Griechenland der Antike. Moden der Haarfrisuren und Kopfbedeckungen.

Griechenland, Frisuren, Antike, Kostümgeschichte, Opisthosphendone, Sphendone, Kekryphalos, Anademata, Nimboi, Petasos
GRIECHENLAND. ANTIKE HAARTRACHTEN UND KOPFBEDECKUNGEN.

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GRIECHENLAND. ANTIKE HAARTRACHTEN UND KOPFBEDECKUNGEN.

Die Frauen des griechischen Altertums wussten in dem Arrangement ihres Haares, das sie im Gegensatz zu den Männern, die es schnitten, lang trugen, eine grosse Mannigfaltigkeit zu erzielen. Nur zum Zeichen der Trauer schoren auch sie ihr Haar. Schleier von leichtem oder kostbarem Stoff, Bänder von den verschiedensten Farben, Blumen und wohlriechende Salben wurden bei den kunstvollen Frisuren häufig angewandt. Auch war es Sitte, das Haar zu färben. „Sie war blond, heisst es in Lucians Hetärengespräche (Lukian von Samosata, Ἑταιρικοὶ διάλογοι), ihre Haare verdankten diese Farbe aber der Natur, nicht der Kunst oder den Spezereien, welche die Frauen anzuwenden wissen, um sich blond zu machen„. Auch Perücken wurden getragen.

Die jungen Leute beiderlei Geschlechts liessen ihre Haare bis zum Erwachsensein wachsen und weihten sie dann den Göttern. Die jungen Mädchen scheitelten gewöhnlich ihre Haare über der Stirn und banden sie über dem Scheitel zu einem Knoten zusammen. Die Frauen befestigten diesen Knoten bisweilen mit Hilfe von Flechten am Hinterkopf. Auf Monumenten des älteren Stils findet man das Haar in kleine regelmässige Löckchen geordnet, die sich über den ganzen Kopf hinzogen. Ein einfaches, schmales Band hielt diese künstliche Frisur zusammen. (Vgl. Nr. 2.) Man nannte diese Bänder Anademata oder Anadesmai. Auch wurden ähnliche Bänder (nimboi genannt) um die Stirn gewunden, um dieselbe zu verkleinern, da eine niedrige Stirn als ein Zeichen von Schönheit galt. Die Sphendone dient ebenfalls, um die Haare zusammenzuhalten: in der Mitte breit, verengt sie sich nach den Seiten, wie die Schleuder, von der sie den Namen hat.

Oft legte man die Sphendone auch mit dem breiten Ende nach hinten um, welches dann die Haare netzartig zusammenfasste. Dann nannte man dieses Band Opisthosphendone. Beide Binden zusammen findet man auf Nr, 4, 6, 8, 17, 21, 22, 23. Nr. 14 zeigt die einfache Sphendone. Das Netz, von Gold- und Seidenfäden gearbeitet und Kekryphalos genannt, hielt die Haare hinten zusammen (Nr. 6, 17, 21). Vollkommen geschlossen und haubenartig über den Kopf gezogen ist der Sakkos (Nr. 11, 13, 20, 25, 26, 28). Es war ein buntgestreiftes Stück Stoff, das vielleicht wie die Kappe der Ägypter zum Schutze gegen die Sonnenstrahlen diente, vielleicht auch getragen wurde, um die Frisur zu schonen. Oft hat auch der Sakkos die Gestalt einer Zipfelmütze, die auch von Männern getragen wird (Nr. 16).

Ausser Hause, besonders auf Reisen, bedienten sich Frauen und Männer in gleicher Weise des von den Thessaliern überkommenen Petasos, eines breitkrämpigen weissen Filzhutes, der an Bändern auf dem Rücken herabhing, wenn man ihn nicht aufsetzen wollte (Nr. 9).

Von besonderer Mannigfaltigkeit und Schönheit ist der Kopfputz auf Nr. 5: Flechten, Locken, zu deren Herstellung man sich des Brenneisens bediente, Bänder, ein Diadem und eine Opisthosphendone. Der Kopfschmuck von Nr. 24 findet sich noch heute bei griechischen Bäuerinnen. Wenn sie keine goldenen Zechinen haben, nehmen sie Drachmen. Athenäus erzählt, dass die Athenerinnen in ihrem Haar goldene Grillen trugen, die von Ringen herabhingen. Nr. 12 zeigt eine vollständige Krone, die jedoch nicht aus Metall, sondern aus steifem Stoff zu denken ist. Auch Schleier waren seit den ältesten Zeiten stark in Gebrauch (Nr. 27). Bisweilen wurden sie so um den Kopf geschlungen und mit Bändern festgehalten, dass sie eine vollständige Mütze bildeten (Nr. 28).

Nach Gerhard’s Antiken Denkmälern und Mongez Encyclopédie méthodique .

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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