Französische Tracht in Deutschland 1777

Leipziger Promenade an der Pleiße vom Barfußtor zum Thomastor.
Promenade an der Pleiße vom Barfußtor zum Thomastor

DEUTSCHLAND UM 1777

Ein Blatt von Roßmäßler, 1777, das die Leipziger Promenade an der Pleiße vom Barfußtor zum Thomastor zeigt, einige Jahre nach der Zeit, da der Student Goethe Leipzig als ein Klein-Paris empfand.

Die französische Tracht ist allgemein. Man sieht sie teils von recht bürgerlich wirkenden, teils von magisterlichen und studentischen Gestalten getragen. Vereinzelt auch von Personen, die auf die Mode extremer, oder wenn man so auffassen soll, aristokratischer bedacht sind, wie dem Paar im linken Vordergrund, wo die Dame den Fächer hält. Englische Einflüsse im Kostüm treten hier noch nicht hervor, obwohl ihnen in „Werthers Leiden“, die 1774 erschienen, schon eine symptomatische Bedeutung gegeben war.

Dagegen hat der Zeichner mit einem leichten ironischen Humor die sich deutsch tragenden drei bürgerlichen Schwestern oder Freundinnen, nach denen sich der Student umschaut, mit der Kehrseite in die Mitte der Hauptpromenade gestellt.

Quelle: Geschichte des Kostüms von Adolf Rosenberg. Text von Prof. Dr. Eduard Heyck. Erschienen bei Ernst Wasmuth, Berlin 1905.

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