Der König von Kastilien; Prälat, Edle, Krieger und Bürger. Weibliche Tracht.

Kastilien, Spanien, Trachten, Mittelalter
Trachten und Gerätschaften im Spanien des 13. Jahrhunderts.

SPANIEN. XIII. JAHRHUNDERT DER KÖNIG VON KASTILIEN; PRÄLAT, EDLE, KRIEGER UND BÜRGER. – REITKOSTÜME. – GÜRTELTASCHEN. – GERÄTE.

Zur Zeit der Vertreibung der Mauren aus Spanien vollzog sich eine totale Änderung in der Tracht. Der byzantinische Einfluss verliert sich, und an seine Stelle tritt besonders unter dem Einfluss der Ordonnanzen Alphons des Weisen eine gewisse Strenge und Einfachheit.

DER KÖNIG VON KASTILIEN; PRÄLAT, EDLE, KRIEGER UND BÜRGER. WEIBLICHE TRACHT.

Gruppe Nr. 12.
Alphons X., (genannt der Weise, spanisch Alfonso X «el Sabio»; 23. November 1221 in Toledo; † 4. April 1284 in Sevilla) einen Reliquienkasten in der Hand, schreitet an der Seite eines segnenden Bischofs einer Prozession voran. Der König trägt das rote Pallium; seine Krone zeigt 4 grosse und 4 kleine blumenförmige Zacken. Der Chormantel des Bischofs ist mit horizontalen Stickereistreifen bedeckt; an dem Krummstab bemerkt man das Sudarium. Das Gefolge ist mit Mänteln aus kostbaren Stoffen bekleidet.

Gruppe Nr. 1.
Damoiselle mit tiaraförmiger Kopfbedeckung aus Zendal oder feinem Leinen, mit Steinen und Perlen besetzt und durch eine breite Bandschleife, Burbuquejo, unter dem Kinn befestigt. Unter dem Pallium die Cyclade, ein die Büste umschliessendes, unten sich erweiterndes Gewand; darüber die ärmellose Loba mit gesticktem Halsausschnitt.
Der Herr an der Seite der Dame trägt ebenfalls Cyclade, Loba und Pallium. Dazu eine gestickte Mütze mit Ohrenklappen und ebenfalls gestickte Leder- oder Stoffschuhe. Er nimmt von einem knienden Mann in braunem langen Reitmantel und auf dem Rücken hängenden Hut ein versiegeltes Schreiben in Empfang.

Gruppe Nr. 3.
Zwei Damen überreichen einem zwischen ihnen stehenden Manne eine breite Schärpe, Faja, das Abzeichen des Kreuzfahrers. Ihre Kopfbedeckung gleicht dem venezianischen Corno und wird durch den Barbuquejo gehalten. Das Kostüm gleicht im Übrigen dem unter Nr. 1.

Nr. 8.
Schultermantel mit Kapuze, wie ihn die Laien trugen.

Gruppe Nr. 2.
Krieger im Koller, bis zu den Knien gehendem Sayo und Beinkleidern, die den maurischen Zaraguellos gleichen. Ihr Führer trägt einen Bliaut mit Ärmeln, ein grosses Schwert und gestickte Schuhe.

Nr. 16.
Bürger in der hochgestellten Herren gegenüber üblichen Haltung des Bittstellers.

REITKOSTÜM.

Nr. 15.
Alphons X. trägt hier einen weiten Jagdrock mit Kragen ohne Gürtel; Beinkleider aus Kettenringen; Mütze mit eingestickten Wappen. Der Hut mit Wappenabzeichen und weissem Kreuz hängt auf dem Rücken.

Nr. 13.
Jäger auf der Hetzjagd.
Gestickte Mütze mit Ohrenklappen. Quezote ohne Ärmel, mit Hermelin gefüttert. Armschienen und Beinbekleidung aus Kettenringen. Schwarzer Ledergürtel, in dem ein Dolch mit orientalischem Griff steckt. Jagdspiess.

Nr. 14.
Falkenjäger.
Lederkappe; Hut, auf dem Rücken hängend; Esclavine bis unter das Knie reichend. Beinbekleidung aus Panzerringen. Jagdhandschuh. Gelbes Sattelzeug. Kopfputz und Brustriemen des Maultiers, rot und rosa, mit Seidenquasten.

GÜRTELTASCHEN.

Nr. 10 und 11.
Gestickte Gürteltaschen mit Schnüren und Quasten.
Vom XII. – XIV. Jahrhundert gehört die Gürteltasche unumgänglich zur täglichen Tracht beider Geschlechter.

GERÄT.

Nr. 4.
Schleifkanne aus Holz mit Kupferbeschlag.

Nr. 5.
Lampe mit Fussgestell.

Nr. 6 und 7.
Lampen mit Ölreservoir und Untersatz nach dem Muster der arabischen Hängelampe in den Moscheen.

Nr. 9.
Kupferner Leuchter mit Löschhütchen. Den oberen Teil des Leuchters bildet eine Spitze, auf die man die Kerze steckte.
Die Leuchter des XIII. Jahrhunderts haben eine schlankere und höhere Form, als die des vorangegangenen Jahrhunderts.

Abbildungen nach den Miniaturen der Cantiguos de Nuestra Senora Alphons des Weisen, angefertigt zwischen 1275 und 1284 in Sevilla. Das Manuscript befindet sich in der Bibliothek des Escorial.

Vgl. Carderera y Solano, Iconografía española, Madrid, 1854.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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