Die Galerie der Halle von Hatfield-house. England im 17. Jh.

Hatfield-house, England, Einrichtung, Schloss,
Inneres eines englischen Schlosses aus dem 16. Jh.

ENGLAND. INNERES EINES EDELSITZES. HALLE EINES SCHLOSSES AUS DEM ANFANG DES SIEBENZEHNTEN JAHRHUNDERTS.

Die Galerie der Halle von Hatfield-house.

Hatfield-house, der gegenwärtige Wohnsitz des Marquis of Salisbury, wurde von Robert Cecil, dem ersten Grafen von Salisbury, zwischen 1605 und 1611 erbaut. Die grosse Halle, die in keinem englischen Schlosse fehlt und zur Begrüssung der Gäste, sowie zur Abhaltung von Festlichkeiten, Banketts u. s. w. diente, erhielt ein reichliches Licht durch ein fast die ganze Wand einnehmendes Fenster, das durch einen Mauerstreifen in eine obere kleinere und untere grössere Hälfte geteilt ist. Diese Anordnung der Fenster war bereits im Mittelalter üblich und wurde von den Architekten der Renaissance beibehalten, die jedoch noch für eine stärkere Lichtzuführung sorgten.

Allgemein üblich waren auch die Holzvertäfelungen der Wände. Diese waren nicht unmittelbar an den kalten Wänden befestigt, sondern sie wurden auf Holzleisten genagelt, die ihrerseits mit Klammern an den Mauern befestigt waren. Die Verbindungstüren sind durchweg sehr niedrig. Sie haben eine Höhe von 2-2,50 Metern. Die grossen Hallen lagen immer im Erdgeschoss, meist über einem gewölbten Keller, der als Vorratsraum diente. Um in die Hallen zu gelangen, stieg man auf breiten Rampen oder Terrassen empor.

Zu den oberen Räumlichkeiten führten nur enge Treppen hinauf, da dieselben nur von den Familienmitgliedern und der Dienerschaft benutzt wurden. Fremde betraten nur die Halle. Alle diese Hallen waren an den oberen Wänden mit hölzernen Galerien oder Logen versehen, in denen man bei Festlichkeiten die Musikanten, besonders auszuzeichnende Gäste und Damen platzierte. Die Hallen waren durch aussen angebrachte Treppen zugänglich. Die Galerie der Halle von Hatfield-house ist von aussergewöhnlicher Schönheit und Grösse. Sie ist sehr kunstvoll mit Schnitzereien dekoriert, wird von kräftigen Konsolen getragen und ist 173 Fuss (ca. 53) lang. Sie hat dem ganzen Saal den Namen der „langen Galerie“ gegeben.

Nach dem Werk von Nash, The Mansions of England. – Vgl. Viollet-le-Duc, Dictionnaire raisonne d’architecture. A. Michiels, Voyage d’un amateur en Angleterre, Paris, 1872.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Albert Charles Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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