Tischdecke des 16. Jhs. Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen.

Tischdecke, StickereiBarock, Epoche,
Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Bestickte Tischdecke aus dem Jahre 1601.

Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen, auch bekannt als das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen oder das Gleichnis von den zehn Brautjungfern, ist eines der bekannten Gleichnisse Jesu. Nach dem Evangelium von Matthäus 25,1-13 werden die fünf Jungfrauen, die auf die Ankunft des Bräutigams vorbereitet sind, belohnt, während die fünf, die nicht vorbereitet sind, verstoßen werden. Das Gleichnis hat ein klares eschatologisches Thema: Seid auf den Tag des Gerichts vorbereitet. Es war eines der populärsten Gleichnisse im Mittelalter, mit enormem Einfluss auf die gotische Kunst, die Bildhauerei und die Architektur der deutschen und französischen Kathedralen.

Gestickte Tischdecke vom Jahre 1601.

Dieselbe zeigt in ihren Darstellungen, die fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen und zwar in der Art angebracht, dass im Mittelbild eine der Klugen mit dem Türklopfer an der Kirche anklopft und der himmlische Bräutigam zum Fenster herausschaut, während eine der Törichten am Opferstock trauernd sitzt, und die acht übrigen im Laubwerk der breiten Randverzierung erscheinen.

Die Klugen sind durch brennende, die Törichten durch erloschene Lampen bezeichnet. Die Jungfrauen sind genau in der Tracht jener Periode, mit den gesteiften Röcken und den Puffen an den Achseln, die aufwärts stehen, und nicht wie vorher abwärts hängen. Bei aller Sonderbarkeit sind die Figuren in Handlung und Bewegung ausdrucksvoll und bilden in Verbindung mit dem zierlichen Laubwerk ein gefälliges Ornament.

Der Grund des Ganzen besteht aus hellbrauner Leinwand, die Darstellungen darauf sind in starken zimtbraunen Konturen aufgenäht, die inneren Räume in denselben sind mit weissem Garn in feinen, durchaus wechselnden Mustern, als punktiert, rautenförmig, netzartig &c. ausgefüllt, nur wenige Teile darin, wie der Streifen um die innere Darstellung, einzelne Beeren, Laubwerke und Streifen an den Frauenkleidern, sind blau.

Quelle: Kunst-Kammer seiner königlichen Hoheit des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen von Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck und Karl Anton. München: Bruckmann 1866.

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