Das Momine Khatun Mausoleum. Denkmäler persischer Baukunst.

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Nachitschewan. Mausoleum der Mumine Chatun. Der Gemahlin des Ildeghis. Stuck-Mosaik in einer der Seitenflächen. Aufgenommen von E. Jacobsthal.

Das Momine Khatun Mausoleum wurde 1186 im westlichen Teil der Stadt Nakhchivan (im historischen Zentrum der Stadt Nakhchivan) errichtet. Shamsaddin Eldaniz, der Gründer des aserbaidschanischen Atabaylar-Staates (Eldiguziden), veranlasste die Errichtung eines Mausoleums auf dem Grab seiner Frau Momine Khatun. Der Bau wurde jedoch erst von Mahammad Jahan Pahlavan, dem Sohn von Shamsaddin Eldeniz, im Jahre 1186, abgeschlossen.

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Nachitschewan. Mausoleum der Mumine Chatun. Der Gemahlin des Ildeghis. Portal.

Nach Vermutung einiger Forscher wurden Shamsaddin Eldaniz, seine Frau Momine Khatun und sein Sohn Mahammad Jahan Pahlavan im Mausoleum bestattet. Später wurden wahrscheinlich deren Grablege im Mausoleum ausgeraubt und entfernt. Fotos und Gemälde des 19. Jahrhunderts zeigen, dass es um das Mausoleum herum noch mehr verschiedene, monumentale Gebäude wie auch die Jameh-Moschee gab. Dessen Architekt, Adjemi ibn Abubekr (oder Adjemi Nakchivani), baute auch das nahe gelegene Mausoleum von Yusuf ibn Kuseyir. Das Mausoleum wurde wahrscheinlich ursprünglich mit einer Madrassa (Schule, Lehranstalt) gebaut. Zeichnungen und Fotografien des Ortes aus dem 19. Jahrhundert bestätigen, dass es Teil eines religiösen und pädagogischen Komplexes war, der heute nicht mehr existiert.

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Mosaik in einer der Seitenflächen.

Das Momine Khatun Mausoleum ist das herausragendste Wahrzeichen von Nachitschewan, das mit einem komplexen geometrischen Muster und Zitaten aus dem Koran verziert ist. Das große dekaedrische Mausoleum galt als mittelalterlicher Wolkenkratzer mit einer Höhe von 34 Metern. Heute ist es nur noch 25 Meter hoch. Jede Seite der Oberfläche ist vollständig mit arabischen Schriften im kufischen Stil bedeckt, die als geometrische Muster gestaltet sind. Die Ornamente der neun von zehn (Seiten) sind unterschiedlich. Nur einer wiederholt sich, auf der Aussparung, wo ursprünglich ein Ausgang angelegt war. Die Spitze des Mausoleums ist mit einem Stalaktitengewölbe (Muqarnas) verziert. In den Kopfbogen des Denkmals wurden folgende Worte auf Kufisch eingetragen: „Wir sterben, aber nur der Wind bleibt hinter uns. Wir sterben, aber nur ein Werk bleibt als Geschenk übrig“.

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Detail des oberen Teiles. Aufgenommen von E. Jacobsthal.

Das Mausoleum besteht aus einem unterirdischen Gewölbe und einem oberirdischen Bauwerk. Der oberirdische Teil des Mausoleums ist von außen zehneckig (er war auf beiden Seiten mit den Kufi-Inschriften eingefasst), sein Inneres ist rund geformt. Die massiven Ziegelmauern des Mausoleums werden von zwei kleinen Fenstern nach Westen durchbrochen, mit einem zusätzlichen Fenster über dem Haupteingang.

Unter dem Gesims der Muqarnas verläuft eine Reihe von Inschriften in kufischen Figuren aus türkisfarbenen Fliesen. Die vertiefte Oberfläche seiner zwölf Außenfassaden ist mit geschnitzten geometrischen Motiven auf Ziegel bedeckt, die durch türkisfarbene Fliesen hervorgehoben werden und in einen rechteckigen Rahmen mit einem kleinen Stalaktitengesims eingesetzt sind. Im Inneren ist die Grabkammer kreisförmig, mit nackten Wänden.

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Stuck-Mosaik in einer der Seitenflächen. Aufgenommen von E. Jacobsthal.

Das Mausoleum von Momine Khatun ist repräsentativ für die Nachitschewan Bautradition des Mittelalters, die stark von den Werken des aserbaidschanischen Architekten Adjemi ibn Kuseyir beeinflusst wurde. Der Nakhchivani-Stil unterschied sich von den Schirvani-Stilen, die in Absheron vorherrschen, in der Verwendung von Ziegel als Baumaterial und der Verwendung von farbigen, insbesondere türkisfarben emaillierten Fliesen zur Dekoration.

Fotografie: Fuad2006. Lizensiert unter: [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Die Mausoleen von Nakhichevan wurden 1998 in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen.

Quelle: Denkmäler persischer Baukunst. Geschichtliche Untersuchung und Aufnahme mohammedanischer Backsteinbauten in Vorderasien und Persien von Friedrich Paul Theodor Sarre, Bruno Schulz, Georg Krecker. Berlin: E. Wasmuth, 1901.

Aserbaidschan. Autonome Republik Nachitschewan. Mausoleum der Mumine Chatun.

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