Fränkische Hofkleidung der Renaissance.

Hefner-Alteneck, Graf, Henneberg, Hoftrachten, Renaissance
Hoftracht der Grafen von Henneberg, 16. Jh.

Hofkleidung der Grafen von Henneberg um 1550.

Hoftracht der Grafen von Henneberg *) aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, nach einer kolorierten Handzeichnung, aufbewahrt unter den Briefen und Rechnungen der gräflichen Familie, als Schneidermuster für die Junker, um ihre Knechte, wenn sie bei Hof zu erscheinen hatten, einkleiden zu lassen.

Solche Kostümmuster zur Anfertigung der Kleidung, besonders der Untergebenen, wurden in damaliger Zeit häufig der schriftlichen Verordnungen beigefügt. Obgleich die Tracht zunächst den hennebergschen Hof bestimmt war, so ist doch das wesentliche derselben mit dem Anfang des 16. Jahrhunderts besonders im Jagdgebrauch allgemein gewesen.

Als eigentümlich der Familie Henneberg angehörig sind die heraldischen Farben zu betrachten, welche in den sechs Abteilungen an der Kappe, Halsbedeckung, an dem rechten Oberbein und den Zacken der rechten Schulter vorkommen. Nach der Beschreibung hat der Rock hinten vier Falten.

Der Vielseitigkeit wegen fügen wir dieser Abbildung vier Männertrachten bei, nach Holzschnitten einer Ausgabe des Titus Livius aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. (Bekanntlich wurden die Holzstöcke von den Verlegern auch zu anderen Werken benützt.)

Wir erkennen in diesen Figuren Ritter und Fürsten, wie sie der Künstler seiner eigenen Periode entnommen hat. B., zeigt einen Ritter, der den Harnisch ablegt, C., einen Vornehmen in Haustracht, D., und E., fürstliche Persönlichkeiten, wozu dem Künstler wohl Kaiser Maximilian I. vorgeschwebt haben mag.

*) Henneberg war eine mittelalterliche deutsche Adelsfamilie (Grafen), die ab dem 11. Jahrhundert große Gebiete im Herzogtum Franken besaß. Ihr Stammland wurde 1310 zur fürstlichen Grafschaft erhoben. Nach dem Aussterben der Linie im späten 16. Jahrhundert wurde der größte Teil des Gebietes vom Sächsischen Haus Wettin geerbt und anschließend in die thüringischen Ländereien seines Ernestinischen Zweiges eingegliedert.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

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