Das Korsett. Corps à la française. Corps ouvert à la duchesse.

Das Korsett.

Korsett, Fischbeinkorsett, Blankscheit, Corps, française
Das Korsett.

Nr. 185. – Busto, Name des Schnürleibchens in Italien. Es ist ein Gestell aus Eisenstäben, das man mit Samt überzog; venezianische Mode des sechszehnten Jahrhunderts. Nach einer Photographie. Katharina de‘ Medici in Frankreich verwendete 1500 als erste das Korsett, das auch von den Damen des französischen Hofes übernommen wurde: Es war schmal, länglich in der Form und wurde unter der Kleidung getragen. Die weit verbreitete Verwendung des Korsetts war zeitgenössisch zur spanischen Mode, die nach den Eroberungen Karls V. nach Italien gelangte, der die freiere Renaissance-Tracht radikal veränderte und eine starre und hieratische Frauengestalt schuf. Die Büste wurde gewöhnlich mit einem Unterrock assoziiert, der verdugale oder guardinfante genannt wurde und dem Rock eine konische oder zylindrische Form verlieh. Die eisernen Korsetts verschwanden aufgrund ihres schmerzhaften Unbehagens sehr bald und wurden durch Wal- oder Weidenstäbe ersetzt, direkt in ein Stoffmieder oder in die Büste des Kleides selbst gesteckt.

Nr. 186. – Corps ouvert à la duchesse, Vorderansicht. Es ist ein Schnürleib mit Achseln und Schoss, das über der Brust zugeschnürt wurde. (Encyclopédie.)

Nr. 187, 188 und 197. – Corps à la française, ein vorn offenes Fischbeinkorsett, mit Achseln und Schoss. Nr. 187 ist nur mit einzelnen Fischbeinstäben versehen, während Nr. 188 vollständig damit durchzogen ist. Nr. 191 ist eine Stange des Fischbein Blankscheits; man trug deren zwei, die mit Ösen zum Herausziehen versehen waren. (Encyclopédie.)

Nr. 189. – Reich besticktes vorderes Einsatzteil; siebenzehntes Jahrhundert. Nach einer Photograpbie.

Nr. 190. – Brustlatz aus Gold mit Perlen und Edelsteinen besetzt; Anfang des sechszehnten Jahrhunderts. Nach dem Manuscript Nr. 7232 der Nationalbibliothek.

Nr. 192. – Figur nach Jost Amman, mit einem Korsett, dessen Blankscheit nach dem Körper gebogen war; sechszehntes Jahrhundert.

Nr. 193 und 194. – Figuren nach Cesare Vecellio, Ende des sechszehnten Jahrhunderts. Venezianerinnen auf Stelzschuhen, wie sie auf Tafel X, Nr.156, 157, 162 und 163 zu sehen sind. Sie tragen den busto, der vorn so verlängert ist, dass der falsche Bauch gebildet werden konnte. (Siehe Taf. 289.)

Nr. 195. – Niederländische Dame nach Van Dyck, mit der Taille à la Medicis.

Nr. 196 und 197. – Figuren nach Michael Wohlgemuth, in der Schedelschen Chronik (1493); an der Krümmung des Körpers ist die Form des Korsetts zu erkennen.

Nr. 198. – Maria von Anjou, Gemahlin Karls des Siebenten, nimmt die Widmung eines Buches entgegen. An diesem Bild ist ebenfalls deutlich zu erkennen, dass das Korsett bereits über den Hüften ausgeschweift und der Form des Körpers mehr angepasst ist. – Nach Douze Perilz d’Enfer, Manuscript der Arsenalbibliothek.

Nr. 199. – Ehrendame der Königin Marie Antoinette, nach Moreau dem Jüngeren.

Nr. 200. – Margarethe von Vaudemont im Jahre 1581. Nach einem Gemälde, die Hochzeit des Herzogs von Joyeuse darstellend, im Louvre.

Nr. 201. – Dame vom Ende des siebenzehnten Jahrhunderts nach Bonnard.

Nr. 202. – Figur aus der Mode illustrée, Februar 1887.

Nr. 203. – Das Panzerkorsett mit Stahlstangen.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Herausgegeben von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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