Koller von Gustav Adolph, König von Schweden, 1632.

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Koller von König Gustav Adolph, November 1632.

Koller worin Gustav Adolph, König von Schweden in der Schlacht bei Lützen erschossen wurde.

Dieser höchst interessante authentische Soldatenrock Gustav Adolfs, den dieser an seinem Todestag, dem 16. November 1632, in der Schlacht bei Lützen getragen hatte, wurde von kaiserlichen Soldaten auf dem Schlachtfeld erbeutet und vom Generalfeldwachtmeister Duca Octavio Piccolo Mini „noch ganz blutig dem Kaiser nach Wien übersendet“. Seit den Tagen befindet sich das Koller im Besitz des österreichischen Kaiserhauses. Das Koller besteht aus schwerem Elchleder und ist auf der gesamten Innenseite, mit starker Leinwand unterfüttert. Über dieser liegt dann das eigentliche Futter von grünem Atlas, das vom Rand des Kragens bis ans Ende der Schösse reichte; ein gleiches Futter hatten die Ärmel.

Gustav, Adolf, König, Schweden, Dreißigjähriger Krieg, Gustavus Adolphus Magnus
Gustav Adolf König von Schweden (Gustavus Adolphus Magnus) 1594-1632.

Aus der dieser Fütterung waren die Brustteile des Kollers zur Verstärkung der Widerstandsfähigkeit mit einem Blatt von fünffachem, abgesteckten Zwillich unterlegt. Leider ist der größte Teil dieses Futters herausgeschnitten; ebenso wurden von Leuten, welche aus Raritätensucht auch einen kleinen Diebstahl nicht verschmähen, am linken Ellenbogen, an den Ärmelenden, sowie an der hinteren Ecke der linken Schösse Stücke vom Koller weg geschnitten; desgleichen fehlen sämtliche Knöpfe, die wahrscheinlich, dem Geschmack der Zeit entsprechend, von Gold oder Silber waren, und trotz dieser nicht geringen Erleichterung wiegt das Koller auch jetzt noch über sechs Pfund.

Nicht uninteressant sind die auf der linken, inneren Brustseite des Kollers mit Zwirn eingehefteten Fragmente eines vergilbten, pergamentartigen Papieres, worauf in Schriftzügen, welche ihrem Charakter nach entschieden der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts angehören, wie folgt zu lesen ist: „Dieses Goller hat angehabt König aus Schweden mit … men Gustavens Adolphus … Schlacht bei Lütz … schüssen todt auf …… Kaiserlichen ….“

Interessant sind die Male am Koller, die über die Art der Verwundung des Königs Zeugnis geben. Nach übereinstimmenden Nachrichten, sowohl schwedischer als deutscher Geschichtsschreiber erhielt der König die erste Verwundung am linken Ellbogen, wo ihm eine Kugel das Armbein zerschmetterte. An dieser Stelle ist rings um das durch die Kugel verursachte Loch ein großes Stück Leder herausgeschnitten. Blutspuren, die von dieser Verwundung her rühren, zeigen sich noch deutlich auf dem linken hinteren Schoß unterhalb der Degenkuppelschlinge. In gleicher Höhe mit der Hüftnaht zeigt der linke Ärmel noch eine der Form noch anscheinend durch einen Stich erzeugte Öffnung; nach gewissenhafte Prüfung halte ich dieselbe aber für einen mit einem scharfen Messer erzeugten Schnitt.

Eine zweite Kugel, diese mit tödlicher Wirkung, traf den König in den Rücken, beiläufig an der Stelle, wo die Leber liegt. Das durch die Kugel erzeugt die Loch misst im senkrechten Durchmesser 18 mm und im waagrechten Durchmesser 15 mm, – Dimensionen, die unzweifelhaft zeigen dass der Schuss aus eine Muskete, und zwar auf geringe Entfernung geschehen sein muss, weil die Ränder des Loches ganz verbrannt erscheinen.

Auf der linken Brustseite zeigt sich ein vierseitig gesprengtes Loch, wahrscheinlich durch einen Stich mit einem vierseitigen Panzerstecher, eine Waffe die im 30-jährigen Krieg von der ungarischen Reiterei geführt wurde. Zwischen diesem Loch und der Hüftenaht sind zwei kleine Löcher sichtbar, durch die eine Schnur von Goldfäden zum Festhalten der Degenkuppel gezogen war, wie diese auf der anderen Seite des Kollers, welche aber in der Abbildung durch den linken Ärmel gedeckt erscheint, zu erkennen ist.

Quelle: Die Waffensammlung des österreichischen Kaiserhauses im K. K. Artillerie-Arsenal-Museum in Wien, von Quirin Leitner. Publiziert von H. Martin. Wien 1866.

Harnischkragen Gustavs II. Adolf von Schweden im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg

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