Maximilian I., Herzog von Bayern, 17. Jh.

Maximilian I., Herzog von Bayern seit 1597 und Kurfürst 1623-1651.
Maximilian I., Herzog von Bayern seit 1597 und Kurfürst 1623-1651.

Maximilian I., Herzog von Bayern seit 1597 und Kurfürst 1623-1651.

Kurfürst Maximilian I. von Bayern als Kriegsherr. Grafik aus dem Klebeband Nr. 1 der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek Arolsen. Stich aus der Vorlage von Peter Isselburg

Maximilian I., Herzog von Bayern seit 1597 und Kurfürst 1623-1651.
Geb, 17. April 1573, gest. 27. Sept. 1651.

Maximilian I., Kurfürst von Bayern, geboren zu Landshut am 17. April 1573, wurde, von Natur herrlich begabt, in streng katholischem Geist durch die Jesuiten erzogen, die ihm einen tiefen Hass gegen den Protestantismus in die Seele zu pflanzen wussten. Auf der Universität Ingolstadt, die er seit 1587 besuchte, schloss er mit seinem Vetter Ferdinand von Steiermark eine innige Freundschaft, die sich für das ganze Leben bewährte. Als ihm sein Vater Herzog Wilhelm V., der ihn schon 1593 zum Mitregenten ernannt hatte, 1597 gänzlich die Regierung abtrat, war es seine Hauptsorge, das in ungünstiger Finanzlage überkommene Land durch weise Sparsamkeit und kluge Reformen wieder zum Wohlstand emporzuheben, was ihm auch in kurzer Zeit gelang.

Seinen Untertanen gab Maximilian durch seine Bescheidenheit, seinen ausgeprägten Ordnungssinn und seine unermüdliche Tätigkeit ein rühmliches Vorbild; er war sich überhaupt der Heiligkeit seiner Regentenpflichten wohl bewusst und sorgte ebenso väterlich für das ganze Land, wie für den niedersten seiner Untergebenen. Im Jahre 1617 führte er ein neues verbessertes Landrecht ein, er förderte das Salzwesen, schützte Wissenschaft und Kunst und schenkte stets mit vollen Händen, wenn es galt, kirchliche oder wohltätige Anstalten zu unterstützen.

Als Aufgabe seiner Politik betrachtete der streng religiös gesinnte Fürst die Wiederherstellung des Katholizismus. Als er im Jahre 1607 mit dem Vollzug der wegen konfessioneller Streitigkeiten über die Reichsstadt Donauwörth ausgesprochenen Reichsacht vom Kaiser beauftragt wurde, verfuhr er mit grosser Strenge und behielt die Stadt im Besitz; der sich infolge dessen 1608 bildenden Union der protestantischen Stände stellte der Herzog, der eine tüchtige Heeresmacht geschaffen hatte, 1609 die katholische Liga entgegen.

Gleichwohl bot ihm der Wittelsbacher Friedrich V. von der Pfalz im Namen der Union 1618 die Kaiserkrone an, aber Maximilian, der den Plan durchschaut hatte, schlug sie aus, um nicht durch ein Zerwürfnis mit Österreich der katholischen Sache zu schaden, und unterstützte mit aller Energie gerade die Wahl seines Freundes Ferdinand zum Kaiser. Ja er kam diesem beim Ausbruch des böhmischen Krieges mit 30000 Mann zu Hilfe, und seine Truppen erfochten unter Tillys Oberleitung am 8. November 1620 über Friedrich V. den glänzenden Sieg am weissen Berge in Prag. Hierfür erhielt er auf dem Reichstag zu Regensburg am 25. Februar 1623 die bisher der Pfalz angehörende Kurwürde, und zur Vergütung der Kriegskosten wurde ihm die Oberpfalz überlassen.

Auch den König Christian IV. von Dänemark nötigte sein Feldherr Tilly durch den Sieg bei Lutter am Barenberge zur Neutralität. Maximilians Ansehen war so hoch gestiegen, dass er, um den Kaiser nicht zu mächtig werden zu lassen, 1630 Wallensteins Entlassung durchzusetzen vermochte. Aber jetzt wendete sich das Glück. Unaufhaltsam drang der tapfere Schwedenkönig Gustav Ado1f vor, indem er Tilly 1631 bei Breitenfeld nächst Leipzig und 1632 am Lech schlug, und Maximilian musste es erleben, dass am 17. Mai 1632 die Schweden in München einzogen. Wenn auch der Sieg der Kaiserlichen und Bayern bei Nördlingen 1634 einige Erleichterung brachte und auch später die bayerischen Waffen manchen schönen Sieg erkämpften, so war doch das Land immer wieder den Angriffen der Schweden und Franzosen preisgegeben und hatte schwer unter den Greueln des Krieges zu leiden. Da führte endlich das Jahr 1648 den ersehnten Frieden herbei, und Maximilian sah sich im Besitz der Kurwürde und der Oberpfalz bestätigt.

Den Rest seines Lebens widmete der hochbetagte Kurfürst der Heilung der seinem Lande geschlagenen Wunden sowie frommen Gebetsübungen. Dabei fand er noch Musse, für seinen Sohn und Nachfolger Ferdinand Maria, der seiner zweiten Ehe mit der Erzherzogin Maria Anna von Österreich, Tochter von Kaiser Ferdinands II., und seiner Schwester Maria Anna von Bayern, entsprossen war, väterliche Ermahnungen zu diktieren, in denen er seine Überzeugung von der Bestimmung eines christlichen Fürsten niederlegte. Schmerzlos und heiter beschloss Maximilian am 27. September 1651 zu Ingolstadt sein reich bewegtes Leben.

Quelle: Das Zeitalter des Dreissigjährigen Krieges (1600-1670). Allgemeines historisches Portraitwerk. München 1895. Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft vormals Friedrich Bruckmann. Nach den besten gleichzeitigen Originalen nach Auswahl von Dr. Woldemar von Seidlitz mit biografischen Daten von Dr. H. Tillmann und Dr. H. A. Lier.

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