Die Mode der deutschen Landsknechte des 16. Jhts..

Die deutsche Landsknecht Mode des 16. Jahrhunderts

Die deutsche Landsknechtsmode des 16. Jahrhunderts war ein kühner und farbenfroher Stil, der den extravaganten Charakter der Soldaten, die sie trugen, widerspiegelte. Die Kleidung zeichnete sich durch leuchtende Farben, komplizierte Muster und übertriebene Proportionen aus, die sie sowohl auf dem Schlachtfeld als auch außerhalb trugen. Dieser Stil hob sich von der eher gedämpften Mode der Zeit ab und wurde zu einem Symbol der deutschen Renaissance.

Sie spiegelte ihren Status als Söldner wider, die durch ganz Europa reisten und wurde von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Sie trugen Kleidung, die sowohl praktisch als auch modisch war, wobei der Schwerpunkt auf leuchtenden Farben und komplizierten Mustern lag. Einer der wichtigsten Einflüsse war die militärische Kultur jener Zeit.

Eines der markantesten Merkmale war die Verwendung von Schlitzen und Bauschern. Bei dieser Technik wurden Schlitze in den Stoff geschnitten und dann durch den Stoff gezogen, um einen bauschigen Effekt zu erzielen. Dieser Stil war nicht nur modisch, sondern diente auch einem praktischen Zweck: Er ermöglichte eine größere Beweglichkeit im Kampf. Die Soldaten trugen farbenfrohe Jacken mit kontrastierenden Ärmeln und Kniehosen, die oft mit aufwendigen Stickereien oder Spitzen verziert waren. Hüte waren ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Kleidung, wobei viele Soldaten gefiederte Mützen oder Barette trugen. Ein weiterer Einfluss auf die Mode der Landsknechte war die Renaissance-Bewegung, die sich durch das Interesse an der klassischen Kunst und Literatur auszeichnete.

Insgesamt waren die Einflüsse auf die Landsknechtsmode vielfältig und komplex und spiegelten den reichen kulturellen und historischen Kontext des 16. Jahrhunderts in Deutschland wider.

Deutschland war im 16. Jahrhundert ein wichtiges Handelszentrum, und Kaufleute aus ganz Europa kamen in die deutschen Städte, um Waren zu kaufen und zu verkaufen. Dieser Austausch von Ideen und Kulturen trug dazu bei, die Kleidung der Landsknechte zu formen, da sie Elemente fremder Stile in ihre eigene, einzigartige Mode integrierten.

Die protestantische Reformation hatte in dieser Zeit einen bedeutenden Einfluss auf die deutsche Gesellschaft, und viele Landsknechte schlossen sich dem neuen protestantischen Glauben an. Dies führte zu einer Abkehr von der opulenten und aufwendigen Kleidung der katholischen Kirche und zu einer einfacheren, funktionelleren Kleidung, die den Anforderungen des Alltags besser gerecht wurde.

Siehe auch:  Kleidung der frühen Christen im Mittleren Osten vom 4. bis 6. Jahrhundert.

Neben ihrer Kleidung trugen die Landsknechtssoldaten auch eine Vielzahl von Accessoires wie Schwerter, Dolche und Pistolen. Diese Waffen waren nicht nur funktionell, sondern dienten auch als Symbol für den Status und die Macht des Soldaten.

Insgesamt war die deutsche Landsknechtsmode des 16. Jahrhunderts ein einzigartiger und lebendiger Ausdruck der damaligen Zeit.

Über die Mode hinaus haben die Landsknechte selbst einen bleibenden Einfluss auf die Geschichte hinterlassen. Ihre militärischen Taktiken und ihre Organisation waren für ihre Zeit revolutionär, und ihr Einfluss ist auch heute noch in modernen Armeen zu spüren. 

Zur Geschichte der Kostüme. Neunundsechzigster Bogen. Erstes Viertel des XVI. Jahrhunderts. Landsknechte. Von E. Häberlin. Münchener Bilderbogen Nr. 968.

Quelle: Münchener Bilderbogen 1848 bis 1898. Zur Geschichte der Kostüme. Herausgegeben von Braun & Schneider. Kgl. Hof-und Universitäts-Buchdruckerei von Dr. C. Wolf & Sohn in München.

Weiterführend: Die Landsknechte.

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