Historische Personen des 15. Jh. in Frankreich

BÜRGERLICHE UND MILITÄRISCHE TRACHTEN DES FRANZÖSISCHEN ADELS VOM XII. BIS ZUM ENDE DES XV. JAHRHUNDERTS.

Mittelalter. Historische Personen.

Adel, Trachten, Mittelalter, Frankreich
Bürgerliche und militärische Trachten des französischen Adels vom 12. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Oben: 1 2 3 4 5 6 Unten: 7 8 9 10 11 12

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Mode, Mittelalter, Gewandung, Gotik, Adel
Bürgerliche und militärische Trachten des französischen Adels vom 12. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Oben: 13 14 15 16 17 18 Unten: 19 20 21 22 23 24

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Männer des 15. Jh. in Frankreich.

Nr. 1. Jakennes Loucart, Ritter des Königs. Nach einem Gedenkstein an der Mauer der Magdalenen-Kapelle in der Kirche der Abtei von Orcamp. Er war der Gründer dieser Kapelle. Sein Waffenrock, ist mit seinem Wappen, einem springenden Löwen dekoriert. Die Tracht scheint später zu sein als die Zeit Philipps des Schönen.
Nr. 2. Eudes, Graf von Chartres, XIII. Jahrh.; Schild mit Wappenverzierung.
Nr. 3. Hugo, Vizedominus von Châlons, gestorben 1279. Nach der Figur auf seinem Grabmal in der Abteikirche zu Châlons. In vollständiger Maschenpanzerrüstung und mit oben abgeplattetem Topfhelm. Der Waffenrock mit Wappen geziert.
Nr. 4. Ludwig von Frankreich, Graf von Evreux, Etampes u. s. w., nachgeborener Sohn Philipps III. des Kühnen, Königs von Frankreich, gestorben 1319. Er war so auf seinem Grabmal im Chor der Jakobinerkirche in Paris dargestellt.
Nr. 5. Krieger von Brabant, dessen Rüstung, besonders der grosse Schild, auf den Anfang des XIII. Jahrhunderts deutet. Nach dem Récueil d’antiquités de Flandres.
Nr. 6. Philipp von Artois, Herr von Conches, Sohn Robert II., Grafen von Artois, und der Amicia von Courtenai, gestorben 1298. Sein Grab mit Relief von weissem Marmor befand sich in der Jakobinerkirche in Paris. Sein Schild trägt die Lilien von Frankreich.
Nr. 13. Raoul von Beunmont, Gründer von Estival, 1210. Er trägt einen flachen Topfhelm mit Nasenschutz. So sah man ihn in einer Kapelle der Abtei von Estival.
Nr. 14. Philipp III., der Kühne, König von Frankreich 1270-1285. Er trägt das Pallium, die Attribute der königlichen Würde und sitzt auf dem sogenannten Dagobertstron.
Nr. 15. Johann I., Graf von Burgund (1217-1286). Er trägt an seinem Rocke die Farben seines Wappens. Nach einer Darstellung auf einem Glasfenster in Dom von Notre-Dame in Chartres.
Nr. 16. Peter von Carville; Abtei von Saint-Ouen in Rouen. Hof- und Stadttracht. XIV. Jahrhundert.
Nr. 17. Philipp IV. der Schöne, König von Frankreich 1285-1314. Nach seinem Grabmal im Chor von Saint-Denis.

Frauen des 15. Jh. in Frankreich.

Nr. 7. Margarethe von Beaujeu, Tochter Eduards, Herrn von Beaujeu, Marschalls von Frankreich, gestorben 1357. Sie war die Gemahlin Jakobs von Savoyen, Fürsten von Achaja und Moren. Sie trägt den mit Grauwerk gefütterten Ehrenmantel.
Nr. 8. Tracht des XIV. Jahrh. Die Bedeutung dieser Figur ist unsicher.
Nr. 9. Anna, Dauphine der Auvergne, Gemahlin Ludwigs II. Herzogs von Bourbon, den sie 1371 heiratete. Sie starb 1416.
Nr. 11. Begleiterin der vorigen. Beide tragen die cotte hardie, das eng anschliessende Gewand; das halb geteilt, verschiedenfarbig und mit den Wappentieren besetzt ist.
Nr. 10. Johanna von Flandern, Gemahlin Johanns von Montfort, Herzogs der Bretagne, in der Tracht bei ihrem Einzug in Nantes an der Seite ihres Gemahls 1341. – Seit dem Jahre 1325 hatte man zuerst an Isabelle von Frankreich, Königin von England und Schwester Karl IV. des Schönen, die hohe zuckerhut förmige Mütze bemerkt, von welcher ein langer Schleier herabhing. Man nannte diese Kopfbedeckung zuerst bonnet à la syrienne (syrische Mütze), weil sie zur Zeit der Kreuzzüge aus Syrien mitgebracht worden war. Die drusischen Frauen im Libanon tragen noch jetzt auf den Köpfen hohe spitze Hörner aus Goldarbeit, von welchen dichte, schwarze Schleier herabhängen, die sie niemals ablegen. Daraus entstand der Hennin.
Nr. 12. Angebliches Portrait der Heloise nach einer auf Grund gleichzeitiger Reliefs angefertigten Studie im VIII. Band der Memoires de l’Académie des Inscriptions et Belles-Lettres.
Nr. 18. Yolantha von Montaigu, zweite Frau Erbhards von Trainel, nach ihrem Grabdenkmal. Der Ehrenmantel ist mit Hermelin gefüttert.
Nr. 19 u. 20. Begleiterinnen der Isabelle von Bayern 1389. Aus einem Manuscript von Froissart, in welchem die beiden Damen die Schleppe des Mantels der Königin tragen.
Nr. 20 trägt einen spitzen Hennin, welcher mit einem gesteiften und aufgetollten Schleier umgeben ist. Die Figuren 19-24 zeigen, wie verschiedenartig die Form des Hennins wurde. Wir finden hier drei Typen: den spitzen Zuckerhut, die hohe oben breit zulaufende Haube, die noch von einer Krone (Nr. 21) oder von einem Kopftuch überhöht wurde und die in zwei Hörner auseinandergehende Haube (Nr. 22 u. 23). Auf den Hennin wurde der grösste Luxus verwendet. Es gab Hauben von Goldbrokat, Samt, Atlas, und diese kostbaren Stoffe wurden reich mit Perlen und Juwelen besetzt. Dazu gehörte ein Schleier aus feinem Musselin.
Nr. 21. Isabelle von Bayern, im Jahre 1385 mit Karl VI. von Frankreich vermählt.
Nr. 22. Jacqueline de la Grange, Gemahlin Johanns von Montaigu, Ministers von Frankreich unter Karl VI. Die Hörner ihres Hennins, escoffions genannt, gehen soweit auseinander, dass auf sie passt, was Juvénal des Ursins in seiner Geschichte Karl VI. sagt: „Die Damen und Fräulein hatten auf jeder Seite zwei grosse, so breite Ohren, dass sie sich, wenn sie durch eine Tür hindurch gehen wollten, zur Seite wenden und sich bücken mussten, um hineinzukommen.“ Das Kleid der Jacqueline ist mit den Wappenabzeichen ihres Mannes gestickt.
Nr. 23. Dame aus der Familie des Ursins, Tochter von Jean-Juvénal und Michelle da Vitry. – Ihr Hennin hat zwei auseinander stehende Hörner, die reich mit Stickereien, Steinen und Perlen besetzt sind, deren Glanz durch einen feinen Gazestoff gemildert wird. Die eng anliegende Jacke hat lange Ärmel.
Nr. 24. Euriant, Frau des Grafen von Nevers, ca. 1420 -1430.

(Nach Abbildungen aus der Sammlung von Gaignières im Kupferstichkabinet der Pariser Nationalbibliothek. Vgl. für den Text: Montfaucon, Monuments de la monarchie française. Viollet-le-Duc, Dictionnaire raisonné du Mobilier. – La Mésangère, Les Femmes célèbres.)

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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