Türkei. Traditioneller Ladik Teppich mit Mihrab Design.

Ladik, Teppich, Mihrab, Gebetsteppich
Traditioneller Ladik-Konya Teppich mit Mihrab Design.

Ein besonders feiner Ladik Teppich.

Türkisch,-anatolischer Gebetsteppich. Traditioneller Ladik-Konya Teppich mit Mihrab Design (Gebetsnische).

Das Mihrab-Muster

Das Mihrab-Muster, das den Gebetsteppich definiert, ist gekennzeichnet durch eine Nische an einem Ende, die die Mihrab in jeder Moschee darstellt, einen Richtungspunkt, der den Gläubigen nach Mekka lenkt. Das Mihrab-Muster bei türkischen Teppichen wird oft modifiziert und kann aus einer einzelnen, doppelten sowie vertikal und horizontal multiplizierten Nische bestehen. So kann das Nischenmuster von einem konkreten, architektonischen bis hin zu einem ornamentalen Verständnis des Designs reichen. Gebetsteppiche werden oft „verkehrt herum“ gewebt, wie man an der Berührung des Teppichs erkennen kann, wenn man die Richtung des Flors spürt. Dies hat sowohl technische (der Weber kann sich zuerst auf das kompliziertere Nischendesign konzentrieren) als auch praktische Gründe (der Flor neigt sich in Richtung der Hinwendung oder der Verbeugung des Gläubigen).

Teppiche aus Ladik-Konya. Anatolien.

Suleiman der Prächtige, der zehnte Sultan (1520-1566), fiel in Persien ein und zwang den Perser Shah Tahmasp (1524-1576), seine Hauptstadt von Tabriz nach Qazvin zu verlegen, bis 1555 der Frieden von Amasya vereinbart wurde.

Als der politische und wirtschaftliche Einfluss des Osmanischen Reiches wuchs, wurde Istanbul zu einem Treffpunkt von Diplomaten, Kaufleuten und Künstlern. Während der Regierungszeit von Suleiman I. arbeiteten Künstler und Handwerker verschiedener Fachrichtungen in Hofmanufakturen (Ehl-i Hiref) zusammen. Kalligraphie und Miniaturmalerei wurden in den Skripten oder nakkaşhane durchgeführt und die Teppichweberei gefördert. Neben Istanbul waren Bursa, Iznik, Kütahya und Ushak Heimat von Manufakturen unterschiedlicher Spezialisierung. Bursa wurde bekannt für seine Seidentücher und Brokate, Iznik und Kütahya waren berühmt für Keramik und Fliesen, Uşak, Gördes und Ladik für ihre Teppiche.

Teppiche aus Ladik zeigen oft Gebetsteppich Motive. Ihre Felder sind meist in leuchtendem Krapprot mit gestuften Mihrab-Designs, ein hohes, gestuftes Bogenmuster oder einen Dreifachbogen mit einem dominierenden Mittelteil. In einer separaten Tafel über dem Motiv der Gebetsnische ragt eine Gruppe von fünf Blumenstielen aus einem Band von Zinnen heraus. Gegenüber und manchmal auch darüber, sind kleinere Giebel der Gebetsnische.

Die Giebel sind oft in Dreiergruppen angeordnet, jeder Giebel ist mit einem stilisierten, geometrischen Tulpenornament verziert. Die Tulpen werden häufig verkehrt herum am unteren Ende der Gebetsnische dargestellt.

Die Einfassung ist oft goldgelb und zeigt Wasserspeier-Ornamente. Das Design „Ladik sinekli“ ist ebenfalls spezifisch für Ladik. Auf einem weißen oder cremeweißen Feld ist eine Vielzahl von kleinen schwarzen Ornamenten angeordnet, die an Fliegen erinnern (türk.: „sinek“).

Quelle: Decorative textiles; an illustrated book on coverings for furniture, walls and floors, including damasks, brocades and velvets, tapestries, laces, embroideries, chintzes, cretonnes, drapery and furniture trimmings, wall papers, carpets and rugs, tooled and illuminated leathers by George Leland Hunter. Publisher: Philadelphia and London, J. B. Lippincott company; Grand Rapids, The Dean-Hicks company, 1918.

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