Krieger der Antike. Griechen der heroisch und historischen Zeit.

Griechenland, Antike, Krieger, Waffen, Rüstung, Phalangit, Hippeis, Peltast, Hoplit, Hopliten
Griechenland. Die Bewaffnung der Krieger der heroischen und historischen Zeit.

GRIECHENLAND. KRIEGER DER ANTIKE.

KRIEGER DER HEROISCHEN UND DER HISTORISCHEN ZEIT. FÜHRER UND SOLDATEN. DER HOPLIT, DER PELTAST, DER REITER, DER PHALANGIT, DER SIEGREICHE KRIEGER, DER BOGENSCHÜTZE. DIE GROSSEN GÖTTINNEN DES KRIEGES UND DER JAGD, ATHENA UND ARTEMIS. DER PURPUR. BÜRGERLICHE TRACHT ZUR ZEIT DER PTOLEMÄER.

DOPPELTAFEL.

Die Bewaffnung der heroischen Zeit ist hier, hauptsächlich nach Vasengemälden, mit der der historischen zusammengestellt. Die Nr. 18, 20, 23, 39, 41, 46 und 50 geben die letztere, sowie sie sich in Folge der Reformen des Iphikrates, gest. 348 v. Ch., herausbildete, nach den Rekonstruktionen des Directors des Artillerie – Museums in Paris, Oberst Leclercq (Auguste Bouché-Leclercq). Nachbildungen von Statuen der Athena und der Artemis sind beigefügt, weil diese Gottheiten als Repräsentantinnen des kriegerischen Handwerks bei den Griechen gelten können.

Nr. 18. – Der Krieger.

Nr. 6 und 25. Details seiner Bewaffnung.

Die Rüstung dieses Kriegers, ist nach der Statue des Mars im Vatikan rekonstruiert. Der Brustpanzer ist aus Bronzeplatten zusammengesetzt, die auf lederbezogenen Schnüren befestigt sind und findet seine Verlängerungen in einem doppelten aus Lederstreifen bestehenden Hüftschurz. Breite Achselstücke aus Bronzeplatten halten den Panzer, unter dem eine leinene Tunika mit kurzen Ärmeln getragen wird. Helm mit niedrigem Kamm, aufgeschlagenem Visier und Backenklappen. – Ledernes Wehrgehänge (vgl. das Schwert mit Elfenbeingriff Nr. 25); Beinschienen aus Bronze. Geschnürte Sandalen mit roten Sohlen. Eiserne Streitaxt mit lederbezogenem Griff. Hölzerner gebuckelter Rundschild mit kleiner Bronzeplatte an einem Gehänge mit Querschienen für Arm und Hand. An der Innenfläche mehrere rote Troddeln, deren Gebrauch sich aus Nr, 45 erklärt.
Nr. 32 zeigt die Art, wie man den Schild vor dem Kampfe trug (vgl. Nr. 12). Den Gebrauch des Schildriemens entlehnten die Griechen den Kariern.
Nr. 5 und Nr. 55 geben Beispiele von Helmen der heroischen Zeit.

Nr. 20. – Der Hoplit oder Schwerbewaffnete, (altgriechisch ὁπλίτης hoplítÄs).

Bewaffnung der Hopliten. Die Panoplie. Bronzehelm mit breiten unter dem Kinn befestigten Backenklappen. Hohe Helmkappe mit durchbrochenem Kamm und Rosshaarbusch. Brustpanzer, den Körperformen nachgebildet; Hüftschurz, Beinschienen und Schild ebenfalls aus Bronze. Tunika auf beiden Seiten geschürzt. Der Brustharnisch ist unter dem Arme geschnürt, von einem Gürtel umschlossen und durch Achselstücke gehalten. Der Oberarm ist durch Lederstreifen geschützt. Der leicht ausgebauchte Rundschild (ασπίς aspís) ist ohne Buckel und Abzeichen. Als Fussbekleidung dient eine starke geschnürte Sandale.

Hoplite, Griechischer Krieger, Antike, Gewandung, Modegeschichte, Kostümgeschichte, historische Kleidung, Karl Gimbel
Griechischer Krieger, Hoplite, ca. 660 v. Chr.

Die hauptoffensiv Waffe war ein 2,4 – 4,5 Meter langer und 2,5 Zentimeter im Durchmesser messender Speer, der als Doru oder Dory bezeichnet wurde. Er wurde mit der rechten Hand gehalten, mit der linken Hand hielt er den Schild. Die Krieger hielten ihre Speere bei der Annäherung an den Feind normalerweise in einer Unterhandposition, aber sobald sie in engen Kontakt mit ihren Gegnern kamen, wurden sie in einer Überhandposition gehalten, bereit zum Angriff. Die Speerspitze hatte in der Regel eine geschwungene Blattform, während die Rückseite des Speers einen Stachel hatte, der als Sauroter („Eidechsentöter“) bezeichnet wurde, mit dem der Speer im Boden stand (daher der Name). Er wurde auch als Sekundärwaffe verwendet, wenn die Hauptstange zerbrach, oder für die hinteren Ränge, um heruntergefallenen Gegnern ein Ende zu bereiten, während die Phalanx der Krieger über ihnen vorrückte. Neben der Verwendung als Sekundärwaffe wurde der Sauroter auch zum Balancieren des Speers verwendet, jedoch nicht für Wurfzwecke.

Die Hopliten trugen auch ein Schwert, meist ein kurzes Schwert namens Xiphos, aber später auch längere und schwerere Typen. Das Kurzschwert war eine sekundäre Waffe, das verwendet wurde, wenn ihre Speere zerbrochen oder verloren waren, oder wenn die Phalanx der Krieger auseinander brach. Das Xiphos hatten in der Regel eine etwa 60 Zentimeter lange Klinge mit Bronzegriff, die der Spartaner war jedoch oft nur 30-45 Zentimeter lang. Die mit Leder überzogene und durch Bronzeplatten verstärkte Scheide hängt an einem Lederbandelier, das unter dem Gürtel durchläuft. Der leichte Leinenmantel ist nach hinten geworfen und diente nach Verlust des Schildes, um den linken Arm geschlungen, zur Verteidigung. Nach einzelnen Stellen des Xenophon trug der gemeine Hoplit keinen Brustpanzer, der ein Vorrecht der Führer war.

Hoplite, Griechischer Krieger, Antike, Gewandung, Modegeschichte, Kostümgeschichte, historische Kleidung, Karl Gimbel
Griechischer Krieger, Hoplite, ca. 660 v. Chr.

Als Seitenstücke des Hoplitenhelmes aus der heroischen Zeit dienen Nr. 5, 10, 29 und 55.
Nr. 1 und 16 zeigen, wie man sich des um den linken Arm geschlungenen Mantels zur Verteidigung bediente. Nr. 21 und 22 geben Beispiele des kriegerischen Schreitens und Springens des Schwerbewaffneten.

Nr. 50. – Der Peltast oder Leichtbewaffnete, (πελτασταί, peltastaí).

Nr. 34 und 49 Details seiner Bewaffnung.

Peltae war eine alte und berühmte Stadt im nördlichen Phrygien; Pelta als Bezeichnung des kleinen Amazonenschildes deutet somit auf die Herkunft dieser Defensivwaffe hin. Sie wurde von den durch Iphikrates unter die regulären Truppen eingereihten Peltasten getragen.
Der hier dargestellte Peltast trägt einen Stepppanzer aus Leder und Wolle, durch Achselstücke gehalten, in einem Hüftschurz auslaufend und von einem Gürtel aus gehämmerter Bronze umschlossen. Darunter eine gefältelte Tunika. Zinnerne Beinschienen über einer Art von wollenem Wadenstrumpf gezogen. Der hölzerne Rundschild ist bemalt und trägt als Abzeichen einen silbernen Fisch. Das Schwert hängt an einem schmalen Lederbandelier. An den Wurfspeeren befindet sich das amentum, ein Lederriemen, in den man beim Schleudern derselben zwei Finger steckte. Der Bronzehelm mit festem Nasenschutz und Backenklappen ist der boeotische; er trägt einen hoben Kamm mit Haarbusch. Als Fussbekleidung dient die durch Riemen gehaltene Sandale mit der Agraffe, dem Zeichen des freien Mannes, über dem Spann.
Ähnliche Helme aus heroischer Zeit finden sich unter Nr. 52, 57 und 59.

Nr. 23. – Der Reiter, (Hippeis, ἱππεῖς)

Details seiner Bewaffnung Nr. 35 und 36. Figur nach einem griechischen Vasengemälde. Die Originalrüstung befindet sich im Museum zu Neapel.

Die Griechen benutzten weder Steigbügel noch Sattel und scheinen kaum die Decke des römischen Reiters gebraucht zu haben.
Der anschliessende Panzer besteht aus Leder, setzt sich in einem kurzen Hüftschurz fort und ist von einem breiten Bronzegürtel mit Doppelagraffe umschlossen. Die Achselstücke schützen zugleich die Schultern und den Oberarm. Als Verstärkung des Panzers dienen breite Bronzescheiben. Die wollene Tunika ist gefältelt wie bei Nr. 50, ebenso der Ärmel. Der etruskische Helm mit hohen Hörnern und nach hinten flatterndem Busch gleicht dem unter Nr. 15 abgebildeten aus grüner Bronze, der sich im Louvre befindet. Beide sind mit einem Lorbeerkranz verziert und scheinen Paradehelme zu sein.

Die Beinschienen sind aus Leder; der kleine Schild hängt an einem Riemen; an der Sandale ist ein Sporn befestigt (vgl, Nr. 36). Als Waffen dienen Schwert (vgl. Nr. 35) und ein Streitkolben aus Bronze. Das Handgelenk ist mit einem Armband geschmückt. Dazu würden noch eine Lanze oder zwei Wurfspeere kommen.

Nr. 39. – Der Phalangit, (pezhetairos Gefährte zu Fuß).

Nr. 28 und 39. Details seiner Rüstung. Restitution nach einem Grabe in Florenz.
Helm mit aufgeschlagenem Visier in Form eines menschlichen Gesichtes, über einer Lederkappe, deren herabhängende Fortsetzung als Nackenschutz dient (vgl. Nr. 38). Schuppenpanzer auf Leder gezogen über einer wollenen Tunika mit Achselstücken, durch Lederstreifen über der Schulter gehalten und von einem Bronzegürtel mit Doppelagraffe umschlossen. Beinschienen aus Bronze. Sandalen mit Lederriemen. Das Schwert mit Holzgriff und Lederscheide hängt an einem Bandelier. Der runde Holzschild, mit Bronzeplattierung, ohne Buckel, ist mit einem Riemen um den Hals befestigt. Die Lanze mit Eisenspitze und Fusseisen ist nicht so lang, als die makedonische Sarissa von 5-7 m Länge.
Die makedonische Phalanx fand ihr Vorbild in den Reformen der athenischen Feldherren Iphikrates * 415 v. Chr.; † um 353 v. Chr.) und Chabrias (Schüler Platons, griechisch Χαβρίας Chabrías; † 357 v. Chr.).
Helme mit dem menschlichen Antlitz nacbgebildetem, beweglichem oder unbeweglichem Visier aus heroischer Zeit sind unter Nr. 2, 4, 8, 9, 11, 14, 27 und 33 abgebildet.

Nr. 46. – Siegreicher Krieger.

Detail seiner Rüstung Nr. 48.
Abbildung nach einer in Pästum gefundenen Wandmalerei.
Helm mit Nackenschutz, aufgeschlagenem Visier, vier in Hülsen steckenden Federn und in Scharnieren beweglichen Backenklappen. Brustpanzer aus Bronze, hoch gegürtet, über einem starken Lederkoller, an das sich eine halbrunde Schürze anschliesst. Rotgefärbter Wadenstrumpf aus Leder mit bronzener Halbschiene und ebensolchem Hackenscbutz. Die Form des letzteren zeigt, dass der Krieger ein Reiter ist. Die kurzen Schulterstücke des Panzers sind aus Leder.
Die Tunika ist so gefältelt, dass sie durch eine leichte Bewegung von den Hüften nach vorn geschoben werden kann. Der grosse Holzschild ist bemalt und mit eisernen Rosetten geschmückt. Der Mantel ist die chlamys. Die Form der Sandalen scheint der zu entsprechen, die Iphikrates einführte und die man noch zur Zeit des Diodorus Siculus iphicratides nannte.
Als Waffen dienen Schwert und Lanze. An der Spitze der letzteren trägt der Krieger den Ledergürtel und den bemalten Panzer eines besiegten Feindes.
Zu der Form des Helmes vgl. Nr. 5, 7, 13, 31, 47, 53 und 58, der heroischen Zeit angehörig.

Nr. 41. – Bogenschütze.

Details seiner Rüstung Nr. 43 und 44.
Nach den Figuren im Giebelfeld des Tempels von Aegina. Lederkappe mit langem Nackenschutz (vgl. Nr. 43). Lederpanzer über einer wollenen Tunika. Lederne Beinschienen, aus zwei Teilen bestehend und mit der Sandale verbunden (vgl. Nr. 43). Bogen, aus zwei Hornteilen zusammengesetzt. Bronzene Armschiene, um gegen das Zurückprallen der Sehne zu schützen. Lederköcher an der Seite hängend und hinten befestigt. Schwert und Streitaxt.
Nr. 42 zeigt den gespannten Bogen eines Phrygiers aus dem Tempelgiebel von Aegina.

Nr. 19. – Pallas Athene, Statue in Dresden: Restauration.

Sie ist in Kampfhaltung dargestellt. Die Aegis, aus dem Fell der Ziege Amalthea verfertigt, bedeckt ihre Brust. Diese eigentümliche Panzerform soll nach Herodot ihren Ursprung von einem Kleidungsstück der Lybierinnen herleiten, das statt der Schlangen mit Lederformungen besetzt war. Wahrscheinlich war ein derartiger Harnisch wirklich einmal im Gebrauch.
Der Helm der Athene wechselt nach den Lokalitäten. Vgl. Nr. 52 und Nr. 54.
uch der grosse eherne Schild findet seine Analogien in Nr. 10. Vgl. Nr. 12 und 24.

Nr. 17. – Artemis, die sog. Diana von Herculaneum.

Diese Statue zeigt die Art der Bemalung, wie sie die Griechen für Skulpturen anwandten. Vergoldetes Haar, weisse, diademförmige Binde mit vergoldeten Rosetten. Tunika mit rötlichem Bandstreifen. Peplos, dessen Bordüre aus einem feinen goldfarbenen Netz und einem breiten roten Streifen mit weissen Palmetten besteht. Die Riemen der Sandalen und des Köchers sind rot mit weissen Punkten.

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Antikes Griechenland. Die Bewaffnung der heroischen und historischen Zeit.

Nr. 40. – Hand mit dem coestus.

Diese Art der Bewaffnung besteht in Lederriemen, die um Hand und Handgelenk geschlungen bisweilen bis an den Ellenbogen reichten und mit Blei oder Metallnägeln beschlagen waren. Der Faustkampf gehörte zu den gymnastischen Spielen, die man als Vorübung für den Krieg pflegte.
Dubois Maisonneuve sagt, zivilisierte Völker pflegten die Gegenstände, die sie furchterregend machen wollten, mit Rot, der Farbe des Blutes, zu bemalen. Die Natur des für die kriegerische Tracht verwandten Rot lässt sich nach verschiedenen Epochen unterscheiden. Es gab zwei Arten des Purpurs, den animalischen und den vegetabilischen. Der erstere war violett, der letztere scharlach. Der vegetabilische Purpur scheint zuerst zur Verwendung gekommen zu sein.

Der coccus, den Plinius als die Frucht eines Strauches bezeichnet, scheint ein Insekt, die Cochenille oder Schildlaus, gewesen zu sein, die einen scharlachfarbenen Purpur liefert.
Die porphyra wurde an den Küsten Afrikas und Lakoniens, besonders um Tyrus herum, gefischt. Die purpura pelagia lieferte die intensivste und dauerhafteste Farbe.
Die Taeniensis war die hellste. Der Name scheint anzuzeigen, dass sie vorzugsweise für die Binden, Tänien, verwendet wurde.
Die purpura calculensis, auf steinigem Meeresgrund gefischt, lieferte ebenfalls eine gute Qualität.
Das Rot der buccina, einer kleineren Purpurschnecke, war hell; mit dunklem Purpur gemischt, gab es ein schönes Kirschrot.
Wenn man mit tyrischem Purpur einen vorher mit coccus gefärbten Stoff nachfärbte, erhielt man eine hysginus genannte Farbe, eine Art Ponceau.
Der schwarze Purpur, melamporphymn wurde von den Greisen in der Komödie getragen. Coccobaphes nannte man die mit coccus gefärbten Stoffe, hydrobaphes und psychobaphes die kalt gefärbten, wie man sie noch heute in Indien herstellt. Kleidungsstücke mit unterem Purpurrand hiessen porphyrosemos; die mit einem Vertikalstreifen von oben nach unten geschmückte Tunika hiess mesoporporphyra.

Nr. 25 und 32. Bürgerliche Tracht.

Griechen aus der Zeit der Ptolemäer, in ägyptischer Weise mumifiziert.
Diese beiden Mumien wurden von Pietro della Valla aus Ägypten gebracht und sind von G. Becker in seiner Beschreibung der antiken Denkmäler in Dresden publiziert.

Der Mann hat gelocktes Haar, Schnurr- und Backenbart. Sein Kopf ruht auf einem Kissen mit gesticktem Rand. Ein mit Edelsteinen besetztes Diadem reicht beiderseits bis zur Höhe der Ohren. Seine Kleidung besteht zunächst aus einer langen, rot-, grau- und weissgestreiften Robe, oben und unten mit einem regelmässig geteilten Vorstoss. In der Höhe des Sternum ein Lorbeerkranz, wie es scheint gestickt. Der ägyptische Schurz ist in seiner ganzen Breite mit einer symbolischen Sonne verziert. In der Mitte die Büste des Osiris, zu beiden Seiten die entfalteten Flügel der Isis, deren Profil nach auswärts gekehrt ist. Das Ganze ist mit den Symbolen des Harpokrates, des Anubis und anderer Genien umgeben. Ein Querstreifen trägt eine Inschrift, einen an den Toten gerichteten Nachruf, wie: „Sei glücklich“ oder „fürchte Nichts!“
Das Oberkleid über der weissen Robe ist ausserordentlich prächtig. Es ist eine Art Dalmatika aus Metallplättchen bestehend, die auf das Gewebe aufgenäht sind. Jedes Plättchen enthält eine symbolische Darstellung, einen Vogel, Flügelfiguren, Zweige, Pflanzen u. s. w.

Die Papyrussandalen sind mit Schnüren aus Pflanzenfasern befestigt. Goldene Ketten und Ringe schmücken Hals und Finger. Die rechte Hand hält eine goldene Vase, die linke wohl einen Phallus.
Der Kopf der Frau ruht auf einem mit Perlen geschmückten Kissen. Das künstlich gekräuselte Haar ist von einem Diadem umgeben, in dessen Mitte sich eine Lotusblume mit einem farbigen Stein erhebt, während an den Seiten je drei andere Steine frei herabfallen.
Die Ärmelrobe ist hier über ein weisses Unterkleid gezogen, dessen Halsausschnitt man sieht.
Sie ist purpurfarben und regelmässig gefältelt. Zu beiden Seiten zeigt sich ein grüner Streifen. Die Halsbänder sind zahlreich. (Man unterscheidet die deraia am oberen, die hypoderaia am unteren Teil des Halses; die perideraia und peritrachelia umschlossen den Hals, die maschalisteres hingen auf die Brust berab.) Beide Handgelenke sind mit Armbändern geschmückt. Die rechte Hand zeigt zwei Ringe am Ringfinger, die Finger der linken Hand sind alle mit Ringen versehen. Die Rechte hält eine Vase, die Linke das Blatt einer heiligen Pflanze mit Frucht. Ägyptischer Schurz und Fussbekleidung sind ebenso wie bei Nr. 25.

Nr. 18, 20, 23, 39, 41, 46 und 50 und die Details Nr. 3, 25, 28, 34, 35, 36, 38, 43, 44, 48 und 49 gehören der Sammlung des Artilleriemuseums in Paris. Es sind Photographien nach den Originalen koloriert.
Nr. 17, 27, 31 und 33 ebenfalls nach Photographien.
Nr. 8, 12, 19, 25 und 37 sind der in Leipzig publizierten Beschreibung der antiken Denkmäler in Dresden entnommen.
Nr. 15 und 56 sind Zeichnungen nach den Originalen im Louvre.
Nr. 5, 7, 11, 14, 30 und 42 sind nach der Restauration von Charles Garnier koloriert, ebenso die Athena Nr. 19.
Nr. 2 ist ein Fragment vom Tempel zu Selinunt.
Nr. 1, 4, 10, 13, 16, 21, 22, 24, 29, 32. 45, 52, 54, 55 und 59 sind Fragmente von Vasengemälden, dem Musée Napoleon III. von Adrien de Longpérier, den Monuments inédits d’antiquité grecque von Raoul Rochette, den Denkmälern von O. Müller und Wieseler u. s. w. entlehnt.
Nr. 3, 9, 40, 53 und 58 sind Medaillen, denselben Werken entnommen.

Vgl. Philostrates, Über die Gymnastik. – Plutarchos, Leben berühmter Männer. – Thucydides, Geschichte des peloponnesischen Krieges.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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