Persischer Jagdteppich der Safawidenzeit aus dem 16. Jahrhundert.

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Seidenfragment Kafaroffs aus dem 16. Jahrhundert.

Jagdteppich. Persien. Fragment.

Name: Seidenfragment Kafaroffs aus dem 16. Jahrhundert.
Alter 500 Jahre.
Größe: 34 X 35 cm.
Sammlerstück: selten.
Kette: goldfarbige Seide zweifach gezwirnt, 420 Fäden auf 10 Zentimeter.
Eintrag: feinste rote Seide.
Knüpfung: feinste Seide.
Knoten in der Höhe 24 Knoten, in der Breite 21, also: 504 Knoten per Quadratzentimeter, 50400 per Quadratdezimeter.
Einteilung nach dem Webstoff: Seidenteppich.
Nach der Konfektion: niederflorig. Nach dem Format: Fragment.
Nach dem Gewebe: plüschartig. Teppich seßhafter Bevölkerung.
Herkunftsgebiet: Persien.

Feinste persische Handarbeit aus dem 16. Jahrhundert; Fragment eines äußerst seltenen Jagdteppichs. Grundfarbe altrot. Im blaugrün umränderten, sandfarbigen Polygon ist ein sarazenischer Blütenbaum dargestellt, von dem eine Wildente verscheucht wird durch den Zutritt eines vornehmen Persers, der einen Jagdfalken auf der Hand trägt.

Dem Jäger gegenüber, in einfacher Kleidung, steht ein Diener, der ein Gefäß trägt. Im übrigen Fond zierliche Füllmuster. Auf der oberen Spitze des Polygons befindet sich eine Vase, der blütentragende Zweige entsteigen. Den altroten Grund durchziehen Ranken, die von fratzenartigen Formen unterbrochen werden. Die kleinen, überaus fein gezeichneten Blumen beweisen, daß wir es mit einer ausgesucht feinen Arbeit zu tun haben. Die Anordnung der Zeichnung, sowie die Verwendung und Ausführung der Motive verraten indischen Einfluß.

Dieses Fragment kann denen, die keine Gelegenheit haben werden, die berühmten Teppiche des Rothschild-Hauses oder des Kaiserl. Königl. Hauses Österreichs zu sehen, eine Idee geben, was die herrliche Kunst der Safawidenzeit hervorbringen konnte. Es wurden damals Teppiche gezeichnet und geknüpft, die in der malerischen Erfassung der menschlichen Figuren, der Tiere und Pflanzenwelt, ebenso wie in der dekorativen Anordnung und Gestaltung derselben, um kein Haar hinter den berühmtesten Kunstwerken des klassischen Abendlandes zurückstehen. Was aber ganz besonders unser Erstaunen erregt, ist die technische Fertigkeit, die diese orientalischen Künstler besassen, d. h. mit Seidenfäden das hervorzubringen, was die Europäer nur mit dem Griffel und dem Pinsel umsetzen konnten.

Dieses Fragment gehört zu den sogenannten Schah-Abbas Teppichen über die C Purdon-Clarke schreibt: »Unter Sha-Abbas, dem Großen, 1587—1629 n. Chr., dem vierten Regenten der Perser, von Sha-Ismael, 1499 n. Chr. gegründeten Sha-Dynastie der Safeawiden (Sofis), tritt eine Änderung in den Zeichnungen dieser persischen Prachtteppiche unter der Leitung persischer Künsler ein, die nach der Überlieferung vom Sha-Scia nach Italien gesandt wurden, um dort unter Raffael 1483/1520, in Wirklichkeit aber unter Meistern aus der Schule Raffaels, malen zu lernen«.

Dr. Kühnel, Berlin spricht von einem Gegenstück zu unserem Teppich, der sich im Museum Stschukin Moskau befindet.

Quelle: Der Orient-Teppich in Geschichte, Kunstgewerbe und Handel von Karl Meyer-Pünter. Meyer-Müller & Co; 1917.

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