Coiffure à la Fontanges. Haartracht unter Ludwig XIV.

Coiffure, Fontanges, Barock, Mode, Barock, Versailles, Frankreich, Louis XVI,
Coiffure à la Fontanges, 1680.

Die coiffure à la Fontanges

Damen hohen Standes aus dem Übergang des 17. in das 18. Jahrhundert, nach seltenen, kolorierten Kupferstichen jener Periode. Wenn diese Stiche in dieser Zeit auch große Verbreitung fanden, so sind sie doch heute eine große Seltenheit geworden, im vorliegenden Fall umso mehr, da die hierzu benutzten Originale koloriert sind. Wir geben diese vornehmen Frauen nicht nur wegen der allgemeinen Mode jener Zeit am Ende des 17. Jahrhunderts unter der Regentschaft Ludwig XIV., wieder, sondern insbesondere wegen der Haartracht, coiffure à la Fontanges genannt.

Marie Angélique de Scorailles, duchesse de Fontanges, geb. 1661, Ehrendame der Königinmutter und Maitresse von Ludwig XIV., der sie 1681 zur Herzogin erhob. Bei einer Jagd blieb sie an einem Ast hängen, wodurch ihre Frisur in Unordnung geriet; sie nahm Blätter und verschiedene Bänder von anderen Hofdamen, womit sie sich eine hoch gesteckte Frisur arrangierte, die dem König und der ganzen Gesellschaft sehr gefiel und von da an unter dem Namen coiffure à la Fontanges nicht nur in Versailles oder Paris, sondern auch in Deutschland, Italien und anderen Ländern für eine lange Reihe von Jahren in allgemeine Mode kam, wofür viele Bildnisse aus jenen Ländern Zeugnis geben.

Illustration A stellt eine Dame vom Hof Ludwig XIV. dar; auffallend sowohl durch die Eigentümlichkeit, dass sie einen Mops mit dem Biret (auch Barett) eines Geistlichen trägt, wie durch die rätselhafte Unterschrift Mademoiselle … van Buysen.

B ist eine Erzherzogin von Österreich, Tochter Leopold I.; ein Beweis, dass auch deutsche Fürstinnen die französische Mode bereitwillig annahmen.

C ist gleich der Ersteren eine Dame des französischen Hofes, deren Name uns unbekannt ist.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

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