Die Dolbeau Reinette. Historische Obstsorte um 1840.

Die Dolbeau Reinette.

Von Carl Mathieu.

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Die Dolbeau-Reinette.

Zu den weniger bekannten, aber wegen ihrer Schönheit, Fruchtbarkeit und ihres guten Geschmackes zu empfehlenden Reinetten gehört die Dolbeau Reinette (Reinette Dolbeau), die etwa im Jahre 1840 vom Gartenbau-Verein Angers verbreitet wurde. Sie ist bis jetzt nur von Leroy *) unter den Namen Reinette Dolbeau und d’Allebeau beschrieben worden, doch merkt er an, dass er bezüglich ihrer Herkunft keine Auskunft geben könne, da es ihm nicht möglich war, näheres über sie zu erhalten. Jedenfalls aber ist der Züchter oder Entdecker ein gewisser Dolbeau gewesen, denn sollte ein Ort in der Umgegend von Angers so heissen, so hätte Leroy dies sicher gewusst und angemerkt.

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*)  Frederick Leroy Sargent (1863-1928).

Die Frucht wird in gutem Boden ca. 8 cm breit und ca. 7 cm hoch, rund, am Grund und an der Spitze abgeplattet, doch tritt die eine Seite der Frucht in der Regel stärker als die andere hervor. Die Haut ist in der Grundfarbe hellgelb, mit grauen oder braunen Punkten bedeckt, an der Sonnenseite hellrot oder rosenrot schattiert und gefleckt, doch zieht sich die rosa Schattierung fast über die ganze Frucht und geht in der Stielhöhe in rostfarbene Färbung über. Der Stiel ist lang, ziemlich stark, gekrümmt, in einer tiefen und weiten Einsenkung stehend. Der Kelch ist gross, halb geschlossen, weichhaarig, in unregelmässiger, faltiger Senkung sitzend.

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Das Fleisch ist gelb,- oder weisslich, mürbe, fein, ziemlich saftig, weinsäuerlich süss, von gutem Geschmack und hält sie sich gut bis in den Februar. Der Baum treibt massig kräftiges Holz in zahlreichen Trieben, die ziemlich aufrecht in die Höhe gehen. Die Blätter sind oval, mittelgross.

Die Sorte eignet sich besonders zu kleinen Formen, Pyramide, Kessel, Busch, Schnur etc., wo der Baum auf Splitt-Apfel bald sehr fruchtbar ist; der Paradies ist bei seinem mittelkräftigen Wuchs nicht als Unterlage notwendig. Als Hochstamm ist der Baum in die Krone zu veredeln, nicht über der Erde auf Wildstamm, da es bei dem mittelkräftigen Wuchs des Baumes schwer hält, einen kräftigen Stamm zu erzielen.

Die Frucht stammt aus der Sammlung des Herrn R. Schultze-Pankow, Pestalozzi-Stiftung, und wurde s.Z. von Leroy-Angers geliefert. Ein hübscher und wohlschmeckender Apfel, ähnlich der Herberts-Reinette, Gold-Reinette von Blenheim, dem Schönen von Boskoop und dergleichen, der seines Geschmacks und seiner Fruchtbarkeit wegen als Tafelfrucht zu empfehlen ist, besonders auch zur Kultur in Töpfen oder Kübeln.

Quelle: Gartenflora 1895.

illustration, biene

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