Die alte Tracht des Kanton Schwyz. Schweizer Trachtenfest.

Julie Heierli, Tracht, Kanton Schwyz, Schweiz
15. Kt. Schwyz.

Weibliche Tracht des Kanton Schwyz um 1896

Dargestellt unter der Leitung von Frau Julie Heierli.

In den 40er Jahren beschlossen einige junge Frauen in Schwyz, von der alten Tracht wenigstens den hübschen, charakteristischen Kopfputz, den Bild 3 dieser Serie zeigt, wieder zu Ehren zu bringen. Sie ließen sich neue „Toafli“ anfertigen und meinten, wenn sie sich so in der Kirche zeigten, würden die andern Frauen auch wieder Freude an der alten Mode haben. Aber bald mußten sie einsehen, daß ihre Anstrengungen, der verschwindenden Mode Einhalt zu gebieten, fruchtlos seien. Es fanden sich keine weitere Nachahmerinnen, der Kopfputz wollte auch nicht so recht mehr zur übrigen Kleidung passen; deshalb verleidete ihnen die Sache und sie schlossen sich ebenfalls wieder der herrschenden Mode an.

Modekunde, Arbeitsbuch, Bildbuch ,

Modekunde: Kleines Arbeits- und Bildbuch,

von Charlotte Lowack, Ruth Prof. Dr. Bleckwenn
Über 200 Zeichnungen. Ein Klassiker.

Die beiden weißen Flügel, die erst kurz vor ihrem Aussterben so riesige Höhe auswiesen, sind an das „Toafli“ befestigt. Letzteres ist ein Käppchen aus Karton, überzogen mit farbigem Seidenstoff und mit Gold – und Silberfaden bestickt (siehe Vignette).

Zu beiden Seiten stehen Bogen aus Silberdraht, mit Perlenblümchen verziert. Bei den Begüterten war überdies noch ein, die Flügel überragender Kranz von Bösen und Vergissmeinnicht angebracht. Das Ganze hält eine gebogene lange Nadel, die auf der Stirne mit einem Stein verziert ist und bis in den Nacken reicht.

Gerold Meyer v. Knonau meinte: „Die Frauen trügen oft die einzigen Blumen des Ehestandes in dürren Rosen und Vergissmeinnicht auf dem Kopf“.

Die Ledigen trugen einen schwarzen Flügel, der nur hinten auseinander ging, um die Zöpfe dazwischen sehen zu lassen (siehe Vignette). Dieselben waren sorgfältig mit Band durchflochten und von einem mehr oder weniger kostbaren Pfeil, der sog. „Rosennadel“ durchflochten. Der Name kommt daher, daß die Nadel zu beiden Seiten Rosetten (Rosen ) trug. Auch die Haube wurde als Rosenhaube bezeichnet.

Städtische Mädchen liebten braune, bäuerische helle oder rote Bänder in den Zöpfen. Die Mieder waren oft aus geblümtem Seidenstoff hergestellt, während der Rock aus glattem Tuch oder bunt bedruckter Leinwand bestand. Eine Zeit lang waren weise gestickte Schürzen und gleiche, oder farbige seidene Halstücher Mode. Jede Bäuerin soll ihre Samtpantöffelein gehabt haben, um in die Kirche zu gehen.

Quelle: Die Schweizer Trachten vom XVII – XIX Jahrhundert nach Originalen. Dargestellt unter der Leitung von Frau Julie Heierli (1859-1938, gründete die Trachtensammlung der Schweiz) und auf Fotomechanischem Wege in Farben ausgeführt. Originalaufnahmen vom Schweizer Trachtenfest. Zürich 14. März 1896. Druck und Verlag: Polygraphisches Institut Zürich.

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illustration, alpenveilchen

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