Mordwinische Braut aus dem Dorf Armanihe in Russland.

Heutzutage wohnen die Mordwinen in folgenden Gouvernementen: Nizhnij-Novgorod, Tambov, Pensa, Simbirsk, Saratov, Kazan, Samara und Orenburg. Ihre ursprüngliche Heimat war, soviel man weiss, in der Gegend zwischen der Oka und der Sura, von wo ein Teil von ihnen sich während der letzten Jahrhunderte entfernt und hauptsächlich als Ansiedler auch östlich von der Wolga niedergelassen hat. Die Mordwinen werden ihrer Sprache nach in zwei Hauptgruppen eingeteilt, nämlich in Mokscha- und Erza-Mordwinen, von denen die erstere Gruppe ihres ursprünglichen Wohnortes wegen im allgemeinen die westliche, die letztere die östliche genannt werden kann.

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Mordwinische Braut aus dem Dorfe Armaniha im Gouvernement Nizhnij-Novgorod.

Mordwinische Braut aus dem Dorfe Armanihe im Gouvernement Nischni Nowgorod.

Armanihe Oblast Nischni Nowgorod, Dalnekonstantinovskij rajon, Russland

Dieses Dorf war seiner Sprache nach schon ganz russifiziert und nur wenige Frauen trugen noch die alte Nationaltracht, die sich folglich länger erhalten hatte, als die eigene Sprache des Volkes. Die Braut trägt auf dem Kopf eine Krone, über die näheres auf der folgenden Tafel ausgeführt wird. Sie hat zwei Mäntel oder Überröcke an, einen wollenen, Sirmäga, und einen anderen aus Leimwand darüber, Balahon. Diese Überröcke finden sich auf Tafel III und IV. Um die Taille hat sie einen gekauften wollenen Gürtel und an den Füssen Schuhe aus Bast. Früher waren Gürtel gebräuchlich, die, wie auch die übrigen Kleidungsstücke dieser Tracht, zu Hause verfertigt waren. (Siehe Tafel VI. 3).

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Sama morsian. Dieselbe Braut.

TAFEL II.

Sama morsian. Dieselbe Braut.

Seiten- und Rückenansicht derselben Braut. Die Krone besteht eigentlich aus einem aus Messingdraht verfertigten Ring, der mit Silbermünzen, Muscheln und Perlen geschmückt ist. Zu beiden Seiten des Kopfes ist über dem Ohr ein Büschel aus Gänsefedern befestigt. Von dieser Stelle hängt ein mit Geldstücken besetztes Band zu beiden Seiten des Gesichts herunter; das- selbe besteht aus silbernen 1 Rubel-Stücken, weiter unten aus 50 oder 25 Kopeken und schliesslich aus 20 Kopeken-Stücken.

Das untere Ende die- ses Bandes schliesst mit einem messingenen, einem Kamm ähnlichen Schmucke ab. Bisweilen bestehen diese Schmuckgegenstände aus Schnallen, die aus Draht, Perlen und Spielmarken aus Messing (Jetons) zusammengesetzt sind, und die aus Frankreich und Deutschland gebracht, auf dem Jahrmarkt in Nizhnij-Novgorod käuflich sind. (Wir werden noch öfters Gelegenheit haben auf dieselben zurückzukommen). Das untere Ende dieser Schmuckbänder wird unter den Gürtel geschoben, hängt dann unter demselben hervor und weiter lose am Körper herunter. (Siehe Tafel I).

Hinter dem rechten Ohr ist ein langes Band sichtbar, das zuerst um den Kopf gewunden einen offenen Ring bildet, und von dem die Krone nur eine Fortsetzung ist. Auch das untere Ende dieses Bandes wird auf der Seite unter den Gürtel gesteckt. Zur Krone gehört noch ein dichtes, aus Muscheln, Spielmarken und Troddeln verfertigter Nackenlatz.

Die Krone erinnert folglich sehr an eine harelische Haube. Auch Mädchen tragen ähnliche Kronen, die aber nur weniger geschmückt sind. Die junge Frau allein trägt das genannte lange Band, das sich vom Kopfe bis zum Gürtel erstreckt; auch ist der Nackenlatz bei ihrmöglichst dicht.

Quelle: Mordvalaisten pukuja ja kuoseja. Trachten und Muster der Mordwinen von Axel Olai Heikel. Illustrationen: Agathon Reinholm. Verlag: Helsingissä, Suomalaisen Kirjallisuuden Seuran Kirjapainon Osakeyhtiö, 1896.

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