoteliers gemeinsame Vorschriften gab.

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Im Gegensatz zu Tavernen, die nur Wein zum Mitnehmen verkaufen durften, konnten Cabaretiers Wein und Speisen vor Ort ausschenken. Ab 1680 erlaubte ein königliches Edikt den Gastwirten (Cabaretiers), Fleisch zu verkaufen, das im Voraus gekocht worden war. Um Cabaretier zu werden, musste man römisch-katholisch sein. Sie durften während der kirchlichen Gottesdienste und der letzten drei Tage der Karwoche niemanden empfangen um sie zu bewirten. Im Falle eines Verstoßes wurden der Cabaretier bei wiederholtem Vorkommnis mit hohen Bußgeldern oder sogar körperlichen Strafen belegt.

Obwohl den Cabaretier ab 1695 zur Auflage gemacht wurde keinen gepanschten Wein, verdünnt oder gemischt zu verkaufen, waren sie für seltsame, weinähnliche Getränke bekannt in denen meist kein Tropfen Traubensaft war; es wurde angeblich durch Tannenholz und Gummi arabicum hergestellt.

Belgique XVe Siècle. Interieur de Cabaret.

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Extrait d’un Vitrail de la Cathedrale de Tournay (Hainaut)
Collecteur d l’Impôt des Boissons et son Clerc – Cabaretier – Cabaretiere Garçon de Cabaret – Buveurs.

Quelle: Les arts somptuaires: historie du costume et de l’ameublement et des arts et industries qui s’y rattachent von Charles Louandre, Ferdinand Seré, Clus Ciappori. Paris Hangard-Maugé 1857.

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