Reisenotizen aus Südafrika. Löwenkopf, Porträts, Nashorn.

Löwenkopf, Berg, Kapstadt, Südafrika, Landschaft, Reise,
Ansicht des Löwenkopf.

ANSICHT DES LÖWENKOPFES.

N° 28.

Lion’s Head (Löwenkopf) ist ein Berg in Kapstadt, Südafrika, zwischen Tafelberg und Signal Hill. Der Lion’s Head erreicht eine Höhe von 669 Metern über dem Meeresspiegel.

Dieser Berg bildet einen freistehenden Teil der Hausberge, die die Stadt Kapstadt umgeben und dessen Hauptbestandteil der Tafelberg ist.

Auf seinem Gipfel ist der Flaggenstock errichtet, von dem aus die Signale für die Schifffahrt in die Stadt gegeben werden. Der obere Teil ist eine nackte Steinmasse, und der ganze Bergrücken ist kahl, außer im Winter, wenn der Regen überwiegt. Lion’s Head ist mit Fynbos (einheimische Kap-Vegetation) bedeckt, mit einer ungewöhnlich hohen Artenvielfalt, die eine Vielzahl von Kleintieren unterstützt.

Das Tal, von dessen Rand aus die nebenstehende Ansicht aufgenommen wurde, ist jedoch reich und malerisch. Das Haus ist herrlich gelegen und bietet einen umfassenden Blick auf Kapstadt und die Tafelbucht. Die Bäume auf der rechten Seite sind die Strelitzia Alba (Weiße Strelitzie) und die Agave Americana.

Buschmann, Khoikhoi, Südafrika, Bosjemans, San, Ethnie,
Buschmann. Stamm der Khoikhoi.

VIER PORTRÄTS AUS DER NATUR.

N° 29.

Der Bosjesman *) (Buschmann) sind ein sehr zierliches Volk bei denen die Männer, im Allgemeinen gut gebaut und äußerst aktiv sind. Sie sind in den Wüstenebenen des südlichen Afrikas nur selten anzutreffen, immer auf der Suche nach Beute. Sie halten weder Rinder noch Schafe, noch kultivieren sie den Boden, sondern leben von Wurzeln, Eukalyptus und Vieh, das sie den Kolonisten, die an den Grenzen ihres Landes leben, zuweilen entwenden.

Sie gehen größtenteils völlig nackt; aber beide Geschlechter schmücken den Kopf; die Männer stecken sich Büschel von Springbockhaar in die eigenen, tragen Ringe in den Ohren und Stachelschweinkiele durch den Nasenknorpel und in den Haaren. Die Frauen tragen Mützen aus dem Fell des Hirsches.

Die Booshuanas (Bechuanaland) sind in jeder Hinsicht so ähnlich wie die Khoikhoi, dass eine Beschreibung der einen auch auf die anderen zutrifft. Die Frauen kämmen ihr Haar bis über die Stirn, und die Männer tragen Mützen und Kupferplatten, die von einem Ohr herabhängen.

*) Eine Ethnie, die im südwestlichen Afrika, hauptsächlich in der Kalahari, beheimatet ist. Die Khoikhoi, ihre nächsten Verwandten, nannten ihr Volk San; die Holländer nannten sie Bosjemans. Sie selbst hatten keinen Namen für ihre Ethnie und nannten nur ihre eigene und die wenigen anderen Gruppen, die sie kannten, beim Namen. Im Originaltext werden sie als Hottentoten oder Kaffer bezeichnet. In der Übersetzung wurden die Bezeichnungen Hottentoten, Kaffer und Menschenrasse entfernt da diese rassistisch konnotiert sind.

Nashorn, Afrika, Südafrika,
Das afrikanische Nashorn.

DAS AFRIKANISCHE NASHORN.

N° 30.

Das zweihörnige Nashorn Afrikas ist sehr verschieden von dem einhörnigen, das in den Ländern Asiens üblich ist. Die Haut des ersteren ist glatt wie die des Nilpferdes; aus beiden Tieren schneiden die Hirten ihre Pferdepeitschen, die sie Shambocs nennen.

Das Individuum, von dem der beiliegende Abdruck stammt, ist vermutlich eine neue Art oder zumindest eine Abart der in Südafrika üblichen Spezies, da es von größerer Masse ist und das obere Horn mindestens dreimal so groß ist wie das übliche. Das Auge ist bemerkenswert klein und befindet sich in großer Entfernung von der Stirn. Der Körper ähnelt dem des Büffels, und die Beine sind kurz und dick wie die des Flusspferdes oder der Seekuh.

Dieses Tier ist in keiner Weise bösartig. Die Khoikhoi verfolgen es im Dickicht und kommen nahe genug heran, um ihre Hassagais oder Speere auf es zu schleudern. Das Fleisch ist grob, aber nicht unangenehm. Das Rhinozeros ist in allen Dickichten an der östlichen Grenze der Kolonie sehr verbreitet.

Quelle: Afrikanische Landschaften und Tiere von Samuel Daniell, William Daniell, Thoma Dowdeswell. London 1804.

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