Gansbauch Wams der spanischen Kleidermode im Barock.

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Gansbauch Wams der spanischen Kleidermode im Barock.

Seidenes Wams eines Vornehmen aus dem Übergang des 16. in das 17. Jahrhundert nach dem noch gut erhaltenen Original im Herzoglichen Museum zu Darmstadt. Bekanntlich gehören ähnliche original Kostüme zu den größten Seltenheiten deren das genannte Museum noch mehrere besitzt, Sie befinden sich in jener kulturhistorischen Sammlung, die Baron Hübsch in Köln am Anfang des 19. Jahrhunderts dem Großherzog von Hessen vermachte.

Dieses Kostüm gibt eine Probe von der Pracht der damaligen Kleidung und dem Fleiß, die auf deren Herstellung verwendet wurde. Das Wams besteht aus langen, in senkrechter, und aus kurzen in schräger Richtung zusammengesetzten Bändern aus schwarze Seide, auf denen mit größter Zierlichkeit stark erhabene, gedrehte und geflochtene Schnürchen aus schwarzer Seide, aufgenäht sind.

B ist ein Stück der senkrecht Laufenden und C eines der schräg laufenden Bänder in Originalgröße. Das Ganze, dass nach Zusammensetzung der Bänder, gewissermaßen ein Netz bildete, war ursprünglich mit blauem Seidenstoff unterlegt; jetzt vertritt seine Stelle blaues Leinen. Vorne herab ist das Wams mit verborgenen Krappen zugeheftet. Die Länge von oben bis unten zur mittleren Spitze beträgt 0,50, die Breite von einem Armloch zum anderen auf dem schmalen Teil Mist 0,38 m.

Wir fügen dieser Abbildung den Teil eines Bandes unter D bei, dass sich am Fragment einer sehr ähnlichen Jacke, im Besitz des Verfassers befindet. Derselbe erwarb dieses Fragment im Jahre 1845; es soll aus dem Grab eines Grafen von Henneberg stammen und zeigt den enormen Fleiß, der auf ein solches Kleidungsstück verwendet wurde, in dem die stark erhabenen Ornamente mit schwarze Seide auf das schwarzseidene Band gestickt sind.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

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