Frau spielt Gitarre. Gemälde von François-Hubert Drouais.

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Frau spielt Gitarre. Portrait von François-Hubert Drouais.

Frau spielt Gitarre.

VON DROUAIS, 1727-1775.

Sammlung von Frau Schneider

Femme jouant de la guitare.

In einem Park sitzend, einen Hirtenhut und ein Theaterkostüm tragend, ist dies zweifellos das Porträt einer Sängerin in einer Opernrolle. Ohne große Schönheit, aber angenehm, von freimütigem Ausdruck und ohne Umwege, hatte diese Frau ohne Zweifel Geist und Charme. In dieser Bocage-Kulisse wird das Porträt mit der Leichtigkeit, die diesem charmanten Improvisator, der Drouais war, innewohnt, gekonnt in Szene gesetzt. Man erkennt ihn immer am Geschmack des Arrangements, an der Gabe der angenehmen Meisterschaft, die er selbst in der Art und Weise, wie er sich porträtiert, besitzt.

François-Hubert Drouais war ein führender französischer Porträtmaler in den letzten Regierungsjahren Ludwigs XV. Zu seiner Kundschaft gehörten die französische Königsfamilie und der französische Adel, ausländische Aristokratie, Fermiers-généraux (Steuerbauern) sowie die wohlhabenderen Mitglieder der Pariser Gesellschaft und deren Angehörige. Aber es war seine zunehmende Popularität am französischen Hof, die seinen Kundenkreis erweiterte und seine Porträts zu einer modischen Notwendigkeit machte. Drouais‘ Werk wurde zu seinen Lebzeiten bewundert, und seine Popularität und Klientel schmälerten nicht die gelegentlich in Salon-Rezensionen veröffentlichten negativen Urteile.

Drouais war ein favorisierter Porträtmaler von Jeanne Beçu, Comtesse du Barry (1743-93), und hatte von 1772 bis zu seinem Tod die Position des premier peintre von Louis-Stanislas-Xavier, Comte de Provence (1755-1824), bekannt als Monsieur, später Louis XVIII. Mesdames de France, die Töchter Ludwigs XV., waren ebenfalls wichtige Mäzene. Sie empfahlen ihn ihrem Vater, Ludwig XV., als ein Porträtist gesucht wurde, der nach Wien reisen sollte, um die junge Marie-Antoinette zu malen. Drouais wurde angesprochen, aber sein Auftragshonorar wurde als zu hoch angesehen.

Zu seinen Porträts gehören die offiziellen Mätressen Ludwigs XV., Madame de Pompadour und Madame du Barry, die Mesdames de France (Töchter Ludwigs XV.), der Graf und die Gräfin der Provence, der Graf von Buffon, Madame Favart und die junge Marie-Antoinette.

Quelle: L’exposition rétrospective de l’art décoratif français by Gaston Migeon und Emile Molinier. Paris: Goupil & cie, 1901.

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