Jahreszeiten verkörpert von elegant gekleideten Damen. Wenzel Hollar.

Wenzel Hollar (geb. in Prag am 13. Juli 1607 – gest. am 25. März 1677 in London, bestattet in der St. Margaret’s Church in Westminster) war ein böhmischer Grafiker des 17. Jahrhunderts, der für seine Stiche und Radierungen bekannt ist. Er ist als Wenzel Hollar oder auch als Václav Hollar Czech bekannt.

Der gebürtige Böhmer arbeitete in Deutschland, London und Antwerpen. Er kam 1636 im Auftrag des Earl of Arundel, eines bedeutenden Sammlers, den Hollar in Deutschland kennenlernte, nach London. Anscheinend frei, unabhängige Projekte zu verfolgen, entwarf und ätzte Hollar diese Serie um 1643-44. Zeitschritte, wie z.B. die Jahreszeiten, waren eines der beliebtesten Themen für gedruckte Serien. Allein Wenzel Hollar fertigte sechs verschiedene Versionen an.

Hier wird jede Jahreszeit von elegant gekleideten Damen verkörpert, die entsprechend ihrem jeweiligen Klima gekleidet sind und im Hintergrund erkennbare Wahrzeichen in und um London aufweisen. Die Inschriften in einer älteren Version des Englischen sind leicht suggestiv, was dem unbeschwerten Charakter der Bilder entspricht.

Wenzel Hollar, Jahreszeiten, England, Kostüm, Barock, Mode
Die Jahreszeiten von Wenzel Hollar. Frühling, 1643-1644. „Welcome sweet Lady you do bring / Rich presents of a hopeful Spring / That makes the Earth to look so green / As when she first began to teem.“

Die Jahreszeiten. Frühling, 1643-1644.

Die Inschrift lautet: „Welcome sweet Lady you do bring / Rich presents of a hopeful Spring / That makes the Earth to look so green / As when she first began to teem.“

„Willkommen liebliche Dame, die du mitbringst / Reiche Geschenke eines hoffnungsvollen Frühlings / Das lässt die Erde so grün aussehen / Wie damals, als sie anfing zu wimmeln.“

Wenzel Hollar, Jahreszeiten, England, Kostüm, Barock, Mode
Die Jahreszeiten von Wenzel Hollar. Sommer, 1643-1644. „How Phoebus, crowns our Summer days / With stronger heat and brighter rays / Her lovely neck, and breast are bare, / Whilst her fan does cool the Air.“

Die Jahreszeiten. Sommer, 1643-1644.

Der Hintergrund zeigt den St. James Park mit dem Banketthaus und der Old St. Paul’s Kathedrale am Horizont. Die Inschrift lautet: „How Phoebus, crowns our Summer days / With stronger heat and brighter rays / Her lovely neck, and breast are bare, / Whilst her fan does cool the Air.“

„Wie Phoebus unsere Sommertage krönt / Mit stärkerer Hitze und helleren Strahlen / Ihr schöner Hals und ihre Brust sind kahl, / Während ihr Fächer die Luft kühlt.“

Wenzel Hollar, England, Kostüm, Barock, Mode
Die Jahreszeiten von Wenzel Hollar. Herbst, 1643-1644. „As Autumn fruit does mourn and waste / And if not plucked it drops at last / So of herself (she fears) she shall / If not timely gathered fall.“

Die Jahreszeiten. Herbst, 1643-1644.

Die Kulisse ist Albury in Surrey, ein beliebter Rückzugsort des Earl of Arundel. Die Inschrift lautet: „As Autumn fruit does mourn and waste / And if not plucked it drops at last / So of herself (she fears) she shall / If not timely gathered fall.“

„Wie die Herbstfrucht trauert und vergeudet / Und wenn sie nicht gerupft wird, fällt sie endlich ab / So wird sie von sich selbst (fürchtet sie) / Wenn sie nicht rechtzeitig gesammelt wird, fällt sie.“

Wenzel Hollar, England, Kostüm, Barock, Mode
Die Jahreszeiten von Wenzel Hollar. Winter, 1643-1644. „The cold, not cruelty makes her wear / In Winter, furs and Wild beasts hair / For a smoother skin at night, / Embrace her with more delight.“

Die Jahreszeiten. Der Winter, 1643-1644.

Das Gebäude ganz rechts ist der Tun. Es wurde 1283 erbaut und diente als Gefängnis für Betrunkene und andere öffentliche Straftäter.

Die Inschrift lautet: „The cold, not cruelty makes her wear / In Winter, furs and Wild beasts hair / For a smoother skin at night, / Embrace her with more delight.“

(„Die Kälte, nicht die Grausamkeit, lässt sie tragen / Im Winter Pelze und wilde Tierhaare / Für eine glattere Haut bei Nacht, / Umarme sie mit mehr Freude.“)

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