Uniformen der königlichen und republikanische Marine. Frankreich 18. Jh.

Frankreich, Uniformen, Marine, 18. Jahrhundert, königlich, royal, republikanisch
Frankreich 18. Jh. Uniformen der königlichen Marine 1786; Uniformen der republikanischen Marine; 1792.

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7,
8, 9, 10, 11, 12,

FRANKREICH XVIII. JAHRHUNDERT. UNIFORMEN DER KÖNIGLICHEN MARINE; 1786. DIE MARINE WÄHREND DER REPUBLIK; 1792.

Königliche Marine, 1786.
Nr. 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12.

Republikanische Marine, 1792.
Nr. 1 und 2.

Die ruhmvollste Zeit der französischen Marine, von dem Herzog von Choiseul vorbereitet, fällt unter die Regierung Ludwigs XVI. Die Revolution hatte die Auswanderung der tüchtigsten Offiziere, die Unterdrückung der Marineschulen und somit den Verfall der Flotte zur Folge.

Nr. 11. Admiral. Blauer Rock, Futter, Weste, Hose und Strümpfe rot. Stickerei à la Bourgogne, d. h. Goldgalonierung auf allen Nähten; anstatt der Epaulettes eine Litze von doppelter Breite. Die ganze Uniform gleicht der der Marschälle von Frankreich.

Nr. 12. Vize-Admiral. Scharlachaufschläge mit kupfervergoldeten Ankerknöpfen und goldenen Epaulettes. Bis 1776 gab es nur zwei Vize-Admiräle. Später ist die Zahl unbeschränkt.

Nr. 9. Gardist der Admiralflagge. Die Gardisten der Admiralflagge, sämtlich Edelleute, wurden unter Ludwig XIV. formiert. Ein Detachement derselben stand in Toulon, das andere in Brest. Sie hatten den persönlichen Dienst beim Admiral und wurden, falls sie sich dazu eigneten, Marineoffiziere. Königsblauer Rock, Aufschläge, Futter, Weste, Hose und scharlachfarbene Strümpfe; vergoldete Kupferknöpfe bis zum Gürtel, drei auf den Aufschlägen und drei auf jeder Tasche; goldene Fangschnüre an der rechten Schulter; Hutkrempe à la mousquetaire; weisse Kokarde.

Nr. 10. Marinegardist. Die Marinegardisten, ähnlich uniformiert wie die Gardisten der Admiralsflagge, bildeten seit 1786 mit diesen zusammen die erste Klasse der Marineeleven oder Aspiranten.

Nr. 5. Matrose. 1786 trug der Matrose eine Jacke aus grobem Wollstoff, ebensolche Hose, bis zu den Knöcheln reichend, rote Weste mit kleinen Knöpfen und runden gewichsten Hut.

Nr. 3 und 4. Küstenwächter; Offizier und Gemeiner. Die Küstenwächter wurden aus den Bewohnern der Stranddörfer gebildet. Sie wurden in Kapitänschaften (Küstenwache) eingeteilt und seit 1775 auch für die Bedienung der Küstenbatterien verwendet. Die Farbe ihrer Uniform war grün. 1793 wurden sie aufgelöst.

Nr. 8 und 7. Marineinfanterie; Offizier und Gemeiner; Regiment Brest. Die Anfänge der Marineinfanterie datieren von 1772, wo man acht Regimenter zu je zwei neun Compagnien starken Bataillonen in Brest, Toulon, Rochefort, Marseille, Bayonne, Saint-Malo, Bordeaux und Havre errichtete. Die Uniform des Regiments Brest war königsblau mit roten Aufschlägen. Eine geringe Anzahl von Kolonialtruppen bestand schon seit 1695, aber erst um 1772 wurden neun reguläre Regimenter für diesen Spezialdienst errichtet.

Nr. 6. Chirurg. Die Organisation eines Sanitätscorps für den Dienst auf den Schiffen ist nicht sehr alten Datums. In den Marineetats von 1661 bis 1745 finden sich keine Schiffsärzte.

Nr. 1 und 2. Marineoffizier und Matrose; 1792. Die Neuorganisation der am 22. April 1791 aufgelösten Marine erfolgte am 15. Mai und wurde durch Dekret vom 18. März 1793 unterstarker Heranziehung der Handelsmarine vollendet. Die Uniform der Offiziere erfuhr in Schnitt und Farbe keine wesentliche Änderung. Für den Anzug der Matrosen war grösste Bequemlichkeit das Hauptprinzip. Blaues Hemd mit breitem, umgelegtem Kragen, weite Jacke und blau-weiss-rot gestreifte Hose.

Figuren nach den Costumes militaires français von de Noirmont und A. de Marbot. Vgl. Guérin, Histoire maritime de la France. Du Sein, Histoire de la marine de tous les peuples, Paris 1863.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Herausgegeben von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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